Braucht es bei Bluthochdruck immer Medikamente? Oder kann auch eine Änderung des Lebensstils helfen? Wir erklären, welche Massnahmen bei Hypertonie sinnvoll sind, wann Blutdrucksenker nötig werden und wie die Behandlung insgesamt aussieht.
Der Blutdruck schwankt je nach Alter, Gewicht, körperlicher Aktivität und sogar je nach Tageszeit. Er wird in mmHg gemessen. Werte bis 120/70 mmHg gelten als normal und ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Werte dazwischen werden als erhöhter Blutdruck bezeichnet.
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Ein langfristig erhöhter Blutdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei erhöhtem Blutdruck hilft eine Risikoabschätzung in vier Schritten gemäss den Leitlinien der europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie zur Bestimmung der idealen Therapie:
Eine Veränderung des Lebensstils und der Gewohnheiten kann eine medikamentöse Therapie nicht immer ersetzen, wirkt sich jedoch positiv auf Bluthochdruck aus und trägt zur Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Wichtig ist dabei, dass solche Massnahmen nicht nur kurzfristig erfolgen, sondern nachhaltig und langfristig umgesetzt werden, damit ein spürbarer Effekt erreicht werden kann.
Einigen Lebensmitteln wird eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben.
Wichtig ist, diese Wirkung realistisch einzuordnen: Der mögliche Effekt ist in der Regel klein und wissenschaftlich meist nicht eindeutig oder abschliessend belegt. Zudem hängt der Nutzen oft von den individuellen Ausgangswerten ab. Solche Lebensmittel können deshalb als sinnvolle Ergänzung im Rahmen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung betrachtet werden, ersetzen aber weder eine medikamentöse Behandlung noch andere wichtige Massnahmen eines gesunden Lebensstils.
Generika für Blutdrucksenker sind günstigere Medikamente mit demselben Wirkstoff und gleicher Qualität wie das Original.
Trotz gesundem Lebensstil kann eine medikamentöse Therapie je nach Situation notwendig sein notwendig sein. Entscheidend sind dabei unter anderem bestehende Erkrankungen, persönliche Risikofaktoren und das Ausmass des Bluthochdrucks. Zur Behandlung stehen verschiedene rezeptpflichtige Medikamente resp. Medikamentenklassen zur Verfügung:
Alle Medikamentenklassen wirken blutdrucksenkend, jedoch auf unterschiedliche Weise. Bei Bedarf können die Medikamente auch kombiniert werden.
Blutdruckmedikamente immer wieder abzusetzen, wenn die Werte normal sind, und erst bei steigenden Werten wieder einzunehmen, kann unter Umständen gefährlicher sein als ein dauerhaft stabil erhöhter Blutdruck.
Nicht alle Patientinnen und Patienten nehmen ihre Blutdruckmedikamente wie verordnet ein. Dafür gibt es verschiedene mögliche Gründe. Häufig haben Betroffene keine spürbaren Beschwerden, sodass sie sich subjektiv gesund fühlen und die Notwendigkeit der Medikamente nicht unmittelbar erkennen. Auch Nebenwirkungen, etwa Müdigkeit oder Unwohlsein, können dazu führen, dass die Einnahme reduziert oder ganz abgebrochen wird. Hinzu kommt, dass die Therapie im Alltag als aufwendig empfunden werden kann – insbesondere dann, wenn mehrere Tabletten täglich und zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen werden müssen. Das erhöht das Risiko, dass Medikamente vergessen oder unregelmässig eingenommen werden.
Da es sich bei der Behandlung von Bluthochdruck in der Regel um eine Langzeittherapie handelt, ist eine langfristige, zuverlässige Einnahme besonders wichtig. Die Behandlung kann nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn die Medikamente konsequent und wie verordnet eingenommen werden. Umso wichtiger ist deshalb das Gespräch mit einer medizinischen Fachperson. Wer Nebenwirkungen bemerkt, Schwierigkeiten mit der Einnahme hat oder unsicher ist, sollte dies offen ansprechen. Blutdruckmedikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt abgesetzt werden.
Hilfreich sein können sogenannte Fixkombinationen, also Tabletten, die mehrere Wirkstoffe in einem Präparat vereinen. Sie können die Behandlung vereinfachen und die regelmässige Einnahme erleichtern. Ebenfalls sinnvoll ist es, die Tabletteneinnahme mit wiederkehrenden Alltagsgewohnheiten zu verknüpfen, zum Beispiel mit dem Zähneputzen. So lassen sich feste Routinen etablieren. Auch Erinnerungsfunktionen auf dem Smartphone oder spezielle Apps können dabei unterstützen, die Medikamente zuverlässig einzunehmen.
Abgeleitet von den verschiedenen Therapiemöglichkeiten lassen sich für Betroffen von Bluthochdruck 10 Grundregeln festhalten:
Ja, Abnehmen kann den Blutdruck senken. Schon wenige verlorene Kilos entlasten Herz und Gefässe und können sich positiv auf die Blutdruckwerte auswirken.
Studien deuten darauf hin, dass Magnesium einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben kann. Allerdings ist bisher nicht eindeutig geklärt, welche Menge dafür optimal ist. Es empfiehlt sich, Magnesium möglichst über die Ernährung aufzunehmen – zum Beispiel über grünes Gemüse, Quinoa, Haferflocken oder magnesiumreiches Mineralwasser – statt auf Nahrungsergänzungsmittel zu setzen.
Ist der Blutdruck vor allem stressbedingt erhöht, können Entspannungs- und Atemtechniken helfen, ihn kurzfristig zu senken. Ein allgemeines Hausmittel, das zuverlässig und schnell gegen Bluthochdruck wirkt, gibt es jedoch nicht.
Meditation kann dabei helfen, den Blutdruck zu senken – vor allem dann, wenn sie regelmässig praktiziert wird. Ähnlich wie andere Entspannungsmethoden kann Meditation die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren und dadurch auch das Herz-Kreislauf-System entlasten. Wichtig ist jedoch, dass sie eine ärztlich verordnete Behandlung nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt.
Atemübungen können helfen, den Blutdruck zu senken – vor allem, wenn sie regelmässig und als Ergänzung zur bestehenden Therapie durchgeführt werden. Ein einfaches Beispiel ist die 4-6-10-Methode: Dabei atmet man 4 Sekunden ein, hält den Atem 6 Sekunden lang an und atmet dann für 10 Sekunden langsam aus. Aber auch andere Methoden wie Progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitsmeditation können helfen zur Ruhe zu kommen.
Intervallfasten kann sich positiv auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck auswirken. Ein häufiges Beispiel ist die 16:8-Methode: Dabei wird 16 Stunden gefastet und die Mahlzeiten werden innerhalb eines Essensfensters von 8 Stunden eingenommen.
Aber Achtung: Entscheidend ist nicht nur, wann man isst, sondern auch, was man isst. Eine ausgewogene und herzgesunde Ernährung bleibt zentral. Zudem gilt: Patientinnen und Patienten mit Herzproblemen sollten Intervallfasten nicht ohne ärztliche Absprache beginnen.
Kalium kann leicht blutdrucksenkend wirken. Kaliumreiche Lebensmittel sind zum Beispiel getrocknete Aprikosen, Kichererbsen, Spinat oder Kartoffeln.
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