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Sehnenscheidenentzündung: Was tun, wenn die Sehne schmerzt und knirscht

Am häufigsten treten Sehnenscheidenentzündungen am Handgelenk, am Ellbogen oder an der Achillessehne auf. Ihre Behandlung erfordert Geduld. Bei einer Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk hilft ein ergonomisch besser eingerichteter Arbeitsplatz oft, Rückfälle zu vermeiden.

Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen. Jedes Mal, wenn sich der Muskel zusammenzieht, bewegt sich folglich auch die dazugehörende Sehne in ihrer Sehnenscheide. Das ist eine dünne Hülle aus Bindegewebe, welche die Sehne umgibt.

Sehnen brauchen viel länger als Muskeln, um sich an erhöhte Belastungen zu gewöhnen. Sie sind bei ungenügendem Training darum rascher überlastet als die Muskulatur. Insbesondere wiederholte, immer gleiche Bewegungen oder Fehlbelastungen führen zur Überlastung.

Die Symptome der Sehnenscheidenentzündung

Die Folge: Die Sehnenscheide schwillt an und schmerzt, vor allem bei Belastung. Manchmal sind beim Bewegen auch leise, knirschende Geräusche zu hören. Eine solche Sehnenscheidenentzündung kann im Prinzip an jeder Sehne auftreten. Am häufigsten betroffen sind das Handgelenk, der Ellbogen («Tennisellbogen») und die Achillessehne.

Computerarbeit oder Sport als häufige Ursachen

Der Grund für die Überlastung der Sehnen am Handgelenk ist oft eine unergonomische Arbeitshaltung am Computer mit zu stark angewinkeltem Handgelenk. Entzündungen der Achillessehne rühren häufig daher, dass die Sehne durch eine Fehlstellung im Sprunggelenk fehlbelastet wird. Auch falsches Schuhwerk, beispielsweise beim Joggen, kann der Achillessehne so zusetzen, dass es zur Entzündung kommt.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung sind Geduld und Disziplin nötig. Geduld, weil Sehnen und Sehnenscheiden eben länger brauchen, um zu heilen. Oft dauert es mehrere Wochen, bis die Schmerzen verschwunden und die Sehne wieder voll belastbar ist.

Die Behandlung bei einer Sehnenscheidenentzündung

Behandelt wird die Sehnenscheidenentzündung, indem man der Sehne eine Pause gönnt und sie mit Hilfe einer Schiene oder einer Bandage ruhig stellt. Im stark entzündeten Zustand ist leichtes Kühlen meist angenehm, später dann tut Wärme oft wohler. Am besten probiert man es aus und macht das, was am meisten hilft.

Physiotherapie und entzündungshemmende Schmerzmittel wie etwa Ibuprofen (als Gel aufgetragen oder zum Einnehmen) können ebenfalls hilfreich sein.

Wenn trotz aller Bemühungen innerhalb eines Jahres keine Besserung eintritt, kann eine gezielt gesetzte Spritze mit Kortison oder Eigenblut die Entzündung bessern.

So beugt man vor und vermeidet Rückfälle

Tipps
  • Bei Sehnenschmerzen, die länger als drei bis vier Wochen dauern, sollte man eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren, um eine Chronifizierung zu vermeiden.
  • Wiederkehrende Schmerzen im Gelenkbereich, vor allem, wenn sie an verschiedenen Stellen auftreten, können auf eine rheumatische Erkrankung hindeuten.
  • Bestimmte Antibiotika (sogenannte Chinolone) verursachen als unerwünschte Wirkung selten Sehnenentzündungen und sogar Sehnenrisse. Typischerweise ist die Achillessehne betroffen. Wer während oder nach der Einnahme eines solchen Antibiotikums Sehnenschmerzen bekommt, sollte umgehend seine Ärztin oder seinen Arzt kontaktieren.

Disziplin ist nötig, um Rückfälle zu vermeiden. Sehnen brauchen Abwechslung anstelle der immer gleichen Haltung oder Bewegung. Deshalb sollte man die Tätigkeiten, die zur Sehnenscheidenentzündung geführt haben, immer wieder unterbrechen und sie möglichst ergonomischer durchführen. Andernfalls kann es zur chronischen Sehnenscheidenentzündung kommen – bis hin zum Sehnenriss oder zur Invalidität.

Vorbeugen heisst bei der Sehnenscheidenentzündung: Anstatt im Sitzen am Computer zu arbeiten, ist ein Hochtisch zu empfehlen, um die Handgelenkssehnen zu entlasten. Die Computermaus sollte man mindestens vorübergehend mit der gesunden Hand bedienen (es braucht es einige Stunden bis wenige Tage, bis man sich umgestellt hat, aber es klappt).

Vor dem Sport sind Stretching und Vorwärmen wichtig. Ein guter Trainingsplan sorgt dafür, dass die Sehnen genügend Zeit erhalten, um sich an erhöhte Trainingsbelastungen zu adaptieren. Genügend Regenerationszeit einplanen!

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von Dr. med Eirini Tsampikaki,

veröffentlicht am 24.04.2023


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