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Auf Schneeschuhen zu SAC-Hütten

Wenn im Unterland die ersten Blumen blühen und die Vögel zwitschern, dann herrscht in den Bergen noch tiefer Winter. Beste Zeit, um nochmals mit Schneeschuhen loszuziehen – zu SAC-Hütten, die mit Gemütlichkeit, Aussicht und Feinem aus der Küche locken.

Maighelshütte – Aussichtskanzel im Quellgebiet des Rheins (UR/GR)

Im Sommer wimmelt es zwischen dem Oberalppass und der Maighelshütte von Wanderern. Die Quelle des Rheins liegt hier oben, am malerischen Tomasee, der sich in schönsten Blautönen präsentiert. Im Winter ist die Welt eine andere. Tomasee und Rhein liegen unter einer meterhohen Schneedecke, Ruhe und Einsamkeit dominieren. Nun gewinnt die Bergwelt an Dominanz, präsentiert sich mit schroffen Felswänden, steilen Hängen, engen Tälern und mächtigen Bergen. Mitten in dieser Trutzburg aus Gneis thront die Maighelshütte, die Camona da Maighels, an bester Aussichtslage über dem Val Maighels. Den Blick ins weite Tal Richtung Süden und die Gastfreundschaft des Hüttenteams muss man sich verdienen, der Zustieg vom Oberalppass ist gespickt mit knackigen Ab- und Aufstiegen und Traversen. Auch das Wetter sollte man nicht unterschätzen: Im Quellgebiet des Rheins macht die Sonne dem Wind und dichten Wolken rasch Platz. Der viele Schnee nährt den längsten Fluss Europas. Nach 1231 Kilometern mündet der Rhein bei Hoek van Holland in die Nordsee. Der Leuchtturm am Oberalppass erinnert daran.

  • Start: Oberalppass 
  • Route: Plauncas Cuflegl – Milez (Alphütten) – Tgatlems – Plidutscha – Camona da Maighels. Zurück auf gleichem Weg oder ab Milez der geschlossenen Oberalp-Passstrasse entlang nach Tschamut (aufgepasst auf Schneerutsche vom Calmut). 
  • Länge: 11 km; 700 Hm Auf- und Abstieg; 4 h. Geeignet für eine Tages- oder Zweitagestour. 
  • Maighelshütte (2310 m): www.maighelshuette.ch, Telefon 081 949 15 51, offen bis Ende April. 
  • Schwierigkeit: mittel, ab Alp Milez Stangen zur Orientierung. 
  • Besondere Hinweise: zwischen Oberalppass und Plidutscha nicht dem Sommerweg folgen, dieser führt durch steiles Lawinengelände.

Spitzmeilenhütte – markante Hütte mit markanten Bergnachbarn

Foto: Daniel Fleuti

Gewisse Berge haben eine so markante Form, dass man sie auf Anhieb erkennt. Das Matterhorn ist der bekannteste unter ihnen. Die Churfirsten mit ihren in den Walensee abfallenden Felswänden gehören auch dazu. Und dann ist da noch der Spitzmeilen. Wo andere Berge einen «normalen» Gipfelaufbau haben, leistet er sich einen mächtigen Zapfen aus dunklem Gestein, so genanntem Liaskalk. Die Spitze des Spitzmeilen zu erklimmen ist eine Herausforderung, ein steiler Couloir führt zum obersten Punkt auf 2501 Metern. Für viele ist das ein Sommerabenteuer, im Winter geniesst man den Spitzmeilen aus Distanz – während der Schneeschuhtour vom Skigebiet Flumserberg zur Spitzmeilenhütte. Dann hat man auch seine Nachbarn Leist, Gulmen, Magerrain und Wissmilen im Blick. Sie begrenzen das weite Tal der Alp Fursch wie eine Arena und lassen einen eintauchen in eine Welt der Ruhe und Stille. Gemächlich ansteigend geht es so der Spitzmeilenhütte entgegen, die mit ihrer Form ihrem Namensgeber gleicht: ein moderner Holzwürfel mit ausgesprochen behaglichem Innenleben und einzigartiger Aussicht. Von gegenüber grüssen die Churfirsten.

  • Start: Maschgenkamm 
  • Route: Panüöl – Alp Fursch – Spitzmeilenhütte. Zurück auf gleichem Weg. In Panüöl Anschluss an die Bergbahnen Flumserberg oder weiter auf Winterwanderweg bis Prodalp. 
  • Länge: 11,5 km; 590 Hm Auf- und 800 Hm Abstieg; 4 h. Geeignet für eine Tages- oder Zweitagestour. 
  • Spitzmeilenhütte (2087 m): www.spitzmeilenhuette.ch, Telefon 081 733 22 32, offen Freitag bis Sonntag bis 3. April. Zu den übrigen Zeiten bietet der Winterraum Schutz und Getränke. 
  • Schwierigkeit: einfach, ab Alp Fursch Stangen zur Orientierung. 
  • Besondere Hinweise: ab Alp Fursch nicht dem Sommerweg folgen. Der markierte Winter-Hüttenweg ist lawinensicher.

(Fortsetzung weiter unten…)

Lämmerenhütte

Hoch über dem Gemmipass, im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis und im Herzen des Wildstrubelmassivs mit seinen Gletschern und Dreitausendern, liegt die Lämmerenhütte. Erst durch die weisse Weite des Lämmerenbodens, dann eine Steilstufe überwindend geht es zur Hütte. Mit etwas Glück erblickt man Steinwild und Bartgeier.

  • Route: Gemmipass – Lämmerenboden – Lämmerenhütte. Zurück auf gleichem Weg. 
  • Länge: 8,3 km; je 470 Hm Auf- und Abstieg; 3 h. Geeignet für eine Tages- oder Zweitagestour. 
  • Lämmerenhütte (2507 m): www.laemmerenhuette.ch, Telefon 027 470 25 15, offen bis Ende April. 
  • Schwierigkeit: mittel, als Schneeschuhroute markiert. 
  • Besondere Hinweise: präparierter Durchstieg durch die Steilstufe oberhalb des Lämmerenbodens. In der Hütte nach Lawinenverhältnissen erkundigen.

Chamonna Tuoi

Zuhinterst im Val Tuoi gelegen, zwischen dem Schellenursli-Dorf Guarda mit seinen reich verzierten Engadiner Häusern und dem Dreitausender Piz Buin, lädt die Chamonna Tuoi zum Besuch in die stille Unterengadiner Bergwelt. Unterwegs leistet der Bergbach La Clozza Gesellschaft, der sich mal unter dem Schnee versteckt und sich dann wieder munter sprudelnd zeigt.

  • Route: Guarda – Clüs – Perlas – Alp Suot – Chamonna Tuoi. Zurück auf gleichem Weg. 
  • Länge: 14 km; je 640 Hm Auf- und Abstieg; 5 h. Geeignet für eine Tages- oder Zweitagestour.
  • Chamonna Tuoi (2250 m): www.tuoi.ch, Telefon 081 862 23 22, offen bis Ende April. 
  • Schwierigkeit: einfach, Stangen zur Orientierung. 
  • Besondere Hinweise: Der Weg ist relativ lawinensicher. Im Frühling auf Schneerutsche achten.

Rifugio Saoseo

Das Val Poschiavo ist abgelegen, keine Frage. Das gilt noch viel mehr für sein Seitental, das Val da Camp. Doch die einzigartige Landschaft und die wilde Natur lohnen die weite Reise ins italienischsprachige Bündner Südtal. In dieser Märchenwelt liegt das Rifugio Saoseo, malerisch eingebettet zwischen Arven und Lärchen und dem Saoseo-See, der wie sein Nachbar Viola-See zu weiteren Touren lädt.

  • Route: Sfazù – Salva Dafora – Salina – Rifugio Saoseo. Zurück auf gleichem Weg. 
  • Länge: 8,5 km; je 360 Hm Auf- und Abstieg; 3 h. Geeignet für eine Tages- oder Zweitagestour. 
  • Rifugio Saoseo (1985 m): www.saoseo.ch, Telefon 081 844 07 66, offen bis Mitte April. 
  • Schwierigkeit: einfach, Stangen zur Orientierung. 
  • Besondere Hinweise: bei ÖV-Anreise Rufbus ab Poschiavo nach Sfazù (Telefon 0800 125 125).

(Fortsetzung weiter unten…)

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Capanna Corno Gries

Foto: Sven Stoppani

Alpenraumschiff nennt sie sich, die Capanna Corno Gries im Bedrettotal. Weit ab von der Welt fühlt man sich, erklimmt man die spektakulär gelegene Hütte mit ihrem futuristischen Aufbau. Ans Tessin erinnert hier wenig, zwischen Nufenenpass und Val Formazza locken Pässe, Stauseen, Gletscher und der höchste Windpark Europas. Und eine Nacht im Dach des Raumschiffs.

  • Route: All’Acqua – Alpe di Cruina – Capanna Corno Gries. Zurück auf gleichem Weg. 
  • Länge: 12 km; je 700 Hm Auf- und Abstieg; 4,5–5 h. Geeignet für eine Zweitagestour. 
  • Capanna Corno Gries (2338 m): www.corno-gries.ch, Telefon 091 869 11 29, offen gemäss Website. 
  • Schwierigkeit: anspruchsvoll, keine Markierungen. 
  • Besondere Hinweise: für geübte Schneeschuhläufer*innen mit guten Lawinenkenntnissen.

Rotondohütte

Foto: Hugo Vincent

Als Skifahren in Mode kam, realisierte die SAC-Sektion Lägern im Gletschergebiet der Furka die Rotondohütte. Das war 1909. Die Gletscher sind auf dem Rückzug, doch die Hütte im schneereichen Witenwasserental erfreut sich immer noch grosser Winterbeliebtheit. Das mag auch am Zustieg liegen: 33 Stangen weisen den Weg. Erstmals gesetzt wurden sie 1935, und jede trägt eine Nummer.

  • Route: Realp – Schweig – Oberchäseren – Witenwasserenstafel – Rotondohütte. Zurück auf gleichem Weg. 
  • Länge: 17 km; je 1100 Hm Auf- und Abstieg; 7–8 h. Geeignet für eine Zweitagestour. 
  • Rotondohütte (2570 m): www.rotondohuette.ch, Telefon 041 887 16 16, offen bis Ende April. 
  • Schwierigkeit: anspruchsvoll, ab Schweig markiert. 
  • Besondere Hinweise: relativ lawinensicherer Winterzustieg, aber rasche Wetterwechsel.

Wichtig zu wissen

Alle hier vorgestellten Schneeschuhtouren zu SAC-Hütten führen in alpines Gelände. Die Routen sind ungesichert und werden nicht unterhalten. Die Begehung erfolgt auf eigenes Risiko, auch dort, wo Stangen bei der Orientierung helfen. Die Hüttenzustiege folgen den Skirouten, die auf den Swisstopo-Skitourenkarten eingezeichnet sind und unter www.map.geo.admin.ch abgerufen werden können. Sämtliche Hütten sind Ausgangspunkte für weitere schöne Schneeschuhtouren.

Basis einer Schneeschuhtour ist der sichere Umgang mit alpinen Gefahren, insbesondere der Lawinengefahr und der Orientierung. Eine komplette Lawinenausrüstung wie auch Hilfsmittel zur Orientierung gehören mit auf die Tour. Zu den aktuellen Verhältnissen geben die Hüttenwarte gerne Auskunft. Im Frühling sollte eine Schneeschuhwanderung früh gestartet und früh beendet werden, da mit der tageszeitlichen Erwärmung mit Schneerutschen gerechnet werden muss.

Mehr Ausflugstipps

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von Daniel Fleuti,

veröffentlicht am 22.03.2022


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