Blutgerinnsel sind gefährlich, weil sie Blutgefässe teilweise oder vollständig verschliessen und dadurch die Durchblutung behindern können. Woran erkennt man eine Thrombose, und wie sieht die Behandlung und Prävention aus?
Thrombosen sind häufige Erkrankungen, bei denen ein Blutpfropf den Blutfluss behindert. In Europa sterben jährlich bis zu 500’000 Menschen daran. Die häufigste Komplikation ist eine durch Blutgerinnsel verursachte Lungenembolie.
Die Blutgerinnung ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers: Dabei werden Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren aktiviert, um Blutungen zu stoppen. Normalerweise geschieht das, wenn ein Blutgefäss verletzt wird. Schneiden wir uns zum Beispiel beim Kochen in den Finger, bildet sich an der verletzten Stelle ein Gerinnsel, das die Blutung stillt. Anschliessend wird dieses Blutgerinnsel – auch Thrombus genannt – vom Körper in der Regel wieder abgebaut.
Blutgerinnsel können sich jedoch auch in Blutgefässen bilden, ohne dass eine äussere Verletzung sichtbar ist. Solche Gerinnsel sind gefährlich, weil sie den Blutfluss behindern und das Gewebe schädigen können – entweder am Entstehungsort oder, wenn sie sich lösen und durch die Gefässe wandern, an anderer Stelle.
Von einer Thrombose spricht man also, wenn ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäss teilweise oder vollständig verschliesst.
Das Risiko für eine Reisethrombose ist gering, steigt bei Flügen ab vier Stunden jedoch leicht an. Wer bereits eine venöse Thromboembolie hatte und keine gerinnungshemmende Therapie mehr erhält, sollte vorher mit einer medizinischen Person über mögliche Präventionsmassnahmen sprechen.
Je nachdem, welches Blutgefäss betroffen ist, unterscheidet man zwei Hauptarten von Blutgerinnseln: arterielle und venöse.
Arterielle Thrombose: Arterielle Thrombosen entstehen in Arterien. Arterien sind die Blutgefässe, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportieren. Wenn sich Fett, Kalk und andere Stoffe an den Gefässwänden ablagern (sogenannte Arterienverkalkung oder Arteriosklerose) und solche Ablagerungen aufreissen, können sich dort plötzlich Blutgerinnsel bilden und das Blutgefäss einengen oder verschliessen. Wird eine Herzarterie verschlossen, kann es zu einem Herzinfarkt kommen. Wird eine Hirnarterie verschlossen, kann dies einen Schlaganfall auslösen. Eine arterielle Thrombose kann die Blutversorgung wichtiger Organe plötzlich unterbrechen und ist deshalb ein medizinischer Notfall.
Venöse Thrombose (Venenthrombose): Eine venöse Thrombose entsteht, wenn sich in einer Vene ein Blutgerinnsel bildet. Am häufigsten tritt eine solche Thrombose in den tiefen Venen der Beine oder des Beckens auf. Gefährlich wird es, wenn sich ein Teil des Gerinnsels löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangt. Dort kann es ein Blutgefäss verschliessen und zum Beispiel eine Lungenembolie verursachen. Dies ist die schwerwiegendste Komplikation einer venösen Thrombose und kann lebensbedrohlich sein.
Die Risikofaktoren für Blutgerinnsel in Arterien unterscheiden sich von denen in Venen, und manche Menschen haben eher ein erhöhtes Risiko für das eine als für das andere. Meist entsteht ein Blutgerinnsel durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Dazu gehören typischerweise Veränderungen der Gefässwände, des Blutflusses oder der Gerinnungsneigung unter anderem durch:
Aber auch bestimmte Lebensstil-Faktoren können das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel:
Je nachdem, wo sie auftreten, machen sich Thrombosen unterschiedlich bemerkbar. Gerade am Anfang sind die Symptome oft unspezifisch. Arterielle Thrombosen lösen meist sofort Schmerzen aus, die auch in Ruhe bleiben. Venöse Thrombosen können dagegen fast unbemerkt verlaufen, wenn sich das Gerinnsel von selbst wieder auflöst.
Eine Thrombose im Arm ist meist mit grossen Schmerzen verbunden. Ausserdem schwillt der Arm häufig an, und die Venen treten an der Hautoberfläche deutlich hervor.
Eine Venenthrombose im Bein kann sich zum Beispiel durch folgende Symptome bemerkbar machen:
Wenn sich aus der Venenthrombose eine Lungenembolie entwickelt, können zusätzlich Atemnot, Schwindel und Unruhe auftreten. Eine Lungenembolie ist ein Notfall und kann lebensgefährlich sein. Wenn du diese Anzeichen bemerkst, solltest du sofort den Rettungsdienst rufen.
Eine mögliche Thrombose darf nicht unterschätzt werden und erfordert umgehend ärztliche Abklärung. Eine schnelle Behandlung hilft, das Gerinnsel einzudämmen, die Durchblutung zu sichern und gefährliche Komplikationen zu verhindern.
Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto wichtiger ist die Vorbeugung von Thrombosen. Bei erhöhtem Risiko kann abhängig von der individuellen Situation eine medikamentöse Prävention sinnvoll sein. Aber auch einfache Massnahmen im Alltag können zur Prävention beitragen:
Die Broschüre erklärt kurz und verständlich, was Patientinnen und Patienten über Antithrombotika wissen sollten.
Gerinnungshemmende Medikamente werden häufig Blutverdünner genannt, fachlich heissen sie Antithrombotika. Anders als oft angenommen, verdünnen sie jedoch nicht das Blut, sondern verringern seine Gerinnungsfähigkeit.
Gerinnungshemmer kommen bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz, weil dort ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel besteht. Dazu zählen unter anderem Vorhofflimmern und Herzklappen- oder Stentoperationen, sowie frühere Thrombosen. Sie helfen, Gefässverschlüsse zu verhindern und damit schwere Folgen wie Schlaganfälle zu vermeiden.
Es gibt verschiedene Arten von Gerinnungshemmern:
Blutverdünner haben zwar alle das gleiche Ziel, nämlich Blutgerinnsel zu verhindern, wirken jedoch auf unterschiedliche Weise und werden in verschiedenen Verabreichungsformen eingesetzt. Welche Therapie geeignet ist, hängt von der behandelten Erkrankung, dem Alter, weiteren Erkrankungen sowie möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ab. Deshalb sollten Blutverdünner immer nur nach ärztlicher Absprache und unter engmaschiger ärztlicher Begleitung angewendet werden.
Gerinnungshemmer stoppen die Blutgerinnung nicht ganz. Sonst würde man bei einer Verletzung zu stark bluten. Sie sorgen aber dafür, dass das Blut langsamer gerinnt. Deshalb können Blutungen leichter auftreten. Darum sollten Patientinnen und Patienten unter anderem die folgenden Punkte beachten:
Ja, eine Thrombose kann gefährlich sein, denn das Gerinnsel kann wichtige Blutgefässe verstopfen.
Bei Verdacht auf eine akute Thrombose darf keine Lymphdrainage erfolgen, da sich das Gerinnsel lösen und eine Lungenembolie auslösen könnte. Nach der Behandlung kann sie wieder sinnvoll sein – wann genau, sollte jedoch unbedingt mit einer ärztlichen Fachperson abgeklärt werden.
Aspirin ist vor allem als Schmerzmittel bekannt. Der Arzt oder die Ärztin kann aber auch Aspirin zur Verhütung von arteriellen Thrombosen verschreiben. Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieser hemmt bereits in niedrigen Mengen das Zusammenballen der Blutplättchen.
Besteht der Verdacht auf ein Blutgerinnsel, muss dies unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Der Arzt entscheidet welche Massnahmen und Medikamente zur Behandlung notwendig sind.
Je nach Art und Ort der Thrombose kommen gerinnungshemmende Medikamente, Kompression und Bewegung oder – in schweren Fällen – eine medikamentöse Auflösung, ein Kathetereingriff oder eine operative Entfernung infrage.
Eine Thrombose an sich ist nicht vererbbar. Vererbt werden können jedoch bestimmte Risikofaktoren – zum Beispiel eine erhöhte Neigung, Blutgerinnsel zu bilden. Diese Veranlagung nennt man Thrombophilie. Sie kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln.
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