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12 grandiose Hüttenwanderungen im Tessin

Das Tessin ist eine herrliche Wandergegend – mit Steigungen, Aussichten und Tophütten. Typisch Ticino: Der Gaumenschmaus ist fester Bestandteil der Wanderung.

Capanna Monte Bar – Adlerhorst am baumlosen Berg

monte-bar
monte-bar

Wo nur sind die Bäume geblieben? Der Monte Bar jedenfalls hat kaum einen. Sein Nachbar, der Caval Drossa, ist ebenso kahl. Im 19. Jahrhundert wurden im Val Colla im Hinterland von Lugano die Wälder unkontrolliert geschlagen. Mit dem Verkauf von Holz und dem Gewinn von Weideflächen wollten die Talbewohner dem Hunger begegnen. Die knappen Zeiten sind vorbei, doch die Wälder sind nicht zurückgekehrt. So erlebt man auf dem Monte Bar ein gewisses Mond-Gefühl, während sich rundherum ein Panorama vom Feinsten zeigt: Luganersee, Poebene und am Horizont die Walliser Bergriesen. Dazu gibt es viel einsame Bergwelt und auf dem Passo di San Lucio eine monumentale Kapelle, wo seit Jahrhunderten Älpler aus der Schweiz und Italien den Schutzpatron der Sennen und Senninnen verehren. Nicht minder monumental ist die neue Capanna Monte Bar, die wie ein Adlerhorst über dem Lichtermeer von Lugano wacht.

  • Route: Ortschaft P Cozzo, Paese (Start) – Sasso di San Lucio – Alpe Pietrarossa – Piandanazzo – Capanna Monte Bar – Monte Bar – Caval Drossa – Gola di Lago – Alpe di Zalto – Muricce – Isone.
  • Tag 1: 13.9 km; 965 Hm Auf- und 390 Hm Abstieg; 4.5 h; T2
  • Tag 2: 13 km; 510 Hm Auf- und 1380 Hm Abstieg; 4.5 h; T2
  • Capanna Monte Bar (1608 m): offen bis Anfang November; Tel: 091 966 33 22, www.capannamontebar.ch
  • Tagestour: Von Corticiasca in knapp zwei Stunden zur Hütte. Mit oder ohne Abstecher zum Monte Bar auf gleichem Weg zurück.
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Capanna Brogoldone – zwischen Matterhorn und Lichtermeer

brogoldone
brogoldone

Das Matterhorn im Tessin – ja, das gibt es. Es heisst Pizzo di Claro, liegt zwischen Bellinzona und Biasca und ragt stolze 2700 Meter in den Himmel. Seine Trapezform hat ihm den Spitznamen Matterhorn von Bellinzona eingebracht, berühmt geworden ist es durch den Berglauf „Claro Pizzo“. Alljährlich messen sich um die 160 Läuferinnen und Läufer am Berg, die schnellsten benötigen für die 9,2 Kilometer lange Strecke und 2500 Höhenmeter Aufstieg gut eineinhalb Stunden. Eine normale Bergtour dauert etwas länger und schliesst eine Nacht in den urgemütlichen, ehemaligen Alphütten der Capanna Brogoldone ein. 1600 Meter oberhalb von Bellinzona ist die Sicht aufs Lichtermeer unvergesslich. Und egal ob man am zweiten Tag auf dem Weg ins bündnerische Val Calanca den Pizzo di Claro mitnimmt oder nicht – die vielen Höhenmeter machen sich noch Tage später in den Beinen bemerkbar.

  • Route: Claro, paese (Start)-Monastero di Santa Maria – Alpe di Domass – Alpe di Forcarid – Capanna Brogoldone – Passo di Mem – Alp di Rossiglion – Landarenca.
  • Tag 1: 8.7 km; 1700 Hm Aufstieg; 5 h; T2
  • Tag 2: 10 km; 560 Hm Auf- und 1200 Hm Abstieg; 4.5 h; T2
  • Capanna Brogoldone (1903 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 829 43 50, www.brogoldone.ch
  • Tagestour: Mit der Seilbahn von Lumino nach Monti Savoru, dann in knapp zwei Stunden zur Hütte. Zurück zur Seilbahn in einer gemütlichen Runde über Alpe di Forcarid und Alpe di Domass.
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Capanna Alzasca – schlemmen und träumen beim zauberhaften Bergsee

alzasca
alzasca

Schönheiten muss man sich verdienen, im Tessin mit vielen Höhenmetern und Schweisstropfen. Der Lago d’Alzasca gilt als einer der schönsten Bergseen des Tessins, mit türkisblauem Wasser, kitschig-grünen Mooren, knorrigen Lärchen und einem Kranz markiger Berge rundherum. Die urgemütliche Capanna Alzasca wiederum ist bekannt für exzellentes Essen, liebevoll zubereitet von Freiwilligen, die der kleinen Küche manche Köstlichkeit entlocken. Und ja – Hunger bringen alle mit, die den Aufstieg von Someo im Maggiatal zur Capanna Alzasca bewältigen. Gut 1400 Höhenmeter bergauf, die Hälfte davon über kühn angelegte Treppenanlagen und Steinbrücken. Sie zeugen von der einstigen Wichtigkeit der Bergweiden, auf welchen die Menschen ihr Vieh sömmerten. Die meisten Alpen sind verschwunden – geblieben ist jene von Soladino, wo man von einer Schar Ziegen, Hühnern, Schweinen und Esel begrüsst wird.

  • Route: Someo, paese (Start)-Someo – Al Piegn dala Rotonda – Corte di Fondo – Capanna Alzasca – Lago d'Alzasca – Bocchetta di Doia – Alpe del Rodan – Monte – Gresso.
  • Tag 1: 9 km; 1475 Hm Auf- und 100 Hm Abstieg; 4.75 h; T2
  • Tag 2: 8 km; 500 Hm Auf- und 1250 Hm Abstieg; 4 h; T3
  • Capanna Alzasca (1734 m): offen bis 21. Oktober; Tel: 091 953 25 15, www.capannaalzasca.ch
  • Für Geübte: Vom Lago d’Alzasca über die Bocchetta di Cansgei und den Lago di Sascola nach Cevio. Steil, wild und über viele Steinblöcke. Tessin pur. (5.5 h)
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Capanna Cristallina – Steinböcke und Stauseen im einstigen Militärgebiet

cristallina
cristallina

Zum Glück hat der SAC Tessin nicht aufgegeben. Zwei Mal zogen Lawinen die alte Capanna Cristallina in Mitleidenschaft. 1986 wurde die Hütte schwer beschädigt und wieder aufgebaut, dreizehn Jahre später machte wiederum eine Lawine den Bau dem Erdboden gleich. Die neue Hütte, ein stattlicher Holzbau mit 120 Schlafplätzen, steht deshalb direkt auf dem 2572 Meter hohen Cristallinapass – lawinensicher und mit bester Aussicht auf die vielen Stauseen zwischen dem Val Bedretto und dem Val Bavona, auf die Gletscher des Bassodino, auf eine der grössten Steinbockkolonien im Tessin und auf die raue Landschaft aus kristallinem Gestein. Diese hat übrigens eine militärische Vergangenheit: Aus Furcht, die Faschisten könnten ins Gotthardgebiet einfallen, wurden zahlreiche Schutz- und Unterkunftsanlagen gebaut. Eine davon ist das heutige Rifugio Camosci direkt unter dem Gipfel des Cristallina.

  • Route: Bedretto, paese (Start)-Bosco dei Valloni –Stabiello Grande – Val Torta – Capanna Cristallina – Lago Sfundau – Lago Nero – Capanna Basodino – S. Carlo (oder ab Robiei / Cap. Basodino mit der Seilbahn nach S. Carlo).
  • Tag 1: 9 km; 1250 Hm Auf- und 80 Hm Abstieg; 4.5 h; T2
  • Tag 2: 13.8 km; 330 Hm Auf- und 1990 (1030) Hm Abstieg; 5 h (3.25 h); T3
  • Capanna Cristallina (2577 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 869 23 30, capannacristallina.casticino.ch
  • Für Geübte: Eine Zusatznacht auf der Hütte verbringen und am zweiten Tag in 5.5 h den Pizzo Cristallina umrunden.
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Capanna Leit – über den schneeweissen Pass mit Staumauergeschichte

leit
leit

Viel ist von der ehemaligen Seilbahn nicht übriggeblieben. Ein paar Fundamente zeugen noch von den riesigen Stützen, welche die schweren Lasten tragen mussten. Die Rede ist von der Seilbahn über den Passo Campolungo, dem Pass zwischen Leventina und oberem Maggiatal. Sie wurde errichtet, um die Staumauer des Lago di Sambuco oberhalb von Fusio zu bauen. Sogar zwei ausrangierte Züri-Trams fanden mit der Seilbahn den Weg über den Passo Campolungo auf die Grossbaustelle. Sie dienten dazu, den Beton auf der Staumauer zu verteilen. Seine zweite Spezialität ist dem Passo Campolungo indes geblieben: schneeweisses Zuckergestein, ausgesprochen bröseliger Dolomit, der Jahr für Jahr von Mineralogen aus aller Welt besucht und untersucht wird. Auf diesem Untergrund zu wandern ist ein Erlebnis – auch ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund.

  • Route: Fusio, paese (Start)-Colla – Passo Campolungo – Capanna Leit – Lago di Morghirolo – Morghirolo – Piumogna – Dalpe.
  • Tag 1: 8 km; 1190 Hm Auf- und 220 Hm Abstieg; 4,25 h; T2
  • Tag 2: 13 km; 560 Hm Auf- und 1600 Hm Abstieg; 4.75 h; T3
  • Capanna Leit (2257m): offen bis Anfang Oktober; Tel: 091 868 19 20, www.capanna-leit.ch
  • Tagestour: Mit der Seilbahn von Rodi zum Lago Tremorgio, danach in einer Rundtour über die Alpe Campolungo und den Passo Vanit zur Hütte und zurück zur Seilbahn. (3 h)
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Capanna Salei – wo die Aussteiger in der Wildnis hausen

salei
salei

«Wo führt das bloss hin?», fragt man sich auf der Fahrt von Locarno nach Spruga. Kurve reiht sich an Kurve, das Strässchen ist eng, der Abgrund tief. Der Wald und die Berge scheinen übermächtig, während der Mensch dazwischen verschwindet. Im Valle Onsernone regieren Wildnis und Abgeschiedenheit. Das hat manchen Aussteiger angelockt, um ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der Natur zu führen. Viele sind wieder gegangen, ein paar sind geblieben. Dank ihnen gibt es in Spruga noch einen urigen Laden, prall gefüllt mit Bio-Lebensmitteln, und auf dem Weg zur Capanna Salei begegnet einem manch weiteres Projekt, das von einem alternativen Leben zeugt. Dazu gesellt sich die einzigartige Landschaft, geprägt von verlassenen Alpen, knorrigen Wäldern, farbigen Mooren und einem kleinen, lauschigen Bergsee. Schafft man gar den Gipfel des Pilone, ist am Horizont der Lago Maggiore auszumachen – mitsamt seinem Häusermeer, einem Gruss aus der Zivilisation.

  • Route: Spruga (Start)-Al Piansecc – Al Pesced – Al Laghett di Salei – Capanna Salei – Buco d’Arena – Passo della Cavegna – Cimalmotto.
  • Tag 1: 5.6 km; 880 Hm Auf- und 230 Hm Abstieg; 3h; T2, mit einer Wanderstunde mehr kann noch der Gipfel des Pilone besucht werden (T3)
  • Tag 2: 16.5 km; 870 Hm Auf- und 1270 Hm Abstieg; 5.75 h; T2
  • Capanna Salei (1780 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 797 20 32, www.alpesalei.ch
  • Tagestour: Ab Spruga über den Laghett di Salei zu Hütte, zurück nach Spruga über Funtana dela Vertüra. Schöne Rundtour von 4.5 h.
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Capanna Cadagno – Seen wie Perlen und schneeweisses Bauchwehgestein

cadagno
cadagno

Piora. Der Name liess die Erbauer des Gotthard-Basistunnels erschauern. Die so genannte Pioramulde besteht aus schneeweissem, bröseligem Dolomitgestein. Beinahe wäre der längste Eisenbahntunnel der Welt ihr zum Opfer gefallen. Dabei ist das Val Piora so schön und einzigartig. Nicht nur wegen des Dolomitgesteins, das einem zum Beispiel am Lago di Tom begegnet. Am tiefblauen Wasser hat es einen kleinen Strand hingelegt, der es fast mit jedem in der Karibik aufnimmt. Einzigartig sind auch die vielen Seen im Val Piora. Knapp zehn Stück sind es. Die meisten sind Naturseen, der grosse Lago Ritom produziert fleissig Strom – für die Gotthardbahn, damit die Züge durch den 57 Kilometer langen Basistunnel brausen können, direkt unter der Pioramulde hindurch. Vom einsamen Gipfel des Föisc überblickt man das Tal wie von einem Balkon.

  • Route: Piora (Start)-Föisc – Lago Ritom – Rifugio Ritom – Larici di Campo – Cadagno di Fuori – Capanna Cadagno – Passo Columbe – Acquacalda.
  • Tag 1: 9.7 km; 630 Hm Auf- und 490 Hm Abstieg; 4 h; T2
  • Tag 2: 11 km; 470 Hm Auf- und 700 Hm Abstieg; 4 h; T2
  • Capanna Cadagno (1987 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 868 13 23, www.capannacadagno.ch
  • Tagestour: Von Piora zum Lago di Tom und am Lago di Cadagno vorbei zur Hütte. Danach über Larici di Campo auf der anderen Seite des Lago Ritom zurück nach Piora (4 h).
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Rifugio Scaradra – kuschlige Hütte in wildem Berg-Amphitheater

scaradra
scaradra

Das Rifugio Scaradra ist eine dieser wildromantischen Hütten, wie es sie nur noch im Tessin gibt. Klein, gemütlich, mit viel Herzblut hergerichtet und ohne Hüttenwart. Gekocht wird selber auf dem Holzofen, das Essen bringt man mit. Und das Rifugio Scaradra liegt einzigartig. Das wilde Val Scaradra hat ihm den Namen gegeben. Ein langes und steiles Tal, auf drei Seiten umgeben von mächtigen Bergen, zwischen denen Wetter mächtig toben kann, wie Einträge im Hüttenbuch erzählen. Noch eindrücklicher als die Landschaft ist ihre Geschichte. Während Jahrhunderten zogen Bauern aus dem oberen Bleniotal mit ihren Tieren durchs Val Scaradra und über den Passo Soreda, um auf der fruchtbaren Bündner Lampertschalp oberhalb von Vals den Sommer zu verbringen. Der Passo Soreda ist 2759 Meter hoch, ausgesprochen steil und gespickt mit anspruchsvollen Passagen. Quert man ihn am zweiten Tag, empfindet man Ehrfurcht für die Leistung der Bauersleute.

  • Route: Ghirone, Aquilesco (Start)-Lago di Luzzone – Larecc – Rifugio Scaradra – Passo Soreda – Lampertschalp – Vals, Zervreila.
  • Tag 1: 8.5 km; 1000 Hm Auf- und 50 Hm Abstieg; 3.75 h; T3
  • Tag 2: 13.8 km; 820 Hm Auf- und 1150 Hm Abstieg; 5.5 h; T3
  • Rifugio Scaradra (2173 m): bis Ende Oktober geöffnet; Selbstversorgerhütte. Tel: 079 378 69 10, www.rifugioscaradra.ch
  • Für Geübte: Vom Passo Soreda auf den Pizzo Cassinello (3103 m). Alpinwanderung über Steinplatten, vom Gipfel fantastische Sicht auf die vergletscherte Adula (Rheinwaldhorn). Zusätzlich 1.5 h.
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Capanna Bovarina – im Tal mit den pechschwarzen Felsbrocken

bovarina
bovarina

Sie muten schon etwas skurril an, die vielen schwarzen Felsbrocken rund um den Passo di Gana Negra. Wie in einer Kulisse sind sie angeordnet, mit ihrer dunklen Farbe verleihen sie der Landschaft einen eigenartigen Kontrast. Das Schwarz rührt vom Grafit, den die Felsbrocken enthalten. Gekommen sind sie vor Jahrhunderten mit einem Felssturz vom dreitausend Meter hohen Pizzo del Corvo, der über der Alpe di Bovarina wacht. Die einsame, langgezogene Alp lädt ein zum Abschalten und Geniessen, schliesslich fordert der steile Aufstieg vom Pro-Natura-Zentrum an der Lukmanier-Passstrasse auf den Passo di Gana Negra einiges an Kraft. Dafür streift man zu Beginn mit dem Selvasecca einen einzigartigen Lärchen-Arven-Wald und lässt sich vom munteren Plätschern des Brenno del Lucomagno verzaubern. Das darf man auch am zweiten Tag, in den verwunschenen, steilen Wäldern zwischen Cantonill und Campo. Schön, ist das hinterste Bleniotal ein wildes Kleinod geblieben.

  • Start: Acquacalda Route: Samprou – Passo di Gana Negra – Capanna Bovarina – Alpe di Bovarina – Cantonill – Campo (Blenio).
  • Tag 1: 9.3 km; 715 Hm Auf- und 600 Hm Abstieg; 3.75 h; T2
  • Tag 2: 9.5 km; 365 Hm Auf- und 1000 Hm Abstieg; 3.5 h; T2
  • Capanna Bovarina (1870 m): offen bis Anfang Oktober; Tel: 091 872 15 29, www.capannabovarina.ch
  • Für Geübte: Am zweiten Tag über den Lago Retico und den Sasso Lanzone nach Pian Geiret. Spannende Alpinwanderung mit traumhaftem Bergsee und kräftezehrender Blockkletterei (6 h).
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Capanna Alpe Spluga – von der Alpsiedlung zum Wanderparadies

spluga
spluga

Patriziate sind eine Tessiner Eigenheit. Ihnen gehören viele Wälder und Alpen im Südkanton. Diese entwickeln und bewirtschaften die Patriziate zum Wohl von Bevölkerung und Natur, um die Geschichte zu bewahren und sie für die Zukunft zu erhalten. Auf der Alpe Spluga im unteren Maggiatal kommen Wandernde in den Genuss der Leistungen eines Patriziats, demjenigen von Giumaglio. Über 100 Menschen leisteten 3500 Stunden freiwillige Arbeit, um drei der alten Alpgebäude zur gemütlichen Selbstversorgerunterkunft umzubauen, samt Dusche, WC, Vorratsraum, Küche, Terrasse und Schlafraum. Der Weg von Giumaglio zur Alpe Spluga ist lang und steil. Er macht erlebbar, unter welch harten Bedingungen die Bauern während Jahrhunderten im Tessin Landwirtschaft betrieben und jede noch so hoch gelegene Alp nutzten. Belohnt wurden sie auf der Alpe Spluga mit einer einzigartigen Aussicht auf das Maggiatal und den Lago Maggiore – so wie heute die Wandernden.

  • Route: Giumaglio (Start)-Capella di Cima – Arnau – Costa – Capanna Alpe Spluga – Bocchetta Canova – Capanna Osola - Brione.
  • Tag 1: 7.5 km; 1600 Hm Auf- und 100 Hm Abstieg; 4.75 h; T2
  • Tag 2: 14.2 km; 500 Hm Auf- und 1600 Hm Abstieg; 5.5 h; T3
  • Capanna Alpe Spluga (1839 m): offen bis Ende Oktober; Selbstversorgerhütte mit Getränken und etwas Lebensmitteln. www.alpespluga.ch
  • Tagestour: Von Giumaglio über Capella di Cima nach Arnau (schöner Aussichtspunkt). Zurück weniger steil über Berzona nach Giumaglio. (3.5 h).
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Capanna Campo Tencia – erste Hütte in den Tessiner Bergen

tenica
tenica

50 Berge über 3000 Meter Höhe zählt das Tessin. Die meisten teilt es mit seinen Nachbarn, der Campo Tencia indes liegt ausschliesslich auf Tessiner Boden. Mit seinen 3072 Metern kommt ihm die Ehre zu, der höchste, komplette Tessiner zu sein. Da braucht es eine Hütte an seinem Fuss, von der aus man seine Besteigung angehen kann. 1867 gelang dies zum ersten Mal, 1912 öffnete sodann die Capanna Campo Tencia ihre Türen, als erste Berghütte in den Tessiner Alpen. Heute beherbergt sie längst nicht mehr nur Gipfelstürmer. Ihre Lage zuhinterst im romantischen Val Piumogno mit seinem munteren Bergbach und den alten Wäldern, die Nähe zum Lago di Morghirolo, die ausgezeichnete Küche mit regionalen Spezialitäten und die Aussicht auf die Tessiner Bergwelt ziehen immer mehr Wandernde in ihren Bann. Der Blick reicht übrigens bis zu den Gletschern der 3402 Meter hohen Adula, dem anderen höchsten Berg im Tessin. Deren Gipfel teilt man sich mit Graubünden. Und die sagen dem Berg Rheinwaldhorn.

  • Route: Dalpe, Villagio (Start)-Val Piumogna – Crozlina – Capanna Campo Tencia – Lago di Morghirolo – Capannna Leit – Passo Vanit – Dalpe.
  • Tag 1: 7 km; 980 Hm Auf- und 30 Hm Abstieg; 3.5 h; T2
  • Tag 2: 13.7 km; 580 Hm Auf- und 1530 Hm Abstieg; 5 h; T3
  • Capanna Campo Tencia (2139 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 867 15 44; campotencia.casticino.ch
  • Tagestour: Mit der Seilbahn von Rodi zum Lago Tremorgio, danach via Passo Vanit und Lago di Morghirolo zur Hütte. Abstieg durchs Val Piumogno nach Dalpe (6 h).
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Capanna Quarnei – Kleinod in intakter Landschaft mit reicher Geschichte

quarnei
quarnei

Vielen Deutschschweizern ist bereits das Bleniotal unbekannnt, das den Lukmanierpass mit der Leventina verbindet, dem Haupttal des Tessins. Noch viel mehr gilt das für das Valle Malvaglia, einem Seitental des Bleniotals. Dabei ist dieses langgezogene Tal von einzigartiger Schönheit und noch weitgehend intakt. Es zieht sich von Malvaglia bis hinauf an den Fuss des Rheinwaldhorns und überwindet dabei 1800 Höhenmeter. Seine fünf Dörfer zeugen von einer reichen Vergangenheit. Die ältesten Bauten datieren aus dem 14. Jahrhundert, und bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Valle Malvaglia ganzjährig bewohnt. Rund 180 Menschen lebten hier, sie unterhielten Kirchen, eine Schule und eine vielgestaltige Alpwirtschaft. Die Schönheit und Einzigartigkeit des Val Malvaglia erfährt man auf einer Wanderung zur Capanna Quarnei, die mit ihrer spannenden Architektur die Sprache der Berge aufnimmt und mit ihren Baumaterialen Stein und Holz an die traditionelle Bauweise des Tals anknüpft.

  • Route: Dagro (Start)-Gordon – Monda – Pian Cimitero – Alpe della Bolla – Capannna Quarnei – Alpe di Quarnei – Alpe di Sceru – Alpe di Prou - Dagro.
  • Tag 1: 10 km; 1060 Hm Auf- und 370 Hm Abstieg; 4.5 h; T2
  • Tag 2: 13.6 km; 610 Hm Auf- und 1300 Hm Abstieg; 5 h; T2
  • Capanna Quarnei (2108 m): offen bis Mitte Oktober; Tel: 091 870 26 40; www.quarnei.ch
  • Für Geübte: Am zweiten Tag von der Capanna Quarnei über den Passo di Laghetto und die Adula-Hütten nach Dangio (6h und 1900 Hm steiler Abstieg).
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von Daniel Fleuti,

veröffentlicht am 06.09.2022


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