Tattoos gelten als cool und sexy. Sie wollen aber gut überlegt sein. Denn die Hautbilder später entfernen zu lassen, ist aufwändig und schmerzhaft.
Tätowierungen liegen im Trend. Mehr als ein Viertel der Männer und Frauen zwischen 25 und 35 Jahren tragen welche. Aber auch immer mehr ältere Menschen bis zu 70 Jahren wollen sich Leitsprüche, den Namen des oder der Liebsten, römische Zahlen oder fotorealistische Bilder in die Haut stechen lassen. Wer es wagt, dem wird Respekt gezollt. Schliesslich braucht es Mut, sich für etwas Bleibendes zu entscheiden und die Nadelstiche zu ertragen.
Tatsächlich gravieren sich die Bekenntnisse ein. Mit einer oder mehreren Nadeln werden Farbpartikel ein bis zwei Millimeter tief in die Lederhaut, die Dermis, gestochen und bleiben dort konserviert – ein Leben lang. Genau dies aber kann zum Problem werden. Viele Menschen bereuen ihre Tätowierungen. Ihnen gefällt nicht mehr, was sie noch vor ein paar Jahren als chic empfanden. Oder die Hautbilder werden als unpassend eingestuft. So sind in einigen Ausbildungsberufen, etwa bei Flight Attendants, sichtbare Tattoos unerwünscht.
Tätowierungen lassen sich zwar mit Laserstrahlen entfernen. Dies aber ist aufwändig und teuer, sagt Dermatologe Wolfgang Thürlimann. Es können zehn oder mehr Sitzungen notwendig sein; das kann mehrere tausend Franken kosten. Wie erfolgreich eine Entfernung ist, hängt von der Grösse des Tattoos, den Farben und der Farbintensität ab. Bei schwarz ist es am einfachsten. Oft aber bleiben auch hier Spuren zurück. Ein leuchtendes Gelb oder Orange ist kaum zu entfernen. Bei beige oder rosa rät Thürlimann vom Lasern ab, weil alles dunkelgrün wird und dieser Farbton wiederum mühsam entfernt werden muss.
Hinzu kommt, dass die Prozedur schmerzhaft ist. Die Laserpulse fühlen sich auf der Haut wie heisse Fettspritzer an. Anästhesierende Cremes machen die Behandlung mehr oder weniger erträglich. Bei dunklen Zonen wird das Licht stark absorbiert. Es entsteht grosse Hitze, die eher schmerzt. Bei hellen Farben oder Bereichen, die bereits aufgehellt wurden, tut es weniger weh.
Wichtig zu wissen: Tätowierungen können sich auch über Muttermalen befinden. Diese werden beim Lasern teilweise mitentfernt und gehen, weil weniger sichtbar, bei Kontrollen vergessen. Bösartige Hautkrebse, insbesondere das Melanom, werden so vielleicht zu spät erkannt. Eine ärztliche Kontrolle und Nachsorge ist bei der Laserbehandlung deshalb notwendig. Tattoos also am besten von spezialisierten Hautärzten oder Hautärztinnen entfernen lassen.
«Think before you ink», nachdenken, bevor man zur Tinte greift, heisst es deshalb selbst in Tätowierstudios. Ein seriöses berät seine Kunden und achtet darüber hinaus auf penibelste Hygiene. Wird diese eingehalten, birgt das Tätowieren selbst meistens keine Gefahr. Allergische Reaktionen auf Farbstoffe sind selten. Gefährlicher sind hier temporäre Henna-Tattoos. Was als harmlose Alternative zu dauerhaften Hautbildern angepriesen wird, kann schwere Allergien auslösen.