Helfen Hausmittel bei Migräne, oder braucht es Medikamente? Wir zeigen, welche Massnahmen die Beschwerden lindern können und wie sich Migräneattacken vorbeugen lassen.
Kopfschmerzen sind weit verbreitet – fast alle Menschen haben irgendwann einmal damit zu tun. Auch Migräne ist häufig: Rund 15 bis 20 % der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens betroffen. Damit ist Migräne die dritthäufigste Erkrankung der Welt.
Migräne zeigt sich meist als einseitige, pulsierende, mittelstarke bis starke Kopfschmerzen. Es gibt zwei Hauptformen: Migräne mit und ohne Aura. Meist treten gleichzeitig auch Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm sowie Übelkeit auf. Die Beschwerden kommen anfallsartig. Zwischen den Attacken geht es den Betroffenen meist gut. Migräne kann in jedem Alter erstmals auftreten, beginnt aber meistens vor dem 50. Lebensjahr. Die genetische Veranlagung spielt dabei eine grosse Rolle.
Bei häufigeren oder erstmalig auftretenden Kopfschmerzen sollte eine erste Abklärung durch den Hausarzt oder die Hausärztin erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn Kopfschmerzen erstmals nach dem 50. Lebensjahr auftreten, sich deutlich verändern oder ungewöhnlich stark ausgeprägt sind.
Besondere Vorsicht ist bei schlagartig auftretenden starken Kopfschmerzen geboten. Sie sind ein Alarmsignal und müssen sofort ärztlich untersucht werden.
Ein Kopfschmerztagebuch kann Migräne-Patientinnen und -Patienten helfen, Auslöser, Häufigkeit und Verlauf der Attacken besser zu erkennen.
Auslöser, auch Trigger genannt, spielen bei Migräne eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise Stress, hormonelle Schwankungen oder auch Wetterwechsel. Je besser man sie kennt und versteht, desto gezielter kann man sie vermeiden und einschätzen, ob es sich wirklich um einen Trigger oder eher um ein Vorzeichen einer bevorstehenden Attacke handelt. Der 3E-Ansatz kann beim Trigger-Management helfen:
Bei einer akuten Migräneattacke kann es hilfreich sein, äussere Reize möglichst zu reduzieren. Dazu eignet sich eine ruhige, möglichst abgedunkelte Umgebung, die Schlaf oder zumindest Ruhe ermöglicht. Ausserdem sollte man darauf achten, genug zu trinken. Am besten Wasser oder ungesüsste Getränke.
Pfefferminzöl kann ein natürliches Mittel bei Migräne sein. Trage ein verdünntes Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen auf. Es wirkt kühlend, schmerzlindernd und entspannend. In der Regel hat es kaum Nebenwirkungen und die Anwendung kann bei Bedarf mehrmals wiederholt werden. Achte darauf, den Kontakt mit den Augen zu vermeiden und das Öl nicht unverdünnt auf die Haut aufzutragen.
Koffein kann in der Akutphase einer Migräne bei manchen Betroffenen hilfreich sein, bei anderen allerdings auch eine Migräne auslösen. Vor einer Migräneattacke erweitern sich häufig die Blutgefässe im Gehirn. Das Koffein trägt dazu bei, diese Gefässe wieder zu verengen und den Blutfluss zu verringern, was die Schmerzen lindern kann.
Aber aufgepasst: Zu viel Koffein kann sogar Migräne auslösen. Und auch ein plötzlicher Koffeinentzug kann Kopfschmerzen verursachen.
Eine spezielle Kühlhaube kann bei Kopfschmerzen und Migräne lindernd wirken. Sie hat eine beruhigende Wirkung und sorgt durch die Abdunkelung für zusätzliche Entlastung. Die Haube sollte im Kühlschrank aufbewahrt oder kurz ins Gefrierfach gelegt werden. Bei Schmerzen wird sie einfach aufgesetzt. Alternativ können auch kühle Kompressen auf die Stirn oder in den Nacken gelegt werden.
Es gibt einen viralen Trend, bei dem eine Haarklammer an die Augenbraue geklemmt wird, um den Trigeminusnerv zu stimulieren und Migräneschmerzen zu lindern. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Die Methode kann schmerzhaft sein und wirkt vermutlich eher als Ablenkung durch Gegenschmerz als durch einen echten therapeutischen Effekt.
Generika bei Migräne enthalten dieselben Wirkstoffe wie Originalpräparate, sind gleich wirksam und oft deutlich günstiger.
Die Akutbehandlung einer Migräne wird nicht nur nach der Stärke der Kopfschmerzen ausgewählt, sondern auch nach den Begleitsymptomen und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Wichtig: Akute Schmerzmittel sowie Triptane sollten nicht an 10 oder mehr Tagen pro Monat eingenommen werden, da sonst ein sogenannter Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) entstehen kann.
Triptane sind bei starken Migräneattacken oft wirksamer als herkömmliche Schmerzmittel, weil sie speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden. Sie beeinflussen wie Schmerzen verarbeitet und weitergeleitet werden, dämpfen entzündungsfördernde Botenstoffe und können die während eines Anfalls erweiterten Blutgefässe verengen. Es gibt sie in unterschiedlichen Darreichungsformen, zum Beispiel als Tabletten, Nasenspray oder Spritzen. Je nach Form unterscheiden sich die Art der Anwendung und die Zeit, bis die Wirkung einsetzt.
Folgendes sollte man darüber wissen:
Gepante sind Wirkstoffe aus der Gruppe der CGRP-Antagonisten und können zur Behandlung einer akuten Migräneattacke eingesetzt werden. CGRP ist ein Eiweiss, das bei Migräneattacken vermehrt ausgeschüttet wird und vermutlich die Schmerz- und Reizwahrnehmung verstärkt.
Migräneattacken lassen sich oft wirksam vorbeugen, wenn man seine persönlichen Trigger kennt. Es gibt aber auch noch weitere präventive Massnahmen:
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