Produkte mit sogenannten Nutrition Claims wie «Sugarfree», «High Protein» oder «Light» sind aus den Regalen nicht mehr wegzudenken. Doch für Konsumenten ist oft unklar, was hinter diesen Claims wirklich steckt. Wir haben nachgeforscht.
Nährwertangaben (Nutrition Claims) dienen dazu, besonders vorteilhafte Eigenschaften eines Lebensmittels hervorzuheben, meist im Hinblick auf Energie (Kalorien) oder spezifische Inhaltsstoffe wie Eiweiss, Vitamine oder Mineralstoffe. Solche nährwertbezogenen Angaben wie «High Protein» unterliegen strengen Vorschriften, die in der Lebensmittelinformationsverordnung (LIV = Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel) beschrieben sind. Diese sollen sicherstellen, dass Verbraucher verlässliche und transparente Informationen erhalten. «Die Kennzeichnungen dürfen nur verwendet werden, wenn die dafür festgelegten Kriterien erfüllt sind, um Verbraucher nicht in die Irre zu führen», ergänzt Ernährungswissenschaftlerin Pia Teichmann.
Für jeden Claim und Nährwert gelten spezifische Grenzwerte und Kriterien, die zwingend eingehalten werden müssen. «Die Regulierungen beziehen sich aber nicht nur auf offizielle Claims, sondern auch auf alle Aussagen, die für den Konsumenten eine vergleichbare Bedeutung haben könnten», so Pia Teichmann.
Eine Auswahl von bekannten Nutrition Claims erklärt:
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Übrigens: Hinweise wie «zahnschonend» oder «zahnfreundlich» sind nur erlaubt, wenn die entsprechende Eigenschaft durch ein zahnmedizinisches Gutachten nachgewiesen ist.
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Um den prozentualen Proteingehalt im Vergleich zum gesamten Brennwert zu berechnen, teilt man die Kalorien aus Protein (Gramm Protein × 4 kcal) durch die Gesamtkalorien des Lebensmittels und multipliziert das Ergebnis mit 100.
Beispiel für ein «High Protein»-Produkt:
Bei klassischem Schokoladen-Pudding macht der Proteinanteil in der normalen Variante lediglich 10 % aus. Somit darf das Produkt auch nicht mit «Proteinquelle» ausgezeichnet werden. In der High-Protein-Variante hingegen beträgt der Proteinanteil 52 %, somit erfüllt dieser die Kriterien für den Claim «Hoher Proteingehalt».
| Schokoladen-Pudding (pro 100 Gramm) | Normal | High Protein |
|---|---|---|
| Energie | 122 kcal | 77 kcal |
| Eiweiss | 3,1 Gramm | 10 Gramm |
Die Bezeichnung «Light» bedeutet, dass das Produkt mindestens 30 % weniger Energie, Fett, Zucker oder eine andere spezifische Zutat enthält als ein vergleichbares Standardprodukt. Dies gilt auch für Angaben wie «reduzierter Anteil von XY». Fettreduzierte Lebensmittel müssen also beispielsweise mindestens 30 % weniger Fett enthalten als ein herkömmliches Produkt.
Beispiel für ein «Light»-Produkt:
Light-Mayonnaise gilt nicht als fettarm, da sie nicht die entsprechenden Kriterien erfüllt. Dennoch enthält sie 60 % weniger Fett als normale Mayonnaise, weshalb sie als «Light» bezeichnet werden darf. Extra Light-Mayonnaise wiederum enthält 73 % weniger Fett als die Light-Variante.
| Mayonnaise (pro 100 Gramm) | Normal | Light | Extra Light |
|---|---|---|---|
| Energie | 739 kcal | 306 kcal | 110 kcal |
| Fett | 81 Gramm | 31,5 Gramm | 8,6 Gramm |
In der Schweiz regeln das Lebensmittelgesetz (LMG) sowie die Lebensmittelinformationsverordnung (LIV), was auf der Verpackung eines Lebensmittels alles deklariert werden muss. Die wichtigsten Informationen im Überblick:
Gut zu wissen: Auch bei der Portionsgrösse lohnt sich ein genauer Blick. Je kleiner die angegebene Portion ist, desto kleiner scheint auch der Energiegehalt pro Portion. Häufig sind die tatsächlich konsumierten Portionen jedoch grösser.
«Nutrition Claims wie <Light>, <weniger Zucker> oder <fettarm> klingen auf den ersten Blick gesund, doch ein genauer Blick lohnt sich», sagt Pia Teichmann. «Light» bedeutet beispielsweise lediglich, dass ein bestimmter Nährstoff im Vergleich zu einem ähnlichen Produkt reduziert ist – gesund ist es deshalb nicht automatisch. Zucker- und Fettreduktionen beeinflussen oft Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit, weshalb Ersatzstoffe wie Süssstoffe, Stärke oder Verdickungsmittel zum Einsatz kommen. Diese können die Nährwertqualität verändern und in manchen Fällen sogar den Kaloriengehalt erhöhen. Daher gilt: Die Nährwerttabelle lesen und genau prüfen, was wirklich drinsteckt.
Übrigens: Für Lebensmittel gibt es auch verschiedene Nachhaltigkeitslabels wie «Fairtrade» oder «Bio». Mehr dazu findest du hier.