Internet Explorer wird nicht mehr unterstützt

Für ein optimales Website-Erlebnis bitten wir Sie einen aktuellen Webbrowser zu nutzen.

Corona-Infektion: Wann darf ich wieder Sport treiben?

Lieber ein bisschen zu langsam als zu schnell, lautet das Motto nach Covid. So gelingt Hobbyathletinnen und -athleten der Wiedereinstieg ins Training.

«Viele Menschen in unserer Leistungsgesellschaft haben Mühe, sich die Zeit zu nehmen, um sich nach einer Erkrankung vollständig zu erholen», stellt Patrik Noack, Sportmediziner bei Medbase und «Health Performance Officer» bei Swiss Olympic immer wieder fest. Bei Covid gelte das besonders.

Damit der Wiedereinstieg in den Sport gelingt, hat Noack zusammen mit Kolleginnen und Kollegen für Swiss Olympic Empfehlungen erarbeitet. Die allermeisten Athletinnen und Athleten können mit diesen Regeln wieder einsteigen: 

  1. «Nach einem positiven Coronatest sollten Hobbysportlerinnen und Hobbysportler mindestens fünf Tage pausieren, auch wenn sie keine Symptome haben. Falls Symptome bestehen, verlängert man diese Pause, bis sie abgeklungen sind», rät Noack.
  2. Bei Fieber gilt: Keinerlei Sport, sondern zu Hause bleiben und ausruhen. «Wenn der Infekt überwunden ist, sollte man nicht den ganzen Tag im Bett liegen, sondern zweimal täglich für etwa 30 Minuten an die frische Luft gehen», empfiehlt Noack. Zu Beginn sind leichte Alltagsaktivitäten erlaubt und auch sinnvoll.
  3. Mit dem Training darf man wieder beginnen, wenn man mindestens 48 Stunden lang symptomfrei ist. Die Trainingsintensität dann aber nicht progressiv steigern, sondern «piano». «Man sollte dazu stehen, dass der Körper noch angeschlagen ist – auch wenn einem die Müdigkeit von aussen nicht anzusehen ist», empfiehlt Patrik Noack.
  4. Die Experten raten, sich mindestens acht Tage Zeit zu nehmen, bis man wieder auf demselben Niveau trainiert wie vor der Corona-Infektion. Konkret heisst das, schrittweise wieder ins Training einzusteigen, beginnend mit Gehen, leichtem Joggen und ohne Krafttraining. Die Herzfrequenz sollte dabei unter 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz bleiben, die Trainingsdauer unter 15 Minuten.
  5. Ein Indikator, ob man wieder ganz gesund ist, ist der Ruhepuls. Er wird morgens direkt nach dem Erwachen gemessen, solange man noch liegt. Ist er pro Minute fünf Schläge oder mehr höher als vor der Erkrankung üblich, ist das ein Zeichen, dass der Körper noch nicht völlig gesund ist oder dass man sich überfordert hat.
  6. Wird das leichte Training zwei Tage lang gut toleriert, darf man täglich ein wenig mehr machen. Kommt es hingegen zu starker Müdigkeit oder anderen Symptomen, buchstabiert man wieder zurück und gönnt dem Körper noch Erholungszeit. Das gilt auch für alle folgenden Stufen. Falls irgendetwas ungewöhnlich ist – zum Beispiel wenn man bei kleiner Anstrengung ungewöhnlich fest schnaufen muss – sollte sich die Athletin oder der Athlet an einen Arzt wenden.
  7. Solange man sich gut fühlt, steigert man über Tage hinweg zuerst die Trainingsfrequenz, dann die Trainingsdauer – aber immer so, dass der Puls unter 80 Prozent des Maximalpulses bleibt. «Viele Hobbyathletinnen und -athleten neigen dazu, sich zu überfordern und zu wenig auf ihren Körper zu hören», sagt Noack.
  8. Eine gute Hilfe ist die nach dem schwedischen Physiologen Gunnar Borg benannte «Borg-Skala». Sie misst das Belastungsempfinden. Der tiefste Wert (sechs) entspricht einer leichten Belastung, der höchste (zwanzig) ist die Anstrengung, bei welcher die Sportlerin bzw. der Sportler nicht mehr kann. Das Training sollte anfangs so sein, dass man auf der Borg-Skala unter 14 Punkten bleibt. 
  9. Ambitionierten Sportlerinnen und Sportlern ab 15 Jahren, die mindestens zehn Stunden pro Woche trainieren, wurde bisher eine ärztliche «return-to-sport»-Untersuchung angeraten, bevor sie wieder ins Training einsteigen. Das galt auch, wenn der oder die Betroffene keine Symptome, sondern nur einen positiven Test hatte. «Angesichts der milderen Krankheitsverläufe bei der Omikron-Virusvariante diskutieren wir derzeit, ob das noch nötig ist oder ob die Corona-Infektion jetzt nicht behandelt werden sollte wie andere Infekte», sagt der Sportarzt. Je nachdem, was das Gespräch und die körperliche Untersuchung ergeben, seien bei der «return-to-sport»-Untersuchung eventuell weder EKG noch Blutentnahme nötig.
  10. Nach der Covid-Impfung raten die Sportmediziner, mindestens drei Tage lang zu pausieren und die Trainingsintensität dann ebenfalls schrittweise zu steigern. Nach schwerer Covid-Erkrankung kann eine Sportpause von mehreren Wochen bis Monaten nötig sein, nach einer Lungenentzündung sollte sie vier bis sechs Wochen dauern und nach einer Herzmuskelentzündung mehrere Monate. In diesen Fällen sollte man mit einer Sportärztin oder einem Sportarzt sprechen, um ein individuell passendes Wiedereinstiegsprogramm zu erstellen.

Mehr zum Thema

Zum Dossier

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 18.07.2022


Das könnte Sie interessieren:

So profitieren Sie von einem individuellen Gesundheitscoaching

Jetzt entdecken
Team SalutaCoach