Schützt eine Sonnenbrille mit dunklen Gläsern besser als eine mit hellen? Können Augen einen Sonnenbrand bekommen? Mythen und Fakten zum Thema Sonnenschutz für die Augen.
Richtig. Wer seine Augen zu lange und intensiv dem Sonnenlicht aussetzt, riskiert einen akuten schmerzhaften Schaden an der Augenoberfläche. Wie bei einem Sonnenbrand der Haut treten die Beschwerden innerhalb von sechs bis acht Stunden nach der UV-Einstrahlung auf. Typische Symptome sind:
In diesem Fall empfiehlt sich ein Besuch beim Augenarzt.
Korrekt. Ebenfalls ähnlich wie bei der Hautalterung, die durch die kumulierte UV-Strahlung gefördert wird, entstehen auch im Auge Veränderungen, die mit erhöhtem Sonnenkonsum einhergehen. Äusserlich sichtbar sind die Veränderungen an der Bindehaut zwischen Ober- und Unterlid. Sie wird gelblicher, teilweise entstehen Verdickungen, sogenannte Pinguecula oder es kommt zum Aufwachsen von Bindehaut auf die Hornhaut (Flügelfell oder Pterygium genannt). Typischerweise tritt ein Pterygium oder ein sogenanntes Flügelfell vor allem bei Menschen in südlicheren Ländern auf.
Das ist wahr. Das Sonnenlicht besteht nicht nur aus UV-Strahlung, sondern hat ein grosses Spektrum bis hin zu Infrarotstrahlung. Diese macht sich durch Wärme bemerkbar. Infrarotstrahlung kann angenehm sein und harmlos, beispielsweise die Strahlen der Infrarotfernbedienung. Bei einem Elektrogrill oder beim Schweissen beispielsweise gibt die Infrarotstrahlung aber sehr hohe Temperaturen ab, die nicht nur die Hornhaut und Linse, sondern auch die Netzhaut, insbesondere die Macula, schädigen. Sämtliche in das Auge einfallende Strahlen werden in der Macula gebündelt. Der Brennpunkt wird dann warm, kann nicht ausreichend gekühlt werden, es entstehen
Wassereinlagerungen, Blasen und auch Löcher mit irreversiblem Sehverlust. Deswegen nie direkt in die Sonne schauen. Das gleiche gilt für Lichtbogen und gewisse Laser. (Fortsetzung weiter unten…)
Das ist richtig. Durch UV-Belastung und insbesondere die UV-B-Strahlung altert die Linse schneller. Mit der Alterung kommt es zu Eintrübungen, bis die Augenlinse völlig milchig und grau wird. Um den grauen Star (Katarakt) vorzubeugen, sollte man eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen, auf eine gesunde Ernährung achten und aufs Rauchen verzichten.
Nein. Dunkle Brillengläser schützen nicht besser vor UV-Strahlung. Ohne UV-Schutz können dunkel getönte Gläser dem Auge sogar eher schaden, da sich die Pupillen bei Dunkelheit weiten und dadurch mehr Strahlung ins Auge gelangt. In Kombination mit einem wirksamen UV-Schutz sorgt eine Tönung der Sonnenbrille jedoch für ein angenehmes Sehen, da die einfallende Lichtmenge durch den Blendschutz insgesamt reduziert wird. Die Blendschutzkategorien reichen von 0 bis 4. Je höher der Blendschutzwert, desto mehr Licht wird herausgefiltert:
Ja. Und viel wichtiger ist, dass sie die Aufschrift «UV400» oder «100 Prozent UV-Schutz» tragen. Diese Kennzeichnung besagt, dass die Sonnenbrille alle UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausfiltert und damit die Augen vor schädigenden UV-Strahlen schützt. Darüber hinaus ist ein zusätzlicher Infrarotschutz empfehlenswert, vor allem für Orte, an denen die Sonnenstrahlung besonders intensiv ist, wie etwa am Meer oder im Schnee. Das CE-Zeichen hingegen müssen alle Sonnenbrillen tragen: Es zeigt an, dass mindestens ein UV-Schutz bis 380 Nanometer vorhanden ist und das Produkt den geltenden EU-Richtlinien entspricht. Allerdings wird diese Angabe von keiner unabhängigen Stelle überprüft.