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Kein Witz: Lachen ist gesund

Kinder lachen zirka 400 Mal pro Tag, Erwachsene nur 15 Mal. Schade. Denn Humor hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und erhält zudem jung. Was Lachen alles bewirkt, erklärt Experte Daniel Sigrist.

Wie oft lachen wir pro Tag?

Daniel Sigrist: Erwachsene lachen im Durchschnitt 15 bis 20 Mal am Tag, Kinder dagegen bis zu 400 Mal, wie Studien zeigen. Diese grosse Differenz überrascht und motiviert mich zugleich, wieder öfters in meinem Alltag zu lachen. Vielleicht sollten wir einfach mehr Zeit mit Kindern verbringen und uns von ihrem Lachen anstecken lassen.

Warum lachen wir so wenig?

Im Alltag sind wir oft mit den unterschiedlichsten Tasks beschäftigt und mit dem Kopf ständig bei einem To-do, welches wir noch erledigen müssen. Wir sind ständigem Leistungsdruck und Stress ausgesetzt, da kann Lachen schon mal vergessen gehen. Ausserdem tragen wir als Erwachsene viel Verantwortung.

Wie können wir mehr lachen?

Ideal wäre, wenn wir öfters einmal im stressigen Alltag innehalten und die Welt durch Kinderaugen sehen würden. So könnten wir dank Lachen einen Glücksmoment erleben.

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Lachen macht Läufer schneller

Das beste Beispiel dafür ist der aktuelle Marathon-Weltrekordhalter Eliud Kipchoge. Wenn der Olympiasieger und Weltmeister einen Wettkampf bestreitet, ist dauernd ein Lächeln in seinem Gesicht zu sehen. Kipchoge sagt, dass er gezielt lächle, weil dies entspannend wirke und sein Schmerzempfinden lindere. Wer lacht, verbessert seine Laufökonomie um knapp zwei Prozent, weil er in diesem leicht entspannteren Zustand weniger Sauerstoff benötigt, zeigen Studien.

Warum ist Lachen gesund? 

Lachen verbessert die Lungenfunktion, versorgt das Gehirn mit mehr Sauerstoff und verpasst unseren Organen eine Massage. Unsere Immunabwehr steigt, da Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol abgebaut und gleichzeitig Glückshormone – Endorphine und Serotonin – ausgeschüttet werden. Die Muskulatur entspannt sich und der Blutdruck sinkt. Ausserdem halten uns die Glückshormone jung.

Unterstützt Lachen die Heilungskräfte im Körper?

Da Lachen den Stresslevel senkt, wird unsere Immunabwehr gestärkt und im vegetativen Nervensystem der Parasympathikus aktiviert. In dieser Entspannungsphase kann sich unser Körper schneller regenerieren und Selbstheilungskräfte aktivieren. Die Regeneration führt zu einer höheren Leistungsfähigkeit im Sport.

Welche Art von Lachen ist positiv?

Grundsätzlich würde ich alle Arten von Lachen als positiv bewerten, welche niemandem schaden. Auch Ironie insbesondere Selbstironie kann dazu dienen, dass wir mit einer herausfordernden Situation leichter umgehen und uns selbst nicht zu ernst nehmen. Selbst Sarkasmus würde ich nicht per se «negativ» bewerten, sondern kann unter Freunden ein Gespräch beleben. Wird Sarkasmus hingegen als Spott verwendet, dient er der Abwertung einer anderen Person und schadet dieser. Auslachen fühlt sich natürlich ebenfalls nicht schön an. Deshalb gilt als einfacher Leitsatz: Lachen ist dann positiv, wenn ich, aber auch andere sich dabei gut fühlen.

Was ist eigentlich Humor?

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Diese Redewendung kommt einer Definition von Humor relativ nahe. Denn Humor ist die Fähigkeit, auf alltägliche Herausforderungen gelassen zu reagieren. Umgangssprachlich bezeichnen wir Menschen, welche uns zum Lachen bringen, als humorvoll. Humor ist erlernbar und kann man somit trainieren, darauf weisen einige Studien hin. Im Bewusstsein, dass Humor unser Wohlbefinden positiv beeinflusst, können wir mehr Achtsamkeit für Alltagskomik erlernen.

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Sind humorvolle Menschen erfolgreicher als andere?

Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass uns Humor erfolgreicher macht. Mit humorvollen Menschen umgeben wir uns gerne, sie sind uns sympathisch und wir fühlen uns wohl. Humor lockert gerade in herausfordernden Situationen die Stimmung auf und wir können besser mit Stress umgehen. Das steigert die Motivation des gesamten Teams, wenn Vorgesetzte mit Humor statt mit Druck kommunizieren. Humor im Team ist wichtig, verbringen wir doch einen Grossteil unseres Erwachsenenlebens am Arbeitsplatz.

Lacht man in Gesellschaft besser als alleine?

Aus meinem Lieblingsfilm «Into the Wild» stammt das Zitat: «Happiness is only real when shared.» Bestimmt können wir auch alleine lachen und uns glücklich fühlen. Jedoch wird geteiltes Glück vermutlich multipliziert und «realer». Wir Menschen sind soziale Wesen, das war in der Evolution unser entscheidender Vorteil.

Funktioniert die Facial-Feedback-Theorie Ihrer Meinung nach? Sie besagt: Zieht man die Mundwinkel hoch, wird dem Körper «ich bin happy» signalisiert.

Die Theorie funktioniert meiner Meinung nach bestimmt. Wenn wir die Mundwinkel hochziehen, sind im Gehirn dieselben Areale aktiv wie bei «echtem» Lachen. Somit signalisieren wir unserem Gehirn, dass wir glücklich sind.

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von Silvia Schütz,

veröffentlicht am 31.03.2022


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