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Gesünder leben?

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Sugarfree, High Protein & Light: Was bedeuten diese Versprechen wirklich?

Produkte mit sogenannten Nutrition Claims wie «Sugarfree», «High Protein» oder «Light» sind aus den Regalen nicht mehr wegzudenken. Doch für Konsumenten ist oft unklar, was hinter diesen Claims wirklich steckt. Wir haben nachgeforscht.

Was sind Nutrition Claims und wie sind sie reguliert?

Nährwertangaben (Nutrition Claims) dienen dazu, besonders vorteilhafte Eigenschaften eines Lebensmittels hervorzuheben, meist im Hinblick auf Energie (Kalorien) oder spezifische Inhaltsstoffe wie Eiweiss, Vitamine oder Mineralstoffe. Solche nährwertbezogenen Angaben wie «High Protein» unterliegen strengen Vorschriften, die in der Lebensmittelinformationsverordnung (LIV = Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel) beschrieben sind. Diese sollen sicherstellen, dass Verbraucher verlässliche und transparente Informationen erhalten. «Die Kennzeichnungen dürfen nur verwendet werden, wenn die dafür festgelegten Kriterien erfüllt sind, um Verbraucher nicht in die Irre zu führen», ergänzt Ernährungswissenschaftlerin Pia Teichmann.

Nutrition Claims im Überblick

Für jeden Claim und Nährwert gelten spezifische Grenzwerte und Kriterien, die zwingend eingehalten werden müssen. «Die Regulierungen beziehen sich aber nicht nur auf offizielle Claims, sondern auch auf alle Aussagen, die für den Konsumenten eine vergleichbare Bedeutung haben könnten», so Pia Teichmann.

Eine Auswahl von bekannten Nutrition Claims erklärt:

Energie-Claims

  • Energiearm: maximal 40 kcal pro 100 Gramm oder maximal 20 kcal pro 100 Milliliter
  • Energiereduziert: mindestens 30 % reduzierter Brennwert gegenüber einem vergleichbaren Produkt (Der Grund für den reduzierten Energie-Gehalt muss angegeben werden.)
  • Energiefrei: maximal 4 kcal pro 100 Milliliter

Weiterlesen: Die wichtigsten Fakten rund um Kalorien

Fett-Claims

  • Fettarm: maximal 3 Gramm Fett pro 100 Gramm oder maximal 1,5 Gramm Fett pro 100 Milliliter
  • Fettfrei / ohne Fett: maximal 0,5 Gramm Fett pro 100 Gramm oder 100 Milliliter
  • Arm an gesättigten Fettsäuren: maximal 1,5 Gramm gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren pro 100 Gramm oder 0,75 Gramm pro 100 Milliliter und maximal 10 % des gesamten Brennwerts
  • Frei von gesättigten Fettsäuren: maximal 0,1 Gramm gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren pro 100 Gramm oder 100 Milliliter

Zucker-Claims

  • Zuckerarm: maximal 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder 2,5 Gramm pro 100 Milliliter
  • Zuckerfrei: maximal 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter
  • Ohne Zuckerzusatz: keine zugesetzten Einfach- und Zweifachzucker (Mono- oder Disaccharide) oder andere süssende Lebensmittel, Hinweis «Enthält von Natur aus Zucker» muss ergänzt werden, sofern das Lebensmittel von Natur aus Zucker enthält.

Übrigens: Hinweise wie «zahnschonend» oder «zahnfreundlich» sind nur erlaubt, wenn die entsprechende Eigenschaft durch ein zahnmedizinisches Gutachten nachgewiesen ist.

Weiterlesen: Alles Wichtige zu Zucker und Tipps, um den Zuckerkonsum zu reduzieren

Salz-Claims

  • Kochsalzarm / natriumarm: maximal 0,12 Gramm Natrium oder 0,3 Gramm Salz pro 100 Gramm oder Milliliter
  • Sehr kochsalzarm / natriumarm: maximal 0,04 Gramm Natrium oder 0,1 Gramm Salz pro 100 Gramm oder Milliliter
  • Natriumfrei / kochsalzfrei: maximal 0,005 Gramm Natrium oder 0,012 Gramm Salz pro 100 Gramm

Weiterlesen: So reduzierst du deinen Salzkonsum

Ballaststoff-Claims

  • Ballaststoffquelle: mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm oder 1,5 Gramm pro 100 kcal
  • Hoher Ballaststoffgehalt: mindestens 6 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm oder mindestens 3 Gramm pro 100 kcal

Protein-Claims

  • Proteinquelle: mindestens 12 % des gesamten Brennwerts
  • Hoher Proteingehalt: mindestens 20 % des gesamten Brennwerts

Um den prozentualen Proteingehalt im Vergleich zum gesamten Brennwert zu berechnen, teilt man die Kalorien aus Protein (Gramm Protein × 4 kcal) durch die Gesamtkalorien des Lebensmittels und multipliziert das Ergebnis mit 100.

Beispiel für ein «High Protein»-Produkt:

Bei klassischem Schokoladen-Pudding macht der Proteinanteil in der normalen Variante lediglich 10 % aus. Somit darf das Produkt auch nicht mit «Proteinquelle» ausgezeichnet werden. In der High-Protein-Variante hingegen beträgt der Proteinanteil 52 %, somit erfüllt dieser die Kriterien für den Claim «Hoher Proteingehalt».

Schokoladen-Pudding
(pro 100 Gramm)
NormalHigh Protein
Energie122 kcal77 kcal
Eiweiss3,1 Gramm10 Gramm

Was genau bedeutet «Light»?

Die Bezeichnung «Light» bedeutet, dass das Produkt mindestens 30 % weniger Energie, Fett, Zucker oder eine andere spezifische Zutat enthält als ein vergleichbares Standardprodukt. Dies gilt auch für Angaben wie «reduzierter Anteil von XY». Fettreduzierte Lebensmittel müssen also beispielsweise mindestens 30 % weniger Fett enthalten als ein herkömmliches Produkt. 

Beispiel für ein «Light»-Produkt:

Light-Mayonnaise gilt nicht als fettarm, da sie nicht die entsprechenden Kriterien erfüllt. Dennoch enthält sie 60 % weniger Fett als normale Mayonnaise, weshalb sie als «Light» bezeichnet werden darf. Extra Light-Mayonnaise wiederum enthält 73 % weniger Fett als die Light-Variante.

Mayonnaise
(pro 100 Gramm)
NormalLightExtra Light
Energie739 kcal306 kcal110 kcal
Fett81 Gramm31,5 Gramm8,6 Gramm

Weitere Informationen auf der Lebensmittelverpackung

In der Schweiz regeln das Lebensmittelgesetz (LMG) sowie die Lebensmittelinformationsverordnung (LIV), was auf der Verpackung eines Lebensmittels alles deklariert werden muss. Die wichtigsten Informationen im Überblick:

  • Zutaten: Die Rückseite der Verpackung enthält die gesetzlich geregelte Zutatenliste. Die Reihenfolge der Zutaten zeigt deren Mengenanteil im Produkt. Wird eine Zutat im Namen genannt, ist sie charakteristisch für das Produkt oder auf der Verpackung hervorgehoben, muss ihr Anteil meist in Prozent angegeben werden.
  • Allergene: Gesetzlich definierte Allergene wie Gluten, Soja oder Erdnüsse müssen klar gekennzeichnet und hervorgehoben werden – also beispielsweise durch eine andere Schriftart, einen anderen Schriftstil oder eine Hintergrundfarbe. Das aha!-Gütesiegel bietet zusätzliche Sicherheit für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten.
  • Nährwerttabelle: Die Nährwertdeklaration liefert wertvolle Informationen zu den enthaltenen Nährstoffen und zum Energiegehalt des Produktes. Verpflichtend sind Angaben zu Energiewert sowie Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiss und Salz. Die Nährstoffe müssen pro 100 Gramm oder Milliliter angegeben werden, während Portionsangaben freiwillig und herstellerdefiniert sind.

Gut zu wissen: Auch bei der Portionsgrösse lohnt sich ein genauer Blick. Je kleiner die angegebene Portion ist, desto kleiner scheint auch der Energiegehalt pro Portion. Häufig sind die tatsächlich konsumierten Portionen jedoch grösser.

Fazit: Ein genauer Blick lohnt sich

«Nutrition Claims wie <Light>, <weniger Zucker> oder <fettarm> klingen auf den ersten Blick gesund, doch ein genauer Blick lohnt sich», sagt Pia Teichmann. «Light» bedeutet beispielsweise lediglich, dass ein bestimmter Nährstoff im Vergleich zu einem ähnlichen Produkt reduziert ist – gesund ist es deshalb nicht automatisch. Zucker- und Fettreduktionen beeinflussen oft Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit, weshalb Ersatzstoffe wie Süssstoffe, Stärke oder Verdickungsmittel zum Einsatz kommen. Diese können die Nährwertqualität verändern und in manchen Fällen sogar den Kaloriengehalt erhöhen. Daher gilt: Die Nährwerttabelle lesen und genau prüfen, was wirklich drinsteckt. 

Übrigens: Für Lebensmittel gibt es auch verschiedene Nachhaltigkeitslabels wie «Fairtrade» oder «Bio». Mehr dazu findest du hier.

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