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Gesünder leben?

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New Year, new me: So werden aus Vorsätzen neue Routinen

Schlechte Gewohnheiten ablegen, neue Routinen einführen: Klingt einfach, braucht aber einen Plan und vor allem Geduld. Diese Strategien können dir dabei helfen.

Abnehmen, mehr Sport machen und mit dem Rauchen aufhören – das waren in den letzten beiden Jahren die Top-3-Neujahrsvorsätze der iMpuls-Nutzerinnen und Nutzer. Diese Trends spiegeln sich auch in einer Studie wieder, die 2023 im Auftrag von Galaxus durchgeführt wurde. Laut der Umfrage haben 59,1 % der Schweizerinnen und Schweizer aktuell oder regelmässig Vorsätze, was deutlich mehr ist als in den Nachbarländern. Besonders beliebt sind Themen wie Ernährung, Sport und Finanzen.

Fresh Start Effect: Warum wir an Neujahr Vorsätze fassen

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Neues Jahr, neue Vorsätze. Aber warum brauchen wir eigentlich ein Ereignis wie der Beginn eines neuen Jahres, um uns neue Ziele zu setzen? Theoretisch könnte man dies ja an jedem beliebigen Tag machen.

In der Psychologie wird dieses Phänomen als «Fresh Start Effect» bezeichnet. Zeitliche Meilensteine wie Neujahr, Geburtstage, Montage oder der erste Tag eines Monats werden oft als Gelegenheit für einen Neuanfang betrachtet. Diese besonderen Momente schaffen eine klare Trennlinie zwischen dem «Davor» und dem «Danach». Das alte Kapitel wird symbolisch geschlossen, und ein neues geöffnet. Die Vorstellung, mit einem frischen Start beginnen zu können, wirkt motivierend und gibt vielen Menschen das Gefühl, dass sie jetzt die Chance haben, ihre Gewohnheiten zu ändern oder lang ersehnte Ziele zu verfolgen.

Der «Fresh Start Effect» auf Google

Der «Fresh Start Effect» zeigt sich auch auf Google. Sobald die Weihnachtsfeiertage durch sind, steigt das Suchvolumen von Begriffen wie abnehmen oder Diät stark an. Der Effekt hält jedoch nicht lange an. Bereits ab Mitte Januar nimmt das Interesse wieder stark ab.

Die Vorbereitung: Worauf möchtest du dich im neuen Jahr fokussieren?

Der Standard: das konkrete Ziel

Je konkreter ein Ziel oder ein Neujahrsvorsatz definiert ist, desto einfacher lässt sich der Erfolg messen. Nimmst du dir beispielsweise vor, künftig drei Mal pro Woche Sport zu machen, kannst du am Sonntagabend ganz einfach beantworten, ob du dieses Ziel erreicht hast. Allerdings können solche starren Vorgaben auch einschränkend wirken, zusätzlichen Druck erzeugen und die Motivation mindern. Besonders dann, wenn die Umsetzung nicht so erfolgreich verläuft.

Die Alternative: Priorisiere dich selbst

Anstatt dir ein einziges, konkretes Ziel für das neue Jahr zu setzen, kannst du dir auch vornehmen, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden im neuen Jahr ganz allgemein in den Fokus zu rücken. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz schaffst du Raum für Flexibilität und kannst verschiedene Bereiche wie Bewegung, Ernährung und mentale Stärke individuell und ohne Druck verbessern und langfristig ein gesundes Gleichgewicht fördern.

In einem ersten Schritt solltest du dir darüber Gedanken machen, in welchen Bereichen du das grösste Verbesserungspotenzial hast. Vielleicht hast du deine Ernährung schon gut im Griff, aber wenn es um Entspannung und Bewegung im Alltag geht hast du noch Luft nach oben? Unser Health Score kann dabei eine hilfreiche Orientierung bieten, um die eigenen Stärken und Schwächen besser zu erkennen. Anschliessend kannst du konkrete Unterziele für die einzelnen Bereiche definieren. Aber aufgepasst: Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Konzentriere dich zum Beispiel Woche für Woche auf einen anderen Bereich und taste dich Schritt für Schritt an dein Ziel heran.

Ein Beispiel: Vielleicht möchtest du mehr bewusste Pausen für Entspannung im Alltag einplanen. Wenn du bereits weisst, mit welcher Methode du das erreichen kannst, kannst du direkt damit starten, diese Routine regelmässig in deinem Tagesablauf einzuplanen. Vielleicht musst du aber auch erst herausfinden, was dir in welchem Fall besonders guttut. Dann kannst du die ersten Wochen beispielsweise nutzen, um verschiedene Methoden und Aktivitäten auszuprobieren. Sobald du deine Lösung gefunden hast, geht es dann darum, daraus eine Routine zu formen. 

Die Umsetzung: So etablierst du neue Gewohnheiten

Gewohnheiten ändern: Stolpersteine auf dem Weg zum Erfolg

«Ich bin halt einfach so». «Morgen fange ich damit an.» «Dafür habe ich doch gar keine Zeit.»

Hast du dich diese Sätze auch schon denken oder sagen hören? Sie gehören zu den klassischen Ausreden, wenn es um das Etablieren neuer Gewohnheiten geht. Doch nicht nur Ausreden können uns dabei im Weg stehen, sondern es gibt noch weitere Stolpersteine:

  • Du hast kein klares Ziel definiert.
  • Du hast keinen konkreten Plan, wie du dein Ziel erreichen möchtest.
  • Du fokussierst zu stark auf das Problem und weniger auf das Ziel.
  • Du unterschätzt den Aufwand, den man betreiben muss, um neue Gewohnheiten zu etablieren.
  • Dein Leidensdruck ist (noch) nicht gross genug.
  • Deine Motivation ist extrinsisch und nicht intrinsisch.
  • Du willst von heute auf morgen alles ändern und setzt dir zu viele oder zu grosse Ziele.
  • Du hast keine Geduld und brichst mittendrin wieder ab, weil du noch keine Ergebnisse siehst.
  • Du bist zu streng mit dir und lässt dich von Rückschlägen zu stark verunsichern.

Neue Gewohnheiten etablieren: Schritt für Schritt

Gewohnheiten – sowohl gute als auch schlechte – sind oftmals stark in unserem Gehirn verankert. Sie lassen sich nicht ohne Aufwand und von heute auf morgen ändern. Damit es dir gelingt, brauchst du vor allem diese vier Punkte:

  1. ZIEL: Was willst du erreichen?
  2. SINN: Warum willst du es erreichen?
  3. STRATEGIE: Wie willst du es erreichen?
  4. GEDULD

Wenn du dir ein Ziel setzt, solltest du dir vorab die folgenden Fragen stellen:

  • Was willst du erreichen? (spezifisch)
  • Wie lassen sich deine Fortschritte überprüfen? (messbar)
  • Was bedeutet dir dieses Ziel? (attraktiv)
  • Kann ich das gesetzte Ziel wirklich erreichen? (realistisch)
  • Bis wann möchte ich das Ziel erreichen? (terminiert)

Das hilft dir dabei, deine Ziele SMART zu formulieren.

Grosse Ziele unterteilst du dabei am besten in mehrere Etappen. So gelangst du mit kleinen Schritten am Schluss trotzdem zu deinem grossen Ziel. Und du hast zwischendurch immer wieder etwas zu feiern, wenn du ein Zwischenziel erreichst.

Ein Beispiel: 

  • Übergeordnetes Ziel: Ich erhöhe meine durchschnittliche tägliche Schrittzahl von 5'000 auf 7'500 Schritte bis zum 31. Dezember 2026, indem ich gezielte Bewegungsgewohnheiten in meinen Alltag integriere und meinen Fortschritt wöchentlich mit einer Schrittzähler-App überprüfe.
  • Zwischenziel: In den nächsten drei Monaten laufe ich drei Mal pro Woche zum Bahnhof statt das Tram zu nehmen oder mache alternativ einen 20-minütigen Spaziergang in der Mittagspause

Übrigens: Wenn du dich für das Erreichen von Zwischenzielen belohnst, kann das die Motivation hochhalten. Vielleicht funktioniert es für dich aber besser, wenn du das Nicht-Erreichen mit etwas Negativem verbindest. («Wenn ich das nicht schaffe, dann muss ich…»)

Intrinsische Motivation wirkt stärker als extrinsische, sie kann durch externe Anreize jedoch verstärkt werdenStelle also sicher, dass DU für DICH das gesetzte Ziel erreichen möchtest.

Versuche ausserdem deine heutige Situation neutral zu betrachten. Machen dich deine Gewohnheiten wirklich glücklich? Sind sie zielführend? Falls dir das schwerfällt, kannst du versuchen, die Perspektive zu wechseln. Stell dir vor, du würdest dein Leben in einem Film betrachten. Würde dir das Bild gefallen?

So wird aus dem «Ich sollte» irgendwann ein «Ich will».

Überlege dir zum einen, wie du dein Ziel erreichen möchtest und zum anderen aber auch, wie du mit Rückschlägen umgehen willst. Stelle dir dafür verschiedene Situationen und mögliche Stolpersteine vor und definiere konkrete Massnahmen.

Beispiel: Ich möchte eine gesündere Morgenroutine entwickeln.

Wie sieht meine Morgenroutine aus,

  • wenn ich im Homeoffice bin?
  • wenn ich ins Büro muss?
  • wenn ich früher als sonst aufstehen muss?
  • wenn ich schlecht geschlafen habe?
  • wenn ich verschlafen habe?
  • wenn ich unterwegs bin?

So kannst du Stolpersteine antizipieren und dir für verschiedene Situationen einen Plan zurechtlegen. Flexibilität bleibt aber natürlich trotzdem wichtig. 

An etwa 66 Tagen: So oft muss eine neue Verhaltensweise gemäss einer Studie durchschnittlich ausgeführt werden, bis sie zur Gewohnheit wird. Während dieser Zeit werden neue Synapsen aktiviert und die Kontakte zwischen den Nervenzellen verstärkt. Das ermöglicht, dass alte Gewohnheiten durch neue ersetzt werden können. Wie lange es aber genau dauert, bis sich eine neue Gewohnheit etabliert hat, kann von Fall zu Fall variieren.

Weitere Tipps und Strategien für die Etablierung von neuen Routinen

  • Implementierungsintentionen: Implementierungsintentionen können dir dabei helfen, bestimmte Situationen mit einer Handlung zu verbinden. So lassen sich alte Gewohnheiten «überschreiben». Diese Intentionen formulierst du mit «Wenn-Dann». Beispiel: Wenn ich morgens aufstehe, dann frühstücke ich, bevor ich mein Handy einschalte.
  • Routinen und Habit Stacking: Integriere deine neuen Gewohnheiten fix in deinen Tages- oder Wochenablauf. Und noch besser: Verbinde sie mit einer bereits bestehenden Gewohnheit. Das nennt man Habit Stacking. Beispiel: Jeden Morgen trinkst du vor Arbeitsbeginn einen Kaffee. Weil du dir vorgenommen hast, mehr Wasser zu trinken, füllst du, solange der Kaffee durchläuft, direkt ein grosses Glas mit Wasser. Den Kaffee trinkst du erst, wenn dieses Glas leer ist.
  • Sozialer Druck: Erzähle deiner Familie und deinen Freunden von deinen Plänen. So kannst du zum einen ein bisschen sozialen Druck aufbauen, zum anderen findest du aber vielleicht auch Verbündete.
  • Coaching: Auch wenn es online und offline zahlreiche Ratgeber gibt, so sind diese doch nie ganz genau auf deine persönliche Situation zugeschnitten. Bei einem Coaching hingegen kann konkret auf deine Probleme, Fragestellungen und Voraussetzungen eingegangen werden. Ausserdem kann es helfen, wenn jemand die unangenehmen Fragen stellt, denen du selbst aus dem Weg gehen würdest.

Der Fortschritt: Erfolge sichtbar machen

Prüfe deinen Fortschritt regelmässig und mache deine Erfolge sichtbar – das hält dich motiviert und zeigt dir, ob du auf dem richtigen Weg bist oder etwas anpassen solltest. Dokumentiere deine Fortschritte in einer App oder einem Notizbuch, um auch positive Nebeneffekte festzuhalten, die über dein ursprüngliches Ziel hinausgehen. Wenn du dir beispielsweise vorgenommen hast, Gewicht zu verlieren, kannst du nicht nur dein Gewicht tracken, sondern auch Verbesserungen bei Schlaf, Ausdauer oder Wohlbefinden festhalten. Sprich zudem mit einer medizinischen Fachperson, ob es sinnvoll ist, regelmässig deine Blutwerte zu überprüfen, um gesundheitliche Fortschritte zu erkennen.

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von Lara Brunner,

veröffentlicht am 29.12.2025


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