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Liebe: Diese 6 Punkte wissen wir über das schönste aller Gefühle

Ohne Hormone und Nervenbotenstoffe gäbe es auch keine Liebe. Sie wirkt im Gehirn wie eine Belohnung.

Liebe ist mächtig, verleiht Flügel, stürzt Menschen in tiefste Verzweiflung – und trotzdem weiss die Wissenschaft erstaunlich wenig über sie. Ein früherer US-Senator fand das sogar gut. Er wollte in den 1970er-Jahren die Forschungsgelder für die Liebesforschung streichen. Denn: Gewisse Dinge sollten geheimnisvoll bleiben, meinte William Proxmire. «An der Spitze der Liste jener Dinge, die wir nicht wissen wollen, steht, warum sich zwei Menschen ineinander verlieben!» Ein paar Dinge haben Wissenschaftler aber herausgefunden – allerdings stammt viel Wissen von ostamerikanischen Maulwurf-Pärchen, die zusammenbleiben, bis dass der Tod sie scheidet. 

Was über sechs Aspekte der Liebe bekannt ist – und die passenden Songs dazu:

1. Der Geruch: «Love is in the air»

Der Geruch ist massgebend, ob wir jemanden anziehend finden. Legendär ist ein Experiment, bei dem Männer drei Tage lang dasselbe T-Shirt trugen – Duschen und Deo waren verboten. Danach schnupperten Frauen an den T-Shirts. Und siehe da: Sie fanden die T-Shirts von den Männern am anziehendsten, deren Immunsystem sich von ihrem eigenen genetisch unterschied. Biologen vermuten, dass das einen Zweck hat: Der Nachwuchs von Paaren mit unterschiedlichem Immunsystem hat grössere Chancen, vielerlei Krankheiten zu trotzen.

Der weibliche Zyklus trägt ebenfalls zur Anziehung bei: So signalisieren Pheromone im Frauenschweiss der Männernase, wann die Frau ihre fruchtbaren Tage hat. Wie sie duftet, hängt jedoch auch davon ab, ob sie mit der Antibabypille verhütet. Ohne Pille verändert sich mit den natürlichen hormonellen Schwankungen im Monatsverlauf auch der Eigengeruch. Möglicherweise war dies der Grund, dass Stripperinnen in einem Experiment um die Zeit des Eisprungs herum fast doppelt so viel Trinkgeld erhielten wie während ihrer Mens. Die Tänzerinnen, welche die Pille einnahmen, bekamen immer gleich viel Trinkgeld.

Der Geruch ist indes nicht alles, Charakter und Optik spielen ebenfalls eine Rolle. Auch hier macht sich der Eisprung bemerkbar: An ihren fruchtbaren Tagen bevorzugen Frauen eher männlich aussehende Männer, an den nicht fruchtbaren Tagen hingegen feminin wirkende.

2. Das Glückshormon Dopamin: «Kribbeln im Bauch»

Herzklopfen, Kribbeln im Bauch, feuchte Hände, weiche Knie … Unablässig kreisen die Gedanken um die geliebte Person, man braucht weniger Schlaf und lebt von Luft und Liebe. Dieser Zustand von Verliebtheit ähnelt einer Zwangsstörung oder einer Manie, und tatsächlich geht die Verliebtheit mit einem erhöhten Risiko einher, dass sich aus dem emotionalen Sturm eine Psychose entwickelt.

Verliebtheit hat viel mit dem im Hirn produzierten «Glückshormon» Dopamin zu tun. Es aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn, weckt Vorfreude, lässt uns Wagnisse eingehen und gibt den «Kick». Dopamin treibt an, macht süchtig nach mehr. Dank des Dopamins fühlen wir uns euphorisch und glücklich – aber nur kurz. Nach etwa sechs Monaten bis maximal zwei Jahren ist dieser Verliebtheitsrausch vorbei. Dann heisst es entweder auf zum nächsten Kick – oder die Liebe in die nächste Phase weitertragen.

3. Die Anziehung: «I’m so excited»

Nebst der erhöhten Dopaminausschüttung kommt es im Gehirn zu weiteren Veränderungen, die es dem verliebten Menschen erleichtern, sich einer fremden Person anzunähern. Der Nervenwachstumsfaktor zum Beispiel wird verstärkt gebildet – je verliebter, umso mehr. Und auch vom Stresshormon Cortisol wird mehr ausgeschüttet. Der Testosteronwert hingegen sinkt. Die Ähnlichkeit von Nervenkitzel und Verliebtheit lässt sich fürs Verführen nützen. Denn in Situationen, in denen uns flau wird und das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wird, finden wir jemanden eher anziehend.

Das zeigte ein berühmter Versuch am kanadischen Capilano-Fluss, über den – in 70 Metern Höhe – eine 140 Meter lange, schaukelnde Hängebrücke sowie, ein Stückchen weiter, eine solide Brücke führen. An beiden Orten sprach eine gut aussehende Forschungsassistentin Männer an, die gerade die jeweilige Brücke überqueren wollten. Sie gab vor, eine Umfrage zu machen, und drückte den Befragten zuletzt einen Zettel mit ihrer Telefonnummer in die Hand – für eventuelle Rückfragen. Resultat: Jeder zweite Mann von der Hängebrücke rief an, aber nur einer von acht, die über die solide Brücke gegangen waren.

Wer nicht extra nach Kanada reisen will, kann es auch im Fitness-Studio versuchen: Männer, die für ein Experiment zwei Minuten auf einem Laufband rennen mussten, hielten Bilder von attraktiven Frauen danach für noch attraktiver.

(Fortsetzung weiter unten…)

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4. Die rosarote Brille: «Michelle la belle»

Bei Verliebtheit sind die Nervenzellen in bestimmten Hirnarealen aktiver. Der Bereich des Gehirns, der einen zur Vernunft bringt und für rationales Denken wichtig ist, wird dagegen gebremst. Das macht es schwer, den oder die Angehimmelte nüchtern zu beurteilen. Und es erklärt mit, warum Verliebte hemmungsloser sind – und manchmal Dinge tun, die sie später bereuen.

5. Der Kuss: «It’s in his kiss»

Für einen leichten Kuss sind nur zwei Gesichtsmuskeln nötig. Deshalb werden auch nur zwei bis drei Kalorien verbraucht. Beim leidenschaftlichen Kuss sind 24 bis 34 Gesichtsmuskeln beteiligt, plus Dutzende weitere am restlichen Körper. Dabei steigt der Kalorienverbrauch auf 5 bis 26 Kalorien pro Minute.

Die «Philematologie», das ist die Wissenschaft vom Küssen, hat noch mehr herausgefunden: Etwa neun Milliliter Wasser, 0,7 Milligramm Eiweiss und 0,45 Milligramm Salz tauschen Paare beim Küssen aus. Hinzu kommen Millionen von Bakterien – angeblich sind es über 250 verschiedene Arten, berichtete das «American Journal of Medicine». Die allermeisten sind nicht krankmachend. Einige Krankheiten können beim Küssen jedoch übertragen werden. Dazu zählt zum Beispiel das pfeiffersche Drüsenfieber, das auf Englisch auch «Kuss-Krankheit» heisst.

6. Die romantische Liebe: «Love me tender»

Wenn sich die Verliebtheit legt, kommen auch die Schmetterlinge im Bauch zur Ruhe. Die erhöhten Stresshormon-Werte sinken wieder. Nun werden die Hirnregionen aktiver, an denen das «Kuschelhormon» Oxytocin besonders gut andockt. Dieses Hormon wird zum Beispiel beim Sex ausgeschüttet. Es fördert das gegenseitige Vertrauen und die zwischenmenschliche Wärme.

Nebst dem Oxytocin verhilft auch das Hormon Vasopressin zur dauerhaften, tiefen Bindung.  Anstelle des früheren Liebesrauschs treten nun Gefühle von Geborgenheit. Auch der natürliche Gegenspieler des Dopamins, der Nervenbotenstoff Serotonin, kommt jetzt verstärkt zum Zug. Serotonin wurde während der Phase der Verliebtheit viel weniger produziert als sonst. Es bewirkt ein Gefühl der ruhigen, zufriedenen Ausgeglichenheit.

Unsere iMpuls-Lovesong-Playlist

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 04.05.2023


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