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Nagelbettentzündung: So wird sie behandelt

Rot, heiss, schmerzhaft – wenn sich die Haut um die Finger- oder Zehennägel entzündet, ist oft zu intensive Nagelpflege schuld. Mit desinfizierenden Bädern heilt die Entzündung meist ab.

Die Haut um den Nagel rötet sich, schwillt an und schmerzt. Innerhalb von Tagen kann sich diese Infektion rund um den Nagel ausbreiten. Nagelumlauf heisst das im Volksmund, vom «Panaritium» reden Fachkundige. Als Folge einer Nagelbettentzündung kann sich der Nagel ablösen oder es kann sich eine quer verlaufende Rille im Nagel bilden. 

Wie entsteht eine Nagelbettentzündung?

Am Anfang steht eine kleine Bagatellverletzung, die oft nicht einmal bemerkt wurde: ein kleiner Riss in der Haut nahe eines Nagels, unsachgemässe Maniküre oder Pediküre, ein zu heftig abgezupftes Häutchen – und dann entzündet sich die Stelle. Der Grund für diese Nagelbettentzündung sind Bakterien, welche in die – oft unscheinbare – Wunde eingedrungen sind und zur Infektion geführt haben.

Wie die Nagelbettentzündung bekämpfen?

In den meisten Fällen hilft es, die betroffene Stelle mehrmals täglich in einer desinfizierenden Lösung zu baden, zum Beispiel in einem kleinen Schnapsglas oder einem gesäuberten Joghurtbecher. Gut geeignet ist dafür jodhaltige Desinfektionslösung aus der Apotheke. Man darf sie etwas verdünnen. Danach gut trocknen lassen.

Wie gefährlich ist eine Nagelbettentzündung?

Das kann verhindern, dass sich die Infektion bis ins darunterliegende Nagelbett und bis in den Fingerknochen ausbreitet, dass sich ein Abszess bildet oder dass der Nagelumlauf sogar zur Blutvergiftung führt. Dies sind seltene, aber ernste Komplikationen des Nagelumlaufs. Bei Diabetes kann die Immunabwehr vermindert sein. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes einen Nagelumlauf immer besonders sorgfältig behandeln (lassen).

  • Erkundigen Sie sich bei einem Nagelumlauf in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis, ob eine Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) nötig ist. Verschmutzte Wunden können als Eintrittspforten für Tetanusbakterien dienen, die ein tödliches Gift produzieren. Die Impfung schützt davor. In welchen Abständen diese Impfung aufgefrischt werden sollte, hängt vom Lebensalter ab und vom Tetanusrisiko der Wunde.
  • Bestimmte Hauttumore können eine chronische Nagelbettentzündung vortäuschen. Eine länger anhaltende Schwellung, Rötung oder Schuppung am Nagel sollte man deshalb einer Fachperson zeigen, um auszuschliessen, dass es sich um einen Hautkrebs handelt.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Wann muss der Nagel entfernt werden?

Bessert der Nagelumlauf mit den genannten einfachen Massnahmen nicht, oder ist er schon zu weit fortgeschritten, kann es nötig sein, die Wunde chirurgisch zu behandeln, damit der Eiter abfliessen und sie gereinigt werden kann. Manchmal ist es dabei nötig, den Nagel zu entfernen (er wächst wieder nach). Auch eine antibiotische Behandlung lokal oder durch Einnahme von Medikamenten kann dann nötig werden. Solange die Entzündung akut ist, sollte man den Finger möglichst ruhighalten. Wenn der Nagelumlauf durch einen eingewachsenen Nagel verursacht wurde, ist es sinnvoll, diese Ursache zu beheben.

Die Nagelbettentzündung geht nicht weg?

Neben dem akuten Nagelumlauf gibt es den chronischen. Schuld daran sind meist Chemikalien oder Allergie-auslösende Substanzen, die das Nagelbett über längere Zeit reizen, bis es sich entzündet. Als Folge davon können sich Pilze oder Bakterien am Entzündungsort einnisten. Die lang anhaltende Entzündung bewirkt Wachstumsstörungen und Veränderungen des Nagels; typisch sind quer verlaufende Rillen. Die Behandlung eines chronischen Nagelumlaufs besteht in erster Linie darin, ihre Ursache zu beseitigen.

Wie gegen Nagelbettentzündung vorbeugen?

Vorbeugend hilft es, die Haut um die Nägel mit einer hydratisierenden Basispflege geschmeidig zu halten und bei verletzungsträchtigen Arbeiten Schutzhandschuhe zu tragen. Übertriebene Nagelpflege, eingewachsene Nägel, Nägel beissen, Daumen lutschen und Tätigkeiten, bei denen die Nägel oft nass werden, gehören zu den Faktoren, die einen Nagelumlauf begünstigen.

von Dipl. med. Oliver Das,

veröffentlicht am 01.01.2023


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