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Gallensteine: die Symptome und die Behandlung

Fast jeder dritte Mensch in der Schweiz hat Gallensteine, aber die meisten wissen nichts davon. Erst bei Beschwerden wie einer Gallenkolik stellt sich die Frage nach der Behandlung. Lernen Sie mehr über die Symptome und wann eine Operation an der Gallenblase nötig ist.

Wie sich Gallensteine bilden und woraus sie bestehen

Am Unterrand der Leber befindet sich die Gallenblase. Sie ist das Reservoir für Gallensäuren, die fortwährend in der Leber produziert werden. Nach einer fettreichen Mahlzeit schüttet die Gallenblase die Gallensäuren über den Gallengang in den Dünndarm aus. Dort spalten sie Fett in so kleine Teile, dass es von den Darmzellen aufgenommen werden kann. Wenn die Zusammensetzung des Gallensafts nicht ideal ist, können sich in der Gallenblase Steine bilden. Sie sind bei der Ultraschalluntersuchung erkennbar.

Die meisten Gallensteine sind weich und enthalten überwiegend Cholesterin. Etwa zehn Prozent der Gallensteine bestehen aus Gallenfarbstoff und Bilirubin, dem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Weitere zehn Prozent bestehen aus Calciumkarbonat.

Wie Gallensteine behandelt werden

Gallensteine, die keine Symptome verursachen, benötigen keine Behandlung. Bei wiederholten Beschwerden sollte man eine Operation erwägen und bedenken, dass die Komplikationsrate einer geplanten Operation immer kleiner ist als die eines notfallmässigen Eingriffs. Ab einer Gallensteingrösse von drei Zentimeter ist eine chirurgische Entfernung in jedem Fall, auch ohne Symptome, zu empfehlen.

Symptome von Gallensteinen und Gallenkolik

Die Risikofaktoren für Gallensteine
  • Übergewicht
  • Helle Haut
  • Weibliches Geschlecht (Verhältnis 2 Frauen : 1 Mann)
  • Hohe Östrogenspiegel (während der fruchtbaren Jahre der Frau, während der Schwangerschaft oder bei Hormoneinnahme)
  • Alter über 40 Jahre
  • Genetische Veranlagung
  • Fastenkuren oder rasche Gewichtsabnahme
  • Bestimmte Grunderkrankungen, zum Beispiel entzündliche Darmerkrankungen

Drei von vier Menschen mit Gallensteinen spüren nichts. Bei den anderen machen sich vor allem die Steine bemerkbar, die den Ausgang der Gallenblase oder den Gallengang verstopfen. Die Folge ist eine Gallenkolik.

Typisch sind krampfartige Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch, die in Wellen verlaufen und mindestens 15 Minuten andauern. Sie können in die rechte Schulter oder in den Rücken ausstrahlen und sind oft von Übelkeit oder Erbrechen begleitet.

Die Gallenblase versucht, die Blockade durch den steckengebliebenen Gallenstein mit Hilfe von Muskelkontraktionen zu beseitigen. Diese Muskelkontraktionen verursachen die Schmerzen. Gelingt der Steinabgang in den Darm, ist der Spuk vorüber – bis sich der nächste Stein im Gallengang verklemmt.

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Welche Komplikationen auftreten können

Wenn die Gallensäuren nicht abfliessen können, entzünden sich die Gallenblase und der Gallengang. Bei den meisten Menschen verbinden sich der Gallengang und der Gang der Bauchspeicheldrüse am Ende und münden gemeinsam in den Darm. So kann es als schwere Komplikation zu einem Rückstau der Verdauungssäfte in der Bauchspeicheldrüse kommen. Die Folge ist eine gefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Gallenkolik behandeln: Operation der Gallenblase

Bei ersten Symptomen versucht man es zunächst mit Nahrungskarenz, Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten. Bei einer Entzündung der Gallenblase bleiben nur Antibiotika und die rasche Operation (innert 48 Stunden).

Kommt es zu wiederkehrenden Beschwerden, ist es ratsam, die Gallenblase in einem geplanten, nicht notfallmässig durchgeführten Eingriff operativ zu entfernen. Meist wird die Gallenblase samt den Steinen mittels Schlüssellochchirurgie durch die Bauchdecke entfernt. Früher bedeutete dies eine mehrtägige Hospitalisation. Heute können die Betroffenen nach einem geplanten Eingriff oft am gleichen Tag wieder nach Hause.

Da die Gallenblase kein lebenswichtiges Organ ist, kann man auch ohne sie problemlos leben. Der kontinuierliche Gallenfluss von der Leber in den Darm ist für die Fettverdauung ausreichend.

Ein anderes Verfahren zum Entfernen eines eingeklemmten Gallensteins heisst ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie). Sie ähnelt einer Magen-Darm-Spiegelung und wird angewendet, wenn der Stein knapp vor der Mündung des Gallengangs feststeckt.

Gallensteinen vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und gesundem Körpergewicht senkt das Risiko für Gallensteine. Vorbeugende Medikamente sind nur in speziellen Fällen sinnvoll. Um Probleme mit Gallensteinen während einer Gewichtsreduktion zu verhindern, könnte Ursodeoxycholsäure helfen.

Abzuraten ist von sogenannten «Leberreinigungskuren» mit Speiseöl, Fruchtsaft und Bittersalz. Bei den hierbei ausgeschiedenen «Gallensteinen» handelt es sich in Wirklichkeit bloss um Fettklümpchen.

Personen, die schon sehr früh im Leben Gallensteine bekommen, haben manchmal zugrunde liegende Erkrankungen. In diesen Fällen muss eine weitere Abklärung erfolgen.

von Dr. med. Jacqueline Krane-Nuber,

veröffentlicht am 26.07.2022


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