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Gesünder leben?

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Faszien-Yoga: Vielseitige Übungen mit grosser Wirkung

Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, muss nicht immer intensiv trainieren. Dieser Artikel zeigt, was Faszien-Yoga ausmacht, welche Effekte möglich sind und warum sanfte Übungen oft viel bewirken.

Was sind Faszien?

Faszien sind sind Bindegewebsstrukturen, die den ganzen Körper durchziehen und unter anderem Muskeln, Knochen und Gelenke umhüllen und verbinden. Durch Stress, zu wenig Bewegung oder gar Inaktivität, eine schlechte Haltung oder Überbelastung können sie verkleben. Auch Verletzungen, Operationen und die damit verbundene Narbenbildung können unabhängig von Bewegung zu solchen Verklebungen beitragen. Das kann zu Verspannungen und Schmerzen bei Bewegungen führen.

→ Weiterlesen: Was sind Faszien und warum sollte man sie trainieren?

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Das Ziel vom Faszien-Yoga ist es, das Gewebe geschmeidig zu halten, Spannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu fördern.
Corinne Susanek, Yoga- und Meditationslehrerin, Ayurveda-Expertin

Was ist Faszien-Yoga?

Faszien-Yoga orientiert sich an den Asanas des klassischen Yoga, setzt den Fokus aber gezielt auf die Wirkung der Übungen auf das Fasziengewebe. «Das Ziel vom Faszien-Yoga ist es, das Gewebe geschmeidig zu halten, Spannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu fördern» erklärt Corinne Susanek, Yoga- und Meditationslehrerin bei der Klubschule Migros.

Zum Faszien-Yoga gehören neben den Übungen auf der Matte oft auch Hilfsmittel wie Faszienrollen oder Faszienbälle. Sie werden gezielt eingesetzt, um Verspannungen und Verklebungen im Fasziengewebe zu lösen. Gleichzeitig fördern sie durch den Flüssigkeitsaustausch im Gewebe dessen Rehydrierung.

Auch das fasziale Dehnen spielt eine zentrale Rolle. Da Fasziengewebe auf unterschiedliche mechanische Reize wie Zug, Druck oder Vibration reagiert, braucht es vielfältige Impulse. Zum faszialen Dehnen gehören deshalb nicht nur lange gehaltene Dehnungen, sondern auch dynamische, pulsierende oder federnde Bewegungen. Ruhige, länger gehaltene Dehnungen fördern die Entspannung bis in tiefere Gewebeschichten, während federnde oder schwungvollere Dehnungen die Elastizität des Gewebes verbessern.

Welche positiven Effekte hat Faszien-Yoga?

Faszien-Yoga kann auf verschiedene Weise positiv auf den Körper wirken. «Ein zentraler Effekt ist die verbesserte Beweglichkeit. Verschiedene Dehnarten wirken dabei zusammen. Länger gehaltene Dehnungen lösen Spannungen in tieferen Gewebeschichten, federnde und schwungvolle Bewegungen verbessern die Elastizität des Fasziengewebes. So wird der Körper freier, geschmeidiger und beweglicher», erläutert die Yoga-Lehrerin.

Gleichzeitig kann Faszien-Yoga helfen, Verspannungen zu lösen. Vor allem in Kombination mit Selbstmassage durch Faszienrollen oder -bälle lassen sich verhärtete oder verklebte Bereiche gezielt lockern. Viele empfinden die Übungen deshalb als wohltuend und entlastend, insbesondere nach langem Sitzen oder einseitigen Belastungen im Alltag.

Auch die Körperhaltung kann sich verbessern. Da beim Faszien-Yoga der gesamte Körper und damit alle wichtigen Muskel-Faszien-Ketten einbezogen werden, werden Spannungsmuster ausgeglichener und Bewegungsabläufe bewusster. Das unterstützt eine aufrechte, stabile Haltung und kann Fehlbelastungen entgegenwirken.

Ein weiterer positiver Effekt von Faszien-Yoga ist ein verbessertes Körpergefühl. Faszien sind reich an propriozeptiven Sinneszellen und können deshalb als eine Art Sinnesorgan für die Tiefenwahrnehmung des Körpers verstanden werden. Durch die langsamen, bewussten und gezielten Bewegungen im Faszien-Yoga wird diese Wahrnehmung geschult: Spannungen, Bewegungsabläufe und einzelne Körperbereiche werden oft differenzierter wahrgenommen. Das kann dazu beitragen, achtsamer mit dem eigenen Körper umzugehen, Bewegungen besser zu steuern und Überlastungen oder Fehlbelastungen frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus bringt Faszien-Yoga auch viele Vorteile mit sich, die man vom klassischen Yoga kennt: Es kann neue Energie schenken, die Beweglichkeit fördern, das Gleichgewicht verbessern, die Muskulatur kräftigen und gleichzeitig für Entspannung sorgen. Gerade diese Verbindung aus Mobilisation, Kräftigung und Regeneration macht Faszien-Yoga für viele so attraktiv.

Wie schnell wirkt Faszien-Yoga?

Faszien-Yoga wirkt auf zwei Ebenen – und diese zeigen sich unterschiedlich schnell. Oft ist schon direkt nach einer Einheit eine wohltuende Entlastung spürbar: Der Körper fühlt sich lockerer, geschmeidiger und beweglicher an. «Bis sich das Fasziengewebe jedoch nachhaltig verändert und sich chronische Verklebungen lösen, braucht es Geduld», betont die Expertin. Dafür können mehrere Monate bis Jahre regelmässigen Trainings nötig sein.

Für wen ist Faszien-Yoga geeignet?

Faszien-Yoga ist grundsätzlich für alle geeignet. Besonders profitieren Menschen, die viel sitzen oder häufig unter Verspannungen leiden. Auch für sportlich Aktive ist es eine sinnvolle Ergänzung: Es fördert Beweglichkeit und Elastizität und kann die Regeneration unterstützen.

In bestimmten Fällen ist jedoch Vorsicht geboten: Personen mit Wunden, Narben, Osteoporose, Thrombosen, Entzündungen oder Hauterkrankungen sollten Faszienrollen und -bälle nur mit Bedacht anwenden. Und hüpfende oder springende Bewegungen sind für ältere Menschen nicht immer geeignet. Im Zweifel empfiehlt es sich, die Anwendung vorab mit einer ärztlichen Fachperson abzuklären.

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