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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Übergewicht und Adipositas im Alter: Warum wir zunehmen – und was wirklich hilft

Viele Menschen nehmen mit zunehmendem Alter an Gewicht zu, selbst wenn ihr Lebensstil gleich bleibt. Warum das so ist, welche Gesundheitsrisiken entstehen und was wirklich hilft, um das Gewicht langfristig zu stabilisieren.

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper: Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Hormonbalance verschiebt sich, und die Muskelmasse nimmt ab. Diese Prozesse können zu einer Gewichtszunahme führen.

Übergewicht und Adipositas im Alter bergen ernsthafte Gesundheitsrisiken. Sie erhöhen nicht nur die Wahrscheinlichkeit für zahlreiche Erkrankungen, sondern können die Lebenserwartung um bis zu 20 Jahre verkürzen. Ein gezielter Gewichtsverlust hingegen kann das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich reduzieren und selbst bei bestehenden Krankheiten die Gesundheit spürbar verbessern.

Wie verändert sich das Gewicht im Alter?

Unsere schweizweite Studie aus dem Jahr 2025, durchgeführt mit YouGov, liefert aktuelle Erkenntnisse: Während bei jungen Erwachsenen im Alter von 18–29 Jahren 69 % als normalgewichtig gelten (bemessen anhand des BMI), sinkt dieser Anteil bei den 60–79-Jährigen auf nur 40 %. Gleichzeitig steigt der Anteil der Personen mit Übergewicht und Adipositas im höheren Alter stark an: 39 % sind übergewichtig und 17 % leben mit Adipositas. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass präventive Massnahmen frühzeitig einsetzen sollten.

Ein zentraler Punkt ist: Der Übergang von Normalgewicht zu Übergewicht beginnt nicht erst im hohen Alter. Bereits ab etwa 30 Jahren nimmt das Körpergewicht bei vielen Menschen zu, wie die Studienergebnisse oben zeigen.

Source: YouGov Switzerland 2025 © All rights reserved
Mehr zur Studie: impuls.migros.ch/adipositas-studie

Wie gesund leben wir im Alter?

39 % der 60–79-Jährigen schätzen ihren Lebensstil als gesund ein. Tatsächlich ernährt sich diese Altersgruppe häufiger ausgewogen als alle jüngeren Generationen. Auch die körperliche Aktivität ist bei den über 60-Jährigen oft besser ausgeprägt als bei den mittleren Altersgruppen. Dennoch gibt es Optimierungspotenzial, insbesondere in Bezug auf Bewegung und Motivation. Die Studie zeigt, dass fehlende Motivation bei der Altersgruppe von 45 bis 79 Jahren ein häufiger Grund für Bewegungsmangel ist.

Weitere Informationen: Wie gesund lebt die Schweiz

Die emotionale Last der Stigmatisierung: Jüngere leiden stärker

Auch hier liefert die Studie aktuelle Ergebnisse: Mit dem Alter nimmt der Anteil der Personen zu, bei denen Stigmatisierung keinen Einfluss auf das Selbstvertrauen hat. Die jüngste Altersgruppe (18-29 Jahre) leidet emotional am stärksten unter den Folgen ihrer körperlichen Konstitution. Sie kämpfen am häufigsten mit Scham, Traurigkeit, Angst und Stress.

Mehr erfahren: Was weiss die Schweiz und wie verbreitet ist Stigmatisierung? 
 

Warum nehmen wir im Alter zu?

Gewichtszuname im Alter hat meist mehrere Ursachen:

  • Abbau von Muskeln: Mit den Jahren baut der Körper Muskeln ab. Muskeln verbrauchen Energie. Weniger Muskeln bedeutet somit auch weniger Kalorienverbrauch. Jetzt weiterlesen: Ab welchem Alter der Muskelabbau beginnt und was man tun kann. 
  • Hormonelle Veränderungen: Unsere Hormone beeinflussen Hunger, Sättigung und Fettverteilung. Besonders bei Frauen spielen die Wechseljahre eine wichtige Rolle. Die Menge und Funktion der Hormone in unserem Blut entscheiden darüber, wie sich unser Gewicht verändert und wie leicht oder schwer Abnehmen gelingt. Mehr zum Thema: So beeinflussen Hormone unser Gewicht.
  • Weniger Bewegung: Mit zunehmendem Alter nimmt die Bewegung tendenziell ab. Zwar erfüllen rund 75 % der Erwachsenen die Bewegungsempfehlungen, doch ab etwa 65 Jahren nimmt die körperliche Aktivität wieder ab. Gleichzeitig steigt der Anteil der Personen, sie sich kaum oder gar nicht bewegen (Quelle: ind.obsan.admin.ch).
  • Veränderung im Stoffwechsel: Im mittleren Alter neigen wir dazu, schneller zuzunehmen, da sich der Stoffwechsel verlangsamt. Der Körper wechselt von Wachstum auf den Erhalt der Körpermasse, verbraucht weniger Energie, baut Muskelmasse ab und lagert mehr Fett ein.

Bauchfett: Warum es im Alter besonders wichtig wird

Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur das Gewicht, sondern auch die Fettverteilung im Körper. Fett sammelt sich zunehmend im Bauchbereich, sogenanntes Bauchfett (viszerales Fett). Männer haben von Natur aus früher mehr Bauchfett, während Frauen vor allem rund um die Menopause einen starken Anstieg erleben. Dieses Fett kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Der Bauchumfang ist deshalb ein wichtiger Zusatzindikator neben dem Körpergewicht auf der Waage.

Mehr erfahren: Körperfett-Anteil messen und berechnen.

Welche gesundheitlichen Risiken verursacht Übergewicht im Alter?

Was erschwert es dir, im Alter dein Gewicht zu halten?

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Was erschwert es dir, im Alter dein Gewicht zu halten? ( Teilnehmer)

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Übergewicht und Adipositas im Alter sind mit einer Vielzahl von Gesundheitsrisiken verbunden:

  • Bluthochdruck: Ein häufiges Problem bei älteren Menschen mit Übergewicht. Mehr dazu hier.
  • Diabetes Typ 2: Übergewicht ist ein Hauptauslöser für Diabetes im Alter. Weiterführende Informationen.
  • Erhöhte Cholesterinwerte: Ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr erfahren.
  • Fettleber: Übergewicht begünstigt die Bildung einer Fettleber. Zu den Symptomen und Behandlung.
  • Arteriosklerose: Übergewicht fördert die Bildung von Plaques (Ablagerungen) in den Arterien.
  • Gelenkerkrankungen: Übergewicht belastet Knie, Hüfte und Wirbelsäule, was die Mobilität einschränkt. Was Arthrose ist und wie sie entsteht
  • Schlafapnoe: Übergewicht gehört zu den Hauptrisikofaktoren einer Schlafapnoe. Betroffene erleben wiederholte und langanhaltende Atemaussetzer im Schlaf, die die Erholung stören und gesundheitliche Risiken erhöhen.
  • Erhöhtes Sturzrisiko: Muskelabbau und Übergewicht schwächen die Stabilität und verursachen häufiger Stürze.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Es gibt Hinweise für Zusammenhänge zwischen Adipositas und Gedächtnisproblemen im Alter. Mehr erfahren.

Was hilft bei Übergewicht und Adipositas im Alter wirklich?

Der Weg zu einem gesunden Gewicht im Alter beginnt mit kleinen, machbaren Schritten:

  1. Bewegung: Wähle Aktivitäten, die Freude bereiten, wie Spaziergänge, Tanzen oder Schwimmen. Regelmässige Bewegung hilft nicht nur beim Gewichtsmanagement, sondern stärkt auch Muskeln und Knochen. Tipps für mehr Bewegung im Alltag
  2. Ernährung: Setze auf eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln, Vollkornprodukten und gesunden Fetten. Achte auch auf eine Ernährung mit genügend Eiweiss. Ein Bedarf von rund 0,8 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht lässt sich durch eine gezielte Auswahl an Lebensmitteln decken. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE haben ältere Erwachsene einen erhöhten Proteinbedarf. Sie sollten täglich mindestens 1,0–1,2 g Protein pro Kilogramm ihres Körpergewichts zu sich nehmen. Proteinreiche Lebensmittel sind etwa Eier, Fleisch, Fisch, Tofu, Käse oder Quark. Auf stark verarbeitete Lebensmittel und übermässigen Zuckerkonsum sollte man möglichst verzichten. Weitere Ernährungsempfehlungen für ältere Erwachsene.
  3. Unterstützung: Tausch dich mit Familie, Freunden oder Gleichgesinnten aus. Gemeinsam fällt es oft leichter, motiviert zu bleiben. Auch eine professionelle Beratung durch Ernährungsberater oder Ärztinnen kann hilfreich sein.
  4. Motivation: Setze realistische Ziele und belohnen dich für Fortschritte. Kleine Erfolge sind genauso wichtig wie grosse Veränderungen.

Fazit: Es ist nie zu spät, etwas zu verändern

Übergewicht und Adipositas im Alter sind weit verbreitet und haben vor allem biologische Ursachen. Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechsel, Hormone und Muskelmasse. Das macht das Gewichtsmanagement schwieriger, aber nicht unmöglich. Kleine, kontinuierliche Veränderungen im Lebensstil können langfristig grosse Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität haben.

Impulse für ein gesünderes Leben
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  • Unser Gehirn bevorzugt Gewohnheiten, da sie Energie sparen und Sicherheit bieten. Veränderungen sind oft mühsam, doch mit passenden Strategien lassen sich neue Routinen einfach etablieren. Weiterlesen: So machst du dein Gehirn fit für neue Gewohnheiten
  • Es ist Zeit, Gewicht neu zu betrachten – ohne Klischees und Vorurteile. Entdecke alles Wissenswerte über Übergewicht und Adipositas. Von Ursachen und Folgen bis hin zu effektivem Gewichtsmanagement: https://www.meingewichtverstehen.ch.
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von Carmen Schmidli,

veröffentlicht am 16.04.2026


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