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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Wie gesund lebt die Schweiz?

Ein bisschen mehr Bewegung, ein bisschen ausgewogener essen – auf den ersten Blick scheint es ganz einfach, den Lebensstil gesünder zu gestalten. Doch unsere Studie zeigt, dass die Realität oft anders aussieht: Von Zeitmangel über Stress bis hin zu emotionalen Belastungen gibt es zahlreiche Hürden, doch nicht alle Altersgruppen kämpfen mit den gleichen.

Mehr zur Studie
  • Datenquelle: YouGov-Internet-Panel, mit 115’000 validierten aktiven Mitgliedern
  • Stichprobengrösse: 1’501 Befragte
  • Grundgesamtheit: Schweizer Bevölkerung, von 18 bis 79 Jahren
  • Erhebungszeitraum: 17. bis 28. November 2025

Zum Studiensteckbrief 

Wie gesund ist eigentlich mein Lebensstil?
Diese Frage haben wir der Schweizer Bevölkerung im Rahmen unserer nationalen Studie gestellt. Das Ergebnis zeigt ein klares Bild: Nur 31 % der Befragten bewerten ihren Lebensstil als gesund, während sich die Mehrheit (67 %) als mittelmässig einschätzt. Viele erkennen also Verbesserungspotenzial – doch warum wird trotz dieser Selbsteinschätzung oft nichts verändert? Wir haben nachgeforscht.

Gesünder leben: Wo Schweizerinnen und Schweizer ansetzen möchten

Studienresultate_Optimierung
Studienresultate_Optimierung

Wo sehen die Befragten den grössten Handlungsbedarf, um ihren Lebensstil zu verbessern? Unsere Studie bringt die wichtigsten Prioritäten ans Licht:

  1. mehr körperliche Aktivität
  2. ausgewogenere Ernährung
  3. Stress reduzieren / mentale Gesundheit stärken

Interessant ist, dass das Thema Ernährung in allen Altersgruppen ähnlich stark vertreten ist. Hingegen zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den anderen Bereichen: Während Personen über 45 Jahren vor allem bei der körperlichen Aktivität Optimierungspotenzial sehen, legen jüngere Zielgruppen auch verstärkt Wert auf Schlaf und mentale Gesundheit.

Was treibt uns an, gesund zu leben?

Was motiviert die Schweizer Bevölkerung, einen gesunden Lebensstil zu führen? Die Antwort ist klar: Für über die Hälfte der Befragten steht die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit an erster Stelle. Dieser Aspekt ist mit Abstand der wichtigste Beweggrund. Dahinter folgen drei weitere Faktoren, die alle etwa gleich bedeutend sind:

  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Gewichtskontrolle oder Gewichtsreduktion
  • Prävention von Krankheiten

Im Gegensatz dazu spielen die Optimierung des äusseren Erscheinungsbildes und soziale Anerkennung für die Mehrheit nur eine untergeordnete Rolle.

Was hindert uns daran, gesund zu leben?

Die grössten Hindernisse für einen gesunden Lebensstil sind fehlende Motivation und Zeitmangel. Zusätzlich erschweren privater und beruflicher Stress sowie Schlafmangel für viele Menschen die Umsetzung gesunder Gewohnheiten. 

Bewegung und Ernährung: Was funktioniert schon, wo gibt es Hindernisse?

Viele der Befragten schätzen ihren Lebensstil als eher mittelmässig ein – weder besonders gesund noch völlig ungesund. Sie sind sich bewusst, dass es Verbesserungsmöglichkeiten geben würde, sei es bei der Ernährung oder der Bewegung. Was hält sie also davon ab, diese Optimierungen umzusetzen?

Studienresultate_Ernährung
Studienresultate_Ernährung

Darum ernährt sich die Schweiz nicht gesünder

Nur 35 % der Befragten gibt an, sich bereits heute ausgewogen zu ernähren. Doch woran scheitert es? Übergreifend sind die grössten Herausforderungen Zeitmangel, fehlende Motivation und beruflicher Stress. Es zeigen sich aber deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen.

  • 18- bis 29-Jährige: Diese Altersgruppe hat den tiefsten Anteil an ausgewogener Ernährung. Neben Zeitmangel und Stress nennt sie deutlich häufiger als andere Altersgruppen die hohen Kosten für gesunde Lebensmittel sowie fehlendes Wissen über Ernährung als Hindernisse.
  • 30- bis 44-Jährige: Vor allem Zeitmangel stellt in dieser Gruppe eine grosse Herausforderung dar. Neben beruflichem Stress spielen auch familiäre Verpflichtungen eine Rolle. Fehlende Motivation ist hingegen weniger ein Problem.
  • 45- bis 59-Jährige: Diese Altersgruppe liegt im Mittelfeld. Sie ernährt sich häufiger als die Jüngeren, aber seltener als die Älteren ausgewogen. Fehlende Motivation bleibt ein Problem, während Stress und Zeitmangel zwar weniger stark ausgeprägt sind als bei den Jüngeren, aber immer noch mehr als bei den Älteren.
  • 60- bis 79-Jährige: Diese Gruppe ernährt sich überdurchschnittlich ausgewogen. Zeitmangel und Stress sind kaum ein Thema, stattdessen ist fehlende Motivation die grösste Herausforderung.
Studienresultate_Bewegung
Studienresultate_Bewegung

Darum bewegt sich die Schweiz zu wenig 

Beim Thema Bewegung zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Ernährung: Nur 32 % der Befragten gibt an, sich bereits ausreichend zu bewegen. Zeitmangel und beruflicher Stress spielen auch hier eine wichtige Rolle als Hindernis, doch am häufigsten wird fehlende Motivation genannt.

Auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind ähnlich wie bei der Ernährung: Zeitmangel und beruflicher Stress nehmen mit zunehmendem Alter ab, während fehlende Motivation vor allem bei den Älteren ein grösseres Problem darstellt. Besonders interessant ist die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen: Sie hat den tiefsten Anteil an Personen, die sich ausgewogen ernähren. Das Thema Bewegung hingegen scheint bei ihnen stärker verankert zu sein. Den niedrigsten Wert bei ausreichender Bewegung zeigt die Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen.

Fehlen in der Schweiz gesundheitsfördernde Angebote?

Auch wenn fehlende Motivation und Zeitmangel oft als Hauptgründe für Schwierigkeiten bei der Optimierung von Bewegung und Ernährung genannt werden, stellt sich dennoch eine weitere Frage: Gibt es in der Schweiz zu wenige Angebote, um einen gesunden Lebensstil zu fördern?

Die Antwort scheint nicht primär in der Verfügbarkeit gesundheitsfördernder Angebote wie Sporteinrichtungen oder Ernährungsberatungen zu liegen. Immerhin bewerten 46 % der Befragten die Verfügbarkeit solcher Angebote als gut. Auch in der Gruppe, die die Verfügbarkeit durchschnittlich lediglich als mittelmässig einschätzt (51 %), neigt die Mehrheit zu einer eher positiven Bewertung.

Was würde Herr und Frau Schweizer zu einem gesünderen Lebensstil motivieren?

Rund ein Viertel der Befragten ist unsicher oder möchte keine Angaben dazu machen, welche zusätzlichen Anreize ihnen helfen könnten, gesundheitsfördernde Routinen langfristig beizubehalten. Ein Drittel nennt finanzielle Vergünstigungen als möglichen Motivationsfaktor – besonders in den jüngeren Altersgruppen. Mehr als ein Fünftel der Befragten erachtet persönliche Coachings als hilfreich, wobei dieses Bedürfnis vor allem in den älteren Altersgruppen stärker ausgeprägt ist.

Bei der Frage nach konkreten Hilfsmitteln zur Förderung der Motivation und einem erleichterten Einstieg in einen gesünderen Lebensstil stehen Apps für Ernährung und Bewegung sowie Selbsttests an oberster Stelle. Doch welche digitalen Tools bieten langfristig Unterstützung? Besonders beliebt scheint der Bereich Tracking zu sein: Schrittzähler-Apps, Smartwatches und Ernährungstagebücher werden als besonders hilfreich bewertet. Weniger relevant sind hingegen Chatbots, Onlineforen und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz.

38 % der Personen, die keine digitalen Hilfsmittel verwenden, geben mangelndes Vertrauen in solche Angebote als Hauptgrund dafür an. Dies verdeutlicht, dass neben der Funktionalität auch das Vertrauen in digitale Lösungen eine entscheidende Rolle spielt.

Fehlendes Wissen über einen gesunden Lebensstil wird zwar nur von wenigen als Hindernis genannt, spielt jedoch vereinzelt eine Rolle. Hinsichtlich der Angebote, die die Befragten nutzen würden, um ihr Wissen zu vertiefen, zeigt sich keine klare Präferenz. Etwa ein Viertel der Befragten nennt Videos, Apps, Informationsplattformen, gedruckte Materialien oder lokale Kurse als geeignete Optionen. Gleichzeitig gibt rund ein Fünftel an, keines der genannten Angebote nutzen zu wollen.

Interessant sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Jüngere Personen bevorzugen vor allem digitale Formate wie Podcasts, Videos und Apps, während ältere Befragte gedruckte Materialien als besonders hilfreich einschätzen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele ihren Lebensstil lediglich als mittelmässig bewerten und sowohl bei der Bewegung als auch bei der Ernährung Optimierungspotenzial sehen. Als Hauptfaktoren, die einer Verbesserung im Wege stehen, werden vor allem fehlende Motivation und Zeitmangel genannt. Doch die Studie zeigt auch: Nicht alle Altersgruppen kämpfen mit den gleichen Herausforderungen. So spielen zu hohe Kosten für gesunde Lebensmittel beispielsweise vermehrt bei den Jüngeren eine Rolle, familiäre Verpflichtungen sind vor allem bei den 30- bis 44-Jährigen relevant und Motivationsprobleme nehmen im Alter eher zu. 

Angebote für die Förderung eines gesunden Lebensstils scheinen grundsätzlich vorhanden zu sein, klare Favoriten gibt es jedoch keine. Auch bei den Informationsquellen und digitalen Hilfen zeigen sich wieder Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Umso wichtiger ist es deshalb, die verschiedenen Bedürfnisse zu berücksichtigen und sowohl thematisch als auch kanalbezogen unterschiedliche Angebote bereitzustellen, um möglichst viele Menschen gezielt zu erreichen.

Source: YouGov Switzerland 2025 © All rights reserved

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von Lara Brunner,

veröffentlicht am 25.02.2026


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