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Blutspenden – warum sie so wichtig sind und was zu beachten ist

Kann ich nach dem Blutspenden gleich wieder Auto fahren oder Sport machen? Und wie viel Blut wird entnommen? Diese sieben Punkte sollten Sie kennen, wenn Sie Blut spenden wollen.

Jeden Tag werden in der Schweiz rund 700 Blutspenden gebraucht. Blutspenden sind nur begrenzte Zeit haltbar, die roten Blutkörperchen beispielsweise halten nur 42 bis 49 Tage. Die Blutplättchen sogar nur 7 Tage. Der Blutvorrat und der Bedarf sind von Region zu Region unterschiedlich. Deshalb sind Blutspenden wichtig.

1. Wer darf Blut spenden?

  • Zum Blutspenden muss man mindestens 18 alt sein. Wer zum ersten Mal spendet, darf nicht älter als 60 Jahre sein. Wer es regelmässig tut, kann bis zum 75. Lebensjahr Blut spenden. Mehrfachspender zwischen 65 und 75 Jahren müssen jedoch in bestimmten Abständen von einem Arzt des regionalen Blutspendedienstes für die Spende zugelassen werden.
  • Wer Blut spenden will, muss mindestens 50 Kilogramm wiegen. Denn: Das entnommene Blutvolumen muss weniger als 13 Prozent des gesamten Blutvolumens betragen. Ist jemand weniger als 50 Kilogramm schwer, ist das nicht mehr der Fall.
  • Nach einer grösseren Operation oder einer Geburt gilt eine Wartefrist von zwölf Monaten. Operationen und Geburten können zu Blutverlust führen. Der Körper braucht Zeit, um diesen Verlust auszugleichen und zu genesen.
  • Auch die letzten Ferien spielen eine Rolle: In vielen Ländern besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken. Um das Risiko einer Übertragung auszuschliessen, müssen deshalb gewisse Wartezeiten eingehalten werden. Mit dem Travelcheck können Blutspenderinnen und -spender bereits im Vorfeld herausfinden, wie lange diese dauert. Wer unsicher ist, kann sich auch beim regionalen Blutspendedienst erkundigen.
  • Nach einem neuen Piercing oder Tattoo gilt eine Wartefrist von 4 Monaten. Die kleinen Verletzungen, die beim Stechen entstehen, können Eingangspforten für Bakterien und Viren sein. Die Wartefrist soll Entzündungen und Infektionen ausschliessen.
  • Seit dem 1. Juli 2017 dürfen auch homosexuelle oder bisexuelle Männer Blut spenden. Allerdings müssen die Männer vor der Spende 12 Monate sexuell abstinent gelebt haben. Derzeit liegen zwei von einer Expertengruppe von Blutspende SRK Schweiz ausgearbeitete Vorschläge bei Swissmedic zur Prüfung vor, die weder nach Geschlecht noch nach sexueller Orientierung unterscheiden sollen.

2. Wer darf kein Blut spenden?

  • Wer in den letzten vier Monaten Sex mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner hatte, auch wenn es sich um geschützten Sex handelte. Wechselnde Sexualpartner gelten als Risikofaktor.
  • Wer positiv getestet ist auf HIV (AIDS), Syphilis, Hepatitis C und Hepatitis B.
  • Wer Drogen gespritzt hat, früher oder aktuell.
  • Wer nach dem 1. Januar 1980 selbst Bluttransfusionen bekommen hat. Der Grund: Seit 1980 sind mehrere Fälle von einer Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit aufgetreten, eine Übertragung via Blut kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Wer sich zwischen 1980 und 1996 mehr als sechs Monate oder länger im Vereinigten Königreich aufgehalten hat, also in England, Wales, Schottland, Nordirland, Isle of Man, Kanalinseln, Gibraltar oder den Falklandinseln. UK war weltweit am stärksten von BSE (Rinderwahnsinn) betroffen und hatte die höchste Anzahl an Fällen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

3. Wie lange dauert die Blutspende?

Die Blutabnahme dauert etwa 10 Minuten. Nach der Spende sollten Sie jedoch ein paar Minuten auf der Liege ruhen. Für alle Schritte der Blutspende inklusive Fragebogen, Vorgespräch und der anschliessenden Stärkung sollten Sie ungefähr 45 Minuten einplanen.

4. Wie viel Blut wird genommen und bis wann ist es ersetzt?

In der Regel werden 450 Milliliter Blut genommen. Dies entspricht etwa 8 bis 10 Prozent des Gesamtvolumens.

Der Verlust wird vom Organismus schnell wieder ausgeglichen. Die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtigen weissen Blutkörperchen und die Blutflüssigkeit (Plasma) werden innerhalb von wenigen Tagen ersetzt. Die roten Blutkörperchen im Blut haben sich nach sieben Tagen wieder dem Ausgangswert angeglichen, im Knochenmark dauert die Neubildung mehrere Wochen.

(Fortsetzung weiter unten…)

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5. Welche Blutgruppen können für welche anderen spenden?

Von welcher Blutgruppe hat es immer zu wenig Vorrat?

Von der Blutgruppe 0–. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung haben diese Blutgruppe. Mehr dazu im Blutgruppenbarometer von Blutspende Schweiz.

Menschen mit Blutgruppe 0– sind sogenannte «Universalspender»: Ihre Blutspende kann im Notfall allen anderen Personen verabreicht werden. Umgekehrt gilt das nicht: Wer selbst 0– ist, benötigt bei einer Bluttransfusion unbedingt die Blutgruppe 0–, sonst kommt es zur Abwehrreaktion. Die Blutgruppen A und B können nur innerhalb ihrer eigenen Blutgruppe spenden. Sie haben Antikörper gegen die jeweils andere Blutgruppe im Blut.

Bei Menschen mit Blutgruppe AB ist eine Transfusion am einfachsten. Sie haben keine Antikörper gegen A oder B und vertragen deshalb Blutspenden der Blutgruppe 0, A, B oder AB.

6. Wie kann man sich auf die Blutspende vorbereiten?

  • Trinken Sie genug vor der Spende. Das heisst mehr als 1 Liter, über den ganzen Tag verteilt und unmittelbar vor der Spende.
  • Essen Sie vor der Spende eine Kleinigkeit, spenden Sie nicht mit nüchternem Magen.
  • Wenn Sie zum ersten Mal Blut spenden, bringen Sie einen Ausweis mit (Identitätskarte, Pass oder Führerschein)
  • Unternehmen Sie vor der Spende keine grossen körperlichen Anstrengungen.

7. Was sollte man nach dem Spenden beachten?

  • Unmittelbar nach der Spende sollten Sie sitzen bleiben, sich ausruhen, trinken und eine Kleinigkeit essen. Es gibt nach der Spende einen kleinen kostenlosen Imbiss. 
  • Bis 24 Stunden nach der Blutspende sollten Sie auf grössere körperliche Anstrengungen und intensiven Sport verzichten sowie weiterhin ausreichend trinken. Ansonsten gelten für Freizeitsportlerinnen und -sportler keine Einschränkungen. Spitzensportler dagegen sollten während der Wettkampfsaison auf eine Spende verzichten.
  • Wenn Sie sich wohlfühlen, können Sie nach einer Ruhepause von 30 Minuten auch wieder Auto fahren. Für das Pilotieren von Flugzeugen müssen jedoch mindestens 48 Stunden, für das Führen von Zügen und Autobussen mindestens 12 Stunden Ruhezeit eingehalten werden.

von Susanne Schmid Lopardo,

veröffentlicht am 30.05.2023


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