Eingewachsene Haare sind nicht nur lästig, sondern können auch zu Entzündungen und Juckreiz führen. Besonders Menschen mit lockigem oder kräftigem Haar sind betroffen. Erfahre hier, warum Haare einwachsen, welche Körperstellen besonders anfällig sind und wie du eingewachsene Haare effektiv entfernen und vorbeugen kannst.
Eingewachsene Haare entstehen häufig durch Nassrasur, Epilation oder chemische Haarentfernung. «Dabei werden die Haarspitzen scharf abgeschnitten, sodass das Haar in die falsche Richtung nachwächst und in die Haut eindringt», erklärt Oliver Das, Facharzt für Dermatologie, Medbase Zürich Oerlikon. «Besonders lockige Haare sind anfällig, da sie oft schräg aus der Haut wachsen und sich beim weiteren Wachstum Richtung Hautoberfläche biegen.»
Ein weiterer Mechanismus: Das Haar wird so stark gekürzt, dass es in den Haarschaft zurückgleitet. Beim Nachwachsen kann es sich einrollen und in die Haut zurückwachsen. Dadurch entsteht eine Fremdkörperreaktion, die zu Entzündungen im Haarfollikel führt.
Ein eingewachsenes Haar entsteht, wenn es unter der Hautoberfläche weiterwächst. Nach der Rasur kann es sich zurückziehen, einrollen und als rote oder hautfarbene Unebenheit sichtbar werden.
Kräftige, lockige Haare wachsen eher ein als zarte, gerade. Deshalb haben dunkler pigmentierte Menschen mit südländischer oder afrikanischer Abstammung öfter eingewachsene Haare. Auch Männer mit starkem Bartwuchs sind eher betroffen.
Einwachsen können die Haare überall:
Der Sonderfall: Eingewachsene Haare am Auge, welche die Bindehaut des Auges reizen. Das kann bei Verletzungen oder Augenerkrankungen vorkommen. Dann ist der Augenarzt oder die Augenärztin die richtige Ansprechperson.
«Wenn ein Haar eingewachsen ist, kann man mit einer sterilen Pinzette oder Nadel vorsichtig versuchen, die Haarspitze zu befreien – aber bitte, ohne dass es dabei zu Verletzungen kommt oder die Entzündung noch schlimmer wird», so Oliver Das. Danach wird die Stelle desinfiziert. Herauszupfen sollte man die Haare besser nicht, denn das kann sie zusätzlich reizen.
Eine Entzündung durch ein eingewachsenes Haar verschlimmert sich, wenn man die Stelle aufsticht. Stattdessen reinigt man sie sanft mit warmem Wasser und milder Seife und trägt antiseptische Creme auf. Verschlimmert sich die Entzündung, klärt ein Arzt die Ursache.
«Die einfachste Vorbeugung ist, aufs Rasieren und Epilieren zu verzichten und die Haare wachsen zu lassen», weiss der Facharzt. «Aber das ist für die Mehrheit keine Option.» Um eingewachsene Haare zu behandeln und vorzubeugen, gibt es mehrere Methoden:
Ein Peeling ist eine der effektivsten Methoden, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen, die die Haarfollikel blockieren können:
Gut durchfeuchtete Haut ist elastischer und weniger anfällig für eingewachsene Haare. Produkte mit Aloe Vera, Harnstoff (Urea) oder Panthenol beruhigen die Haut und fördern die Regeneration.
Eine unsachgemässe Rasur ist eine häufige Ursache für eingewachsene Haare. Achte auf folgende Punkte:
Eine Laser-Haarentfernung kann das Risiko eingewachsener Haare langfristig minimieren. Laserbehandlungen zielen auf die Haarfollikel ab und reduzieren das Haarwachstum dauerhaft. Oder man nutzt eine Haarentfernungscreme mit dem Wirkstoff Thioglycolat, dadurch wird die Hornschicht der Haare aufgelöst. Aber Vorsicht: Haarentfernungscremes können bei einigen auch zu Hautirritationen führen.