Früh entstanden oder erst später entwickelt? Der Zeitpunkt einer Nussallergie verrät oft viel über ihre Ursache. Beginnt sie im Kindesalter, handelt es sich meist um eine primäre, lebenslange Allergie. Tritt sie erst im Erwachsenenalter auf, liegt häufig eine sekundäre Allergie vor – oft als Kreuzallergie, etwa im Zusammenhang mit Pollen.
«Bei einer Nussallergie stuft das Immunsystem bestimmte Eiweisse in Nüssen als gefährlich ein», erklärt Pia Teichmann, Ernährungswissenschaftlerin. «Es reagiert mit einer Abwehrreaktion, die meist kurz nach dem Kontakt einsetzt. Diese kann lokal begrenzt sein oder den ganzen Körper betreffen», führt sie weiter aus. Einige allergieauslösende Eiweisse sind sehr stabil. Hitze oder Verdauung verändern diese Eiweisse kaum. Deshalb können Nüsse sowohl roh als auch verarbeitet Symptome auslösen.
Bei Verdacht auf eine Nussallergie führt die Ärztin oder der Allergologe zunächst ein ausführliches Gespräch. Dabei können auch Ernährungs- und Symptomprotokolle zum Einsatz kommen. Haut- oder Bluttests können weitere Hinweise liefern. In spezialisierten Zentren sind zudem überwachte Provokationstests möglich.
Nussallergie-Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist nicht nur, was auftritt, sondern auch wo und wie schnell. Bei der primären Allergie fallen die Symptome meist stärker aus als bei der sekundären Allergie. Wichtig ist, dass nicht nur der Verzehr von Nüssen oder Erdnüssen, sondern auch das Berühren der Mundschleimhaut oder das Einatmen von kleinen Nussteilchen bei Personen mit einer Nussallergie Symptome auslösen kann.
Die Haut reagiert besonders empfindlich auf allergische Prozesse. Häufige Zeichen sind:
Solche Nussallergie-Symptome an der Haut sind oft erste Warnzeichen. Auch dann, wenn sie zunächst harmlos wirken.
«Treten die Beschwerden im Mund oder Hals auf, sind das ernst zu nehmende Reaktionen. Vor allem, wenn es durch eine Schwellung der Atemwege zu Atemnot kommt», erklärt Pia Teichmann. Dazu gehören:
Diese Nussallergie-Symptome im Hals können auf eine stärkere Reaktion hindeuten und sollten unbedingt ernst genommen werden.
aha!-Produkte berücksichtigen gezielt Allergien und Unverträglichkeiten und werden unabhängig geprüft. Wichtig: Nur Produkte wählen, die ausdrücklich als nussfrei gekennzeichnet sind und immer die Zutatenliste lesen.
Manchmal bleibt eine allergische Reaktion nicht auf einen einzelnen Bereich beschränkt. Stattdessen reagiert der ganze Körper. Dann können zum Beispiel Magen und Darm mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen reagieren. Auch der Kreislauf kann betroffen sein. In seltenen, aber schweren Fällen kann es zu einer Anaphylaxie, einer schweren allergischen Gesamtreaktion, kommen. Nüsse zählen zu den häufigen Auslösern solcher Reaktionen. Die Symptome breiten sich dabei rasch im ganzen Körper aus. Mögliche Folgen sind Atemnot, starker Schwindel, ein plötzlicher Blutdruckabfall und ein Kreislaufstillstand. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.
Eine Nussallergie bei Kindern zeigt sich oft früh im Leben. Anders als bei einigen anderen Nahrungsmittelallergien bleibt sie häufig ein Leben lang bestehen. Für die Eltern bedeutet das:
«Bei einer bestehenden Pollenallergie kann es allergische Kreuzreaktionen auf Nüsse geben. Das ist die sekundäre Nussallergie. Hier sind die Symptome meist geringer als bei einer primären Nussallergie», so die Ernährungswissenschaftlerin.
Nicht jede Nussallergie betrifft automatisch alle Nussarten. Eine fachärztliche Abklärung hilft, festzulegen, was gemieden werden muss und was weiterhin verträglich ist. Es sollten nur die Nüsse gemieden werden, auf die man auch allergisch ist.
Wichtig zu wissen: Man kann nicht nur auf botanisch gesehen „echte“ Nüsse allergisch sein. Es können auch Schalenfrüchte oder Hartschalenobst die Auslöser sein. Laut Lebensmittelinformationsverordnung sind diese Nüsse zu kennzeichnen: Dazu zählen Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse und Queenslandnüsse. Ausserdem kann man auch auf Erdnüsse allergisch sein. Diese gehören jedoch zur Familie der Hülsenfrüchte. Umgangssprachlich wird diese Allergie oft auch als Nussallergie bezeichnet.
Eine Nussallergie beeinflusst den Alltag der Betroffenen. Wichtig ist ein bewusster Umgang mit Zutatenlisten, gezielte Rückfragen im Restaurant sowie ein klarer Notfallplan. Und das, abgestimmt mit medizinischem Fachpersonal.
Nüsse, Schalenfrüchte oder Hartschalenobst gehören in der Schweiz und in der EU zu den deklarationspflichtigen Allergenen. Werden sie in einem Lebensmittel verwendet, müssen sie in der Zutatenliste klar benannt und optisch hervorgehoben sein. Etwa durch Fettschrift oder Grossbuchstaben.
Zusätzlich weisen viele Produkte auf mögliche unbeabsichtigte Spuren hin, die während der Herstellung entstehen können. Ab einer Menge von über einem Gramm pro Kilogramm ist dieser Hinweis verpflichtend. Solche Hinweise müssen nach der Zutatenliste, zum Beispiel als «kann Nüsse enthalten», erwähnt werden.
Dabei kommen teilweise auch Sammelbegriffe wie Nüsse, Schalenfrüchte oder Hartschalenobst zum Einsatz. Für Menschen mit einer Nussallergie ist es deshalb wichtig, Zutatenlisten stets aufmerksam zu lesen.
Weitere Informationen zur Deklaration von Allergenen in Lebensmitteln.
Die Symptome einer Nussallergie reichen von Hautreaktionen und Beschwerden im Mund- und Halsbereich bis zu Magen-Darm- oder Kreislaufproblemen und einem allergischen Schock. Sie setzen meist kurz nach dem Kontakt mit Nüssen ein und können in ihrer Stärke variieren.
Typisch ist ein schneller Beginn der Beschwerden nach dem Verzehr oder Kontakt: etwa Juckreiz, Schwellungen oder ein pelziges Gefühl im Mund. Wie stark die Nussallergie ausfällt, ist individuell sehr unterschiedlich. Es können weitere Symptome auftreten.
Bei bekannten Allergien richtet sich die Akutbehandlung nach dem individuellen Notfallplan. Dieser kann Medikamente enthalten, die allergische Reaktionen abschwächen oder stoppen. Entscheidend ist, dass Betroffene vorbereitet sind und im Notfall rasch handeln können.
Gemieden werden müssen die Nussarten, auf die man allergisch reagiert. Auch Lebensmittel, die diese Nüsse enthalten oder verunreinigt sein können. Zutatenlisten sind deshalb unerlässlich, ebenso Vorsicht bei unverpackten Produkten oder im Restaurant.
Das hängt von der jeweiligen Allergie ab. Kastanien zählen nicht zu den typischen Nussallergien, können aber bei manchen Menschen Probleme verursachen. Sie können insbesondere bei einer bestehenden Latexallergie Kreuzreaktionen auslösen. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig, bevor Kastanien auf dem Speiseplan landen.