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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Abnehmen verändert weit mehr als nur das Aussehen

Abnehmen bedeutet weit mehr, als nur die Zahl auf der Waage zu reduzieren. Für Menschen, die mit Übergewicht oder Adipositas leben, kann eine Gewichtsreduktion positive Veränderungen im körperlichen und psychischen Wohlbefinden mit sich bringen. Ein Überblick.

Warum wollen wir abnehmen?

Warum wollen wir eigentlich abnehmen: Wollen wir besser aussehen oder uns gesünder fühlen? Gemäss unserer aktuellen, schweizweit durchgeführten Befragung (Source: YouGov Switzerland 2025 © All rights reserved ) liegt der Fokus klar auf der Verbesserung der eigenen Gesundheit – sowohl bei Menschen die mit Übergewicht leben, als auch bei Menschen, die mit Adipositas leben. Weitere beliebte Ziele sind:

  • Erhöhung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Vorbeugung oder Reduktion von Krankheiten
  • Steigerung von körperlicher Leistungsfähigkeit und Mobilität

Erst danach folgt die Aussage, dass Betroffene gerne ihr äusseres Erscheinungsbild verbessern möchten – noch mit einer tiefen Zustimmung von 20 %. 

Mögliche körperliche Vorteile einer Gewichtsreduktion

Bei Menschen, die mit Übergewicht oder Adipositas leben, kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkprobleme erhöht sein. Eine Gewichtsreduktion kann darum vielfältige Vorteile für die körperliche Gesundheit mit sich bringen.

Mehr zu den Folgen von Adipositas und Übergewicht

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine grössere Körpermasse bedeutet für das Herz eine erhöhte Belastung, da es mehr Blut und Sauerstoff durch den Körper pumpen muss. Bei Menschen, die mit Übergewicht leben, werden häufiger erhöhte Blutdruckwerte sowie erhöhte Blutfettwerte wie Cholesterin und Triglyceride beobachtet. Diese Faktoren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche oder Herzinfarkt deutlich steigern, da der Herzmuskel durch die dauerhafte Überlastung schneller geschädigt wird. 

Mehr dazu: Wie Übergewicht und Adipositas die Herzgesundheit beeinflussen

Studien deuten darauf hin, dass bereits eine Gewichtsreduktion von nur 5 % sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken und erste Verbesserungen der kardiovaskulären Risikofaktoren bewirken kann. Die Studien legen ausserdem nahe, dass ein Gewichtsverlust von 5 bis 10 % den Blutdruck senken, das «gute» HDL-Cholesterin erhöhen und die Triglyceridwerte deutlich reduzieren kann. 

Diabetes

Ein hoher Fettanteil, insbesondere viszerales (Bauch-)Fett, kann das Hormongleichgewicht stören und zu Insulinresistenz führen. Eine Reduktion dieses Fetts kann die körpereigene Insulinproduktion wieder verbessern oder dazu beitragen, dass injiziertes Insulin besser verarbeitet wird. 

Diabetes Typ 2 zeigt eine deutliche Verbindung zwischen Übergewicht und Krankheitsverlauf. Studien deuten darauf hin, dass eine deutliche Gewichtsreduktion bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in bestimmten Fällen eine Remission ermöglichen kann – also einen Zustand, in dem der Blutzucker langfristig auf ein nicht-diabetisches Niveau sinkt. Diese Ergebnisse stammen aus spezifischen, intensiv betreuten Studiengruppen und sind nicht auf alle Menschen übertragbar. Darüber hinaus kann aufgrund der Studienresultate angenommen werden, dass bereits eine moderate Gewichtsreduktion das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich senken kann – auch wenn der genaue Effekt je nach Person und Ausgangslage variiert.

Auch bei Prä-Diabetes, der Vorstufe von Typ-2-Diabetes, kann eine Gewichtsreduktion grosse Auswirkungen haben. Studien deuten darauf hin, dass bereits eine Abnahme von mindestens 5 % des Körpergewichts bei einigen Betroffenen dazu führen kann, dass Prä-Diabetes nicht mehr nachweisbar ist. Zudem kann auch das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, gesenkt werden.

Neben der Gewichtsabnahme spielen auch ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung eine zentrale Rolle. Diese Faktoren unterstützen nicht nur die Blutzuckerkontrolle, sondern tragen auch dazu bei, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Gelenke und Arthritis

Die Belastung der Gelenke wird bei Bewegung verstärkt, unabhängig vom Körpergewicht. Das heisst, beim Laufen oder Treppensteigen wirkt ein Mehrfaches des Körpergewichts auf die Gelenke. Übergewicht erhöht diese Belastung jedoch zusätzlich und führt durch höhere Entzündungswerte im Körper zu weiteren negativen Effekten auf die Gelenke, was das Risiko für Beschwerden wie Arthrose steigern kann.

  • Belastung der Gelenke: Schon eine geringe Gewichtsreduktion kann die Belastung der Knie deutlich verringern. Und je mehr Gewicht abgenommen wird, desto grösser ist der positive Effekt.
  • Entzündungen: Eine Reduktion des Fettgewebes senkt die Entzündungswerte im Körper, was sich positiv auf entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) auswirkt. Selbst kleine Gewichtsverluste können bereits spürbare Verbesserungen bewirken.
  • Abnutzung des Knorpels: Durch eine Gewichtsreduktion wird die Abnutzung des Knorpels vermindert, wodurch die Krankheitsprogression verlangsamt wird. Je mehr Gewicht verloren geht, desto besser für die langfristige Gelenkgesundheit.

Schlaf

Schlafprobleme können Prozesse beeinträchtigen, die zur Gewichtszunahme beitragen, während Übergewicht die Schlafqualität zusätzlich erschweren kann. Eine Gewichtsabnahme kann dazu beitragen, körperliche Belastungen wie Atemprobleme im Schlaf zu verringern, was sich positiv auf die Schlafsituation und das Wohlbefinden auswirken kann. Eine erholsamere Nachtruhe kann wiederum Energie, Konzentration und Produktivität unterstützen und den Alltag erleichtern.

Weitere gesundheitliche Vorteile

  • Verdauung: Abnehmen kann eine gesunde Darmflora fördern, indem es beispielsweise die Vielfalt und Ausgewogenheit der Bakterien verbessert, schädliche Bakterien reduziert und nützliche stärkt. Dies kann die Darmgesundheit unterstützen, Entzündungen senken und das Risiko für Stoffwechselerkrankungen sowie Darmprobleme verringern.
  • Hormone: Der Hormonhaushalt steuert unter anderem Hunger, Sättigung und Fettverbrennung. Bei Personen, die mit Adipositas leben, ist diese Regulation oftmals gestört, was das Abnehmen zusätzlich erschwert. Eine Gewichtsreduktion in Kombination mit einem gesunden Lebensstil kann dabei helfen, den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
    Mehr erfahren: Die Macht der Hormone: So beeinflussen sie dein Gewicht
  • Atmung: Gewichtsverlust kann bei Personen mit Adipositas die Lungenfunktion verbessern.

Mögliche psychische und soziale Vorteile einer Gewichtsreduktion

Gewichtsreduktion bringt nicht nur körperliche Vorteile, sondern kann sich auch positiv auf die psychische Gesundheit, den Alltag und das soziale Leben auswirken.

  • Gehirnchemie und Stimmung:
    Gewichtsverlust kann hormonelle Ungleichgewichte und Entzündungen reduzieren, wodurch Serotonin- und Dopaminspiegel stabilisiert werden. 
  • Körperliche Symptome und psychische Gesundheit:
    Weniger Müdigkeit, besserer Schlaf und reduzierte Entzündungen können depressive Verstimmungen lindern und das allgemeine Wohlbefinden stärken.
  • Sport und positive Kreisläufe:
    Mehr Bewegung während der Gewichtsabnahme kann die Stimmung heben, das Selbstwertgefühl steigern und zu anhaltender Veränderung motivieren.
  • Reduzierung psychischer Belastungen:
    Gewichtsverlust kann dazu beitragen, das Risiko für depressive Verstimmungen und Angstzustände zu reduzieren und die Schlafqualität zu verbessern, was emotionale Stabilität fördert.
  • Selbstwertgefühl und Körperbild:
    Ein positiveres Körperbild und gesteigertes Selbstwertgefühl stärken das Wohlbefinden und können negative Emotionen wie Wut und Anspannung reduzieren.
  • Alltag und soziale Interaktionen:
    Mehr Energie und bessere Beweglichkeit können dazu beitragen, den Alltag aktiver zu gestalten – sei es beim Spielen mit den Kindern, einem Spaziergang mit Freunden oder Aktivitäten, die früher schwerer fielen. Viele Menschen fühlen sich dadurch wieder in das soziale Leben integriert.
  • Stigmatisierung und gesellschaftliche Dimension:
    Menschen, die mit Übergewicht oder Adipositas leben, werden oft mit gesellschaftlichen Vorurteilen konfrontiert. Denn: Noch immer fehlt bei vielen das Verständnis dafür, dass es sich dabei um eine komplexe, vielschichtige Erkrankung handelt. Diese Stigmatisierung kann Stress auslösen, die psychische Gesundheit belasten und gar dazu führen, dass Menschen die notwendige Unterstützung nicht in Anspruch nehmen. Eine Gewichtsreduktion kann dabei helfen, den Einfluss von Stigmatisierung zu reduzieren. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Betroffenen keine Schuld an dieser Situation tragen. Stigmatisierung aufgrund des Körpergewichts ist ein gesellschaftliches Problem, das dringend angegangen werden muss – durch Aufklärung, Empathie und den Abbau von Vorurteilen.

Aber aufgepasst: Gewichtsverlust kann auch negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, wenn er nicht auf eine gesunde Weise erfolgt. Extreme Diäten, übermässige Kalorienrestriktion oder exzessiver Sport können Stress, Angstzustände und gestörtes Essverhalten begünstigen.

Fazit

Gewichtsreduktion ist kein Sprint – und sie bedeutet weit mehr als eine veränderte Silhouette. Schon kleine Schritte können das Herz entlasten, die Gelenke schonen, den Schlaf verbessern und das psychische Wohlbefinden stärken. Die grössten Gewinne zeigen sich oft nicht auf der Waage – sondern im Alltag: mehr Energie, mehr Lebensfreude, mehr Teilhabe. Denn Gesundheit zeigt sich nicht nur im Äusseren – sie ist vor allem ein Gefühl.

Unterstützung auf deinem Weg

Jeder Weg zu mehr Gesundheit ist individuell – und man muss ihn nicht alleine gehen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann dabei helfen, den richtigen ersten Schritt zu finden, persönliche Ziele zu setzen und Betroffene auf dem Weg zu begleiten. 

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von Lara Brunner,

veröffentlicht am 25.03.2026


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