Ein bisschen mehr Bewegung, ein bisschen ausgewogener essen – auf den ersten Blick scheint es ganz einfach, den Lebensstil gesünder zu gestalten. Doch unsere Studie zeigt, dass die Realität oft anders aussieht: Von Zeitmangel über Stress bis hin zu emotionalen Belastungen gibt es zahlreiche Hürden, doch nicht alle Altersgruppen kämpfen mit den gleichen.
Wie gesund ist eigentlich mein Lebensstil?
Diese Frage haben wir der Schweizer Bevölkerung im Rahmen unserer nationalen Studie gestellt. Das Ergebnis zeigt ein klares Bild: Nur 31 % der Befragten bewerten ihren Lebensstil als gesund, während sich die Mehrheit (67 %) als mittelmässig einschätzt. Viele erkennen also Verbesserungspotenzial – doch warum wird trotz dieser Selbsteinschätzung oft nichts verändert? Wir haben nachgeforscht.
Wo sehen die Befragten den grössten Handlungsbedarf, um ihren Lebensstil zu verbessern? Unsere Studie bringt die wichtigsten Prioritäten ans Licht:
Interessant ist, dass das Thema Ernährung in allen Altersgruppen ähnlich stark vertreten ist. Hingegen zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den anderen Bereichen: Während Personen über 45 Jahren vor allem bei der körperlichen Aktivität Optimierungspotenzial sehen, legen jüngere Zielgruppen auch verstärkt Wert auf Schlaf und mentale Gesundheit.
Was motiviert die Schweizer Bevölkerung, einen gesunden Lebensstil zu führen? Die Antwort ist klar: Für über die Hälfte der Befragten steht die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit an erster Stelle. Dieser Aspekt ist mit Abstand der wichtigste Beweggrund. Dahinter folgen drei weitere Faktoren, die alle etwa gleich bedeutend sind:
Im Gegensatz dazu spielen die Optimierung des äusseren Erscheinungsbildes und soziale Anerkennung für die Mehrheit nur eine untergeordnete Rolle.
Die grössten Hindernisse für einen gesunden Lebensstil sind fehlende Motivation und Zeitmangel. Zusätzlich erschweren privater und beruflicher Stress sowie Schlafmangel für viele Menschen die Umsetzung gesunder Gewohnheiten.
Viele der Befragten schätzen ihren Lebensstil als eher mittelmässig ein – weder besonders gesund noch völlig ungesund. Sie sind sich bewusst, dass es Verbesserungsmöglichkeiten geben würde, sei es bei der Ernährung oder der Bewegung. Was hält sie also davon ab, diese Optimierungen umzusetzen?
Nur 35 % der Befragten gibt an, sich bereits heute ausgewogen zu ernähren. Doch woran scheitert es? Übergreifend sind die grössten Herausforderungen Zeitmangel, fehlende Motivation und beruflicher Stress. Es zeigen sich aber deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen.
Beim Thema Bewegung zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Ernährung: Nur 32 % der Befragten gibt an, sich bereits ausreichend zu bewegen. Zeitmangel und beruflicher Stress spielen auch hier eine wichtige Rolle als Hindernis, doch am häufigsten wird fehlende Motivation genannt.
Auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind ähnlich wie bei der Ernährung: Zeitmangel und beruflicher Stress nehmen mit zunehmendem Alter ab, während fehlende Motivation vor allem bei den Älteren ein grösseres Problem darstellt. Besonders interessant ist die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen: Sie hat den tiefsten Anteil an Personen, die sich ausgewogen ernähren. Das Thema Bewegung hingegen scheint bei ihnen stärker verankert zu sein. Den niedrigsten Wert bei ausreichender Bewegung zeigt die Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen.
Auch wenn fehlende Motivation und Zeitmangel oft als Hauptgründe für Schwierigkeiten bei der Optimierung von Bewegung und Ernährung genannt werden, stellt sich dennoch eine weitere Frage: Gibt es in der Schweiz zu wenige Angebote, um einen gesunden Lebensstil zu fördern?
Die Antwort scheint nicht primär in der Verfügbarkeit gesundheitsfördernder Angebote wie Sporteinrichtungen oder Ernährungsberatungen zu liegen. Immerhin bewerten 46 % der Befragten die Verfügbarkeit solcher Angebote als gut. Auch in der Gruppe, die die Verfügbarkeit durchschnittlich lediglich als mittelmässig einschätzt (51 %), neigt die Mehrheit zu einer eher positiven Bewertung.
Rund ein Viertel der Befragten ist unsicher oder möchte keine Angaben dazu machen, welche zusätzlichen Anreize ihnen helfen könnten, gesundheitsfördernde Routinen langfristig beizubehalten. Ein Drittel nennt finanzielle Vergünstigungen als möglichen Motivationsfaktor – besonders in den jüngeren Altersgruppen. Mehr als ein Fünftel der Befragten erachtet persönliche Coachings als hilfreich, wobei dieses Bedürfnis vor allem in den älteren Altersgruppen stärker ausgeprägt ist.
Bei der Frage nach konkreten Hilfsmitteln zur Förderung der Motivation und einem erleichterten Einstieg in einen gesünderen Lebensstil stehen Apps für Ernährung und Bewegung sowie Selbsttests an oberster Stelle. Doch welche digitalen Tools bieten langfristig Unterstützung? Besonders beliebt scheint der Bereich Tracking zu sein: Schrittzähler-Apps, Smartwatches und Ernährungstagebücher werden als besonders hilfreich bewertet. Weniger relevant sind hingegen Chatbots, Onlineforen und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz.
38 % der Personen, die keine digitalen Hilfsmittel verwenden, geben mangelndes Vertrauen in solche Angebote als Hauptgrund dafür an. Dies verdeutlicht, dass neben der Funktionalität auch das Vertrauen in digitale Lösungen eine entscheidende Rolle spielt.
Fehlendes Wissen über einen gesunden Lebensstil wird zwar nur von wenigen als Hindernis genannt, spielt jedoch vereinzelt eine Rolle. Hinsichtlich der Angebote, die die Befragten nutzen würden, um ihr Wissen zu vertiefen, zeigt sich keine klare Präferenz. Etwa ein Viertel der Befragten nennt Videos, Apps, Informationsplattformen, gedruckte Materialien oder lokale Kurse als geeignete Optionen. Gleichzeitig gibt rund ein Fünftel an, keines der genannten Angebote nutzen zu wollen.
Interessant sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Jüngere Personen bevorzugen vor allem digitale Formate wie Podcasts, Videos und Apps, während ältere Befragte gedruckte Materialien als besonders hilfreich einschätzen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele ihren Lebensstil lediglich als mittelmässig bewerten und sowohl bei der Bewegung als auch bei der Ernährung Optimierungspotenzial sehen. Als Hauptfaktoren, die einer Verbesserung im Wege stehen, werden vor allem fehlende Motivation und Zeitmangel genannt. Doch die Studie zeigt auch: Nicht alle Altersgruppen kämpfen mit den gleichen Herausforderungen. So spielen zu hohe Kosten für gesunde Lebensmittel beispielsweise vermehrt bei den Jüngeren eine Rolle, familiäre Verpflichtungen sind vor allem bei den 30- bis 44-Jährigen relevant und Motivationsprobleme nehmen im Alter eher zu.
Angebote für die Förderung eines gesunden Lebensstils scheinen grundsätzlich vorhanden zu sein, klare Favoriten gibt es jedoch keine. Auch bei den Informationsquellen und digitalen Hilfen zeigen sich wieder Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Umso wichtiger ist es deshalb, die verschiedenen Bedürfnisse zu berücksichtigen und sowohl thematisch als auch kanalbezogen unterschiedliche Angebote bereitzustellen, um möglichst viele Menschen gezielt zu erreichen.
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