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Gesünder leben?

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Diabetes Typ 1 und Typ 2: Unterschied, Symptome und Behandlung

Die Zuckerkrankheit ist ein grassierendes Problem der Zivilisationsgesellschaft. Doch manchmal hat Diabetes auch andere Ursachen als Übergewicht und Bewegungsmangel. Wir erklären den Unterschied von Diabetes Typ 1 und Typ 2.

Immer mehr Menschen leiden an der Zuckerkrankheit, darunter auch zunehmend jüngere. In den meisten Fällen liegt der Grund bei einem ungünstigen Lebensstil, also zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und zu viele Pfunde. Doch manchmal ist die Krankheit auch angeboren. Längerfristig kann ein erhöhter Blutzucker schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, den Blutzucker ab dem 40. Lebensjahr gelegentlich kontrollieren zu lassen. 

Blutzuckermessung in den Medbase-Apotheken: Zu den Standorten und zur Terminbuchung.

Was ist Diabetes?

Diabetes – auch Zuckerkrankheit genannt – ist eine Stoffwechselstörung, bei welcher der Blutzucker erhöht ist, weil zu wenig Insulin produziert wird oder dieses zu wenig gut wirkt. Das Hormon aus der Bauchspeicheldrüse ist nötig, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo beim Abbau Energie frei wird. Es gibt verschiedene Arten von Diabetes. Der vollständige medizinische Begriff lautet Diabetes mellitus und bedeutet „honigsüsser Durchfluss“. Denn bevor moderne Labormethoden zur Verfügung standen, diagnostizierte man die Krankheit mittels einer Geschmacksprobe im Urin. Dieser schmeckte süsslich, weil die Nieren bei erhöhtem Blutzucker vermehrt Zucker ausschwemmen. (Fortsetzung weiter unten...)

Welches sind die Symptome bei Diabetes?

Die Hinweise auf einen Diabetes sind starker Durst, vermehrter Harndrang, allgemeine Schwäche und Müdigkeit, Juckreiz, trockene Haut und Heisshungerattacken. Diese Symptome treten jedoch erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf. Meist wird ein beginnender Diabetes bei einer Routineuntersuchung durch einen Bluttest entdeckt. „Häufig leiden Betroffene an weiteren Beschwerden und Krankheiten wie etwa Übergewicht und Bluthockdruck und sind in regelmässiger medizinischer Behandlung“, sagt Evelyne Graf, Pflegeexpertin am Medbase Gesundheitszentrum in Wil SG. Erst spät entdeckt werde ein Diabetes gelegentlich bei Menschen, die fast nie zum Arzt gehen.

Welches ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die oft bereits bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Wieso das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen angreift, weiss man nicht. Diese Form von Diabetes steht in keinem Zusammenhang mit den Lebensgewohnheiten. Betroffene sind häufig schlank. Ganz im Gegensatz zum Diabetes Typ 2. Früher wurde diese Form auch Altersdiabetes genannt, weil sie sich typischerweise in späteren Lebensjahren entwickelt. Mit den Lebensgewohnheiten der Zivilisationsgesellschaft tritt die Krankheit aber immer häufiger schon bei jüngeren Menschen oder gar Kindern auf. Risikofaktoren sind Übergewicht, ungünstige, kohlehydratreiche Ernährung und Bewegungsmangel. (Fortsetzung weiter unten...)

Was ist Schwangerschaftsdiabetes & Diabetes Ibsipidus?

Ja, den Schwangerschaftsdiabetes. Die häufige Komplikation in der Schwangerschaft tritt auf, wenn die Frau nicht genügend Insulin für sich selber und das Kind produzieren kann. Wird dies nicht erkannt und behandelt, kann die Krankheit zu übergrossen und schweren Babys führen sowie zu ernsthaften Krankheiten beim Kind. Bei der Mutter normalisiert sich der Blutzucker nach der Geburt meist von selbst wieder. Weiter gibt es eine Krankheit mit dem Namen Diabetes insipidus. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Form der Zuckerkrankheit, sondern um eine hormonelle Störung, bei der zu wenig des sogenannten antidiuretischen Hormons produziert wird. Deshalb scheiden die Nieren sehr viel sehr dünnen Urin aus und Betroffene haben extremen Durst.

Schwangerschaftsdiabetes: Das solltest du wissen
 

Wie häufig ist Diabetes?

„In der Schweiz gibt es gut eine halbe Million Diabetes-Betroffene, was etwa 5.5 Prozent der Bevölkerung entspricht“, so Evelyne Graf. Nur etwa ein Fünftel bis ein Zehntel davon leiden am Typ-1-Diabetes, der Rest fällt auf den Typ-2-Diabetes. Auch in anderen Ländern greift die Zivilisationskrankheit immer mehr um sich. Weltweit sollen etwa 425 Millionen Menschen betroffen sein.

Wie kann ich mein Diabetes-Risiko selbst testen?

Im Internet finden sich diverse Tests, die anhand von Angaben zu Körper, Lebensgewohnheiten und Familie das Risiko errechnen. Zum Beispiel der Test der Organisation Diabetes Schweiz. Auch viele Apotheken bieten Blutzuckermessungen an. (Fortsetzung weiter unten…)

Welche Folgen hat Diabetes?

Liegt der Zuckerspiegel im Blut über längere Zeit über den Normwerten, kann es zu verheerenden Schädigungen der Blutgefässe und Nerven kommen. Gefürchtete Konsequenzen sind Erblindung, Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall und schlechte Wundheilung, welche im schlimmsten Fall sogar eine Amputation nötig machen kann. Häufig betroffen sind die unteren Extremitäten, also Zehen, Füsse und Unterschenkel. Denn wegen der Schwerkraft ist die Durchblutung hier generell schlechter als im oberen Körperbereich.

Wie wird Diabetes behandelt?

Das kommt auf die Art an. Bei einem Diabetes Typ 1 muss immer Insulin gespritzt werden. Betroffene messen regelmässig ihren Zuckerspiegel anhand eines Bluttropfens vom Finger und spritzen sich die entsprechende Dosis Insulin in den Oberschenkel oder das Bauchfett. Einige haben auch bereits einen Sensor implantiert, der den Spiegel in der Gewebeflüssigkeit des Oberarms kontinuierlich misst, manchmal kombiniert mit einer Insulinpumpe am Bauch, welche die richtige Menge des Hormons abgibt. Beim Diabetes Typ 2 dagegen besteht der erste Behandlungsansatz meist in einer Anpassung des Lebensstils: Mehr Bewegung, gesünder essen, falls nötig abnehmen. Zudem gibt es eine Reihe von Medikamenten, die helfen, den Blutzuckerspiegel in Schach zu halten. Insulinspritzen sind nur in fortgeschrittenem Stadium nötig.

Wie soll man sich bei Diabetes ernähren?

„Ganz normal und gesund“, sagt Pflegeexpertin Graf. „Jeder Mensch sollte leben wie Diabetikerinnen und Diabetiker.“ Gemäss der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung sollte ein Teller etwa zur Hälfte mit Gemüse und Salat gefüllt sein, zu einem Viertel mit proteinreichen Lebensmitteln und höchstens zu einem Viertel mit Kohlehydraten. Vollkornprodukte sind wertvoller als solche aus geschältem Getreide. Ungünstig seien häufiges Snacken und Zwischenmahlzeiten, sagt Graf. „Richtige Mahlzeiten mit längeren Pausen dazwischen führen zu weniger grossen Schwankungen des Zuckerspiegels.“ Bei Übergewicht empfiehlt Graf auch, den Fettkonsum zu reduzieren, um abzunehmen. Kategorische Verbote für gewisse Lebensmittel findet die Pflegeexpertin aber nicht sinnvoll.

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von Andrea Söldi,

veröffentlicht am 05.04.2024


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