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Bauchspeicheldrüsenentzündung – was ist das?

Die sogenannte Pankreatitis ist selten, aber Ernst zu nehmen. Gallensteine sind ein wichtiger Auslöser dieser Erkrankung. Pro Jahr erkranken etwa sieben von 10’000 Erwachsenen – meist ab dem mittleren Alter – an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Welche Aufgaben erfüllt die Bauchspeicheldrüse?

Dieses längliche Organ befindet sich unterhalb des Magens etwa in der Mitte des Bauchs. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssäfte, die über einen Gang direkt in den Dünndarm gelangen. Sie helfen, Fett und Eiweiss aus der Nahrung zu zerlegen, so dass sie vom Darm aufgenommen werden können.  Die Bauchspeicheldrüse – medizinisch «Pankreas» genannt – erfüllt noch weitere, wichtige Funktionen. Sie gibt Hormone wie Insulin und Glucagon ins Blut ab und reguliert damit den Blutzuckerspiegel.

Die Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung

Bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommt es zu starken Bauchschmerzen, meist unterhalb der Brustbeins. Die Betroffenen beschreiben diese Schmerzen typischerweise als gürtelförmig. Oft legen sie sich am liebsten zusammengekrümmt auf die Seite um sich Erleichterung zu verschaffen. Die Schmerzen können auch in den Rücken ausstrahlen. Appetitverlust, Übelkeit oder Erbrechen und Fieber sind weitere typische Anzeichen der «Pankreatitis». So heisst die Bauchspeicheldrüsenentzündung in der Fachsprache. Die chronische Pankreatitis führt wegen Appetitmangels oft zu einem Gewichtsverlust. Ein weiteres typisches Symptom: Der Stuhl wird «ölig» und schwimmt im WC. Das liegt daran, dass die Fettverdauung wegen fehlender Enzyme schlechter funktioniert, deshalb mehr Fett aus der Nahrung im Darm verbleibt und mit dem Stuhl wieder ausgeschieden wird. Das äussert sich mit Durchfall. Manchmal werden dann auch fettlösliche Vitamine schlechter aufgenommen. Auch zum Diabetes kann es als Folge der Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen, wenn zu viele der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt wurden.

Welche Ursachen hat die Pankreatitis?

Einer der Hauptgründe ist ein eingeklemmter Gallenstein. Bei den meisten Menschen verbinden sich der Gallengang und der Gang der Bauchspeicheldrüse und bilden einen gemeinsamen Gang, der in den Darm mündet.  Verklemmt sich in dieser gemeinsamen Strecke ein Gallenstein, dann fliesst die Gallenflüssigkeit in die Gallenblase zurück und die Verdauungsenzyme stauen sich in der Bauchspeicheldrüse, anstatt in den Darm abfliessen zu können. Da diese Verdauungssäfte sehr aggressiv sind, löst dieser Stau die Entzündung der Bauchspeicheldrüse aus. Hoher Alkoholkonsum ist ein weiterer, häufiger Grund für eine Pankreatitis.

Andere Ursachen sind gut- oder bösartige Tumore, die den Bauchspeicheldrüsengang abklemmen, sehr hohe Blutfettwerte (Triglyceridwerte), Nebenwirkungen verschiedener Medikamente oder eine Autoimmunerkrankung.

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Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann ähnliche Symptome hervorrufen wie zum Beispiel ein Herzinfarkt, ein Teilriss der grossen Schlagader (Aorta) oder eine Krebserkrankung. Deshalb sollte man rasch einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Blutuntersuchungen, eine Ultraschall-Untersuchung, ein Computertomogramm, oder ein sogenanntes Cholangio-MRI können nötig sein, um die Pankreatitis zu diagnostizieren und insbesondere um den verursachenden Gallenstein darzustellen.

Wie wird die Bauchspeicheldrüsenentzündung behandelt?

Eine gezielte Therapie gibt es nicht – ausser, ein eingeklemmter Gallenstein ist schuld am Übel. Dann kann man versuchen, ihn mittels Katheter (sogenannte «endoskopisch-retrograde Cholangiografie») aus dem Mündungsgang zu entfernen. Meist aber bessert sich die Entzündung bei Nahrungskarenz – man nimmt keine Nahrung mehr zu sich – spontan. Damit der Körper genügend Flüssigkeit erhält, sind intravenöse Infusionen nötig. Starke Schmerzmittel und Medikamente gegen die Übelkeit helfen, die Symptome zu lindern.

Welche Folgen kann eine Pankreatitis haben und was sind die Risikofaktoren?

Pankreatitis: Tipps zum Vorbeugen
  • Vermeiden Sie exzessiven Alkoholkonsum. Wer schon einmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte, muss auf Alkohol verzichten.
  • Verzichten Sie aufs Rauchen.
  • Versuchen Sie ein gesundes Körpergewicht zu bewahren.
  • Lassen Sie regelmässig von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin behandeln, wenn Sie am «metabolischen Syndrom» (Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes,  hohe Cholesterinwerte) leiden.
  • Falls Sie schon einmal eine Gallenkolik hatten, kann es sinnvoll sein, mit Ihrem Arzt über eine mögliche operative Entfernung der Gallenblase zu sprechen.

Im besten Fall klingt die Erkrankung innert weniger Wochen folgenlos ab. Bei einem schweren Verlauf hingegen kann das Organ mehr oder weniger durch «Selbstverdauung» beschädigt werden. Damit gehen auch die Bauchspeicheldrüsenzellen zugrunde, welche das Insulin produzieren. Die Betroffenen benötigen dann eine lebenslange Behandlung mit Insulin und Verdauungsenzymen. Im schlimmsten – zum Glück seltenen – Fall breitet sich von der Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgehend eine Infektion im ganzen Körper aus und die Erkrankung führt zum Tod.

Oft kommen bei der Pankreatitis mehrere Umstände zusammen: Gallensteine, eine schwere Mahlzeit, ein hoher Alkoholkonsum oder eine banale Infektion sind mögliche Auslöser. Auch das Rauchen kann das Auftreten einer Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigen. Eine gesunde Lebensweise und ein angemessenes Körpergewicht tragen also zur Vorbeugung bei. Insgesamt sind mehr Männer von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung betroffen als Frauen, das Verhältnis gleicht sich jedoch immer mehr an.

von Dr. med. Luc Ka Sing Ho,

veröffentlicht am 29.08.2022


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