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Blutvergiftung: Ein roter Strich unter der Haut ist ein Warnsignal

Wenn Krankheitserreger in das Lymphsystem eindringen, kann es zur Blutvergiftung kommen. Was dann zu tun ist.

Es beginnt mit einer Verletzung, die klein sein kann. Dort dringen Krankheitserreger ein. Wenn sie sich Eintritt ins Lymphsystem verschaffen, kann daraus das werden, was umgangssprachlich Blutvergiftung genannt wird.

Wie erkennt man eine Blutvergiftung?

Erkennbar ist diese Blutvergiftung an einem roten Strich unter der Haut, der länger wird und sich Richtung Körpermitte ausdehnt. Diese Rötung ist ein Zeichen, dass an der Verletzungsstelle Bakterien in den Körper eingetreten sind, die sich schnell ausbreiten. Das tun sie über die Lymphgefässe. Der Verlauf der Rötung entspricht dem Verlauf der Lymphbahnen.

Blutvergiftung ist nicht gleich Blutvergiftung

Unter dem Begriff Blutvergiftung verstehen Laien und Mediziner etwas anderes. Wenn Ärzte von einer Sepsis, also einer Blutvergiftung reden, meinen sie damit eine lebensgefährliche Infektion, die sich bereits im ganzen Körper ausgebreitet hat.

Eine Sepsis kann sich aus jeder anderen Infektion entwickeln, wie zum Beispiel einer Blasenentzündung, Wundinfektion, Lungenentzündung oder einem kleinen Leck am Darm. Dabei kommt es zu allgemeinen Krankheitszeichen, weil die zuvor lokal begrenzte Infektion auf den ganzen Körper übergreift. Die Erreger verteilen sich mit dem Blut überall. Es kommt zu Blutdruckabfall, meist Fieber, starken Krankheitszeichen und zum Teil auch Verwirrung. Ohne erfolgreiche Behandlung kann eine Sepsis verschiedenste Organe schwer schädigen und zum Beispiel zum Nierenversagen und sogar zum Tod führen. Die Betroffenen müssen oft auf der Intensivstation behandelt werden.

Die umgangssprachliche Blutvergiftung ist im Vergleich dazu viel weniger gefährlich – wenn sie rasch behandelt wird. Unbehandelt kann aber auch sie in eine Sepsis münden.

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So breitet sich die Blutvergiftung aus

Den Körper durchziehen nicht nur Blutgefässe, also Arterien und Venen, sondern auch Lymphgefässe. In diesen Lymphbahnen werden Wasser, Eiweiss, zerstörte Zellen und Fette – die sogenannte Lymphe – abtransportiert. Die Lymphe stammt aus den winzigen Räumen zwischen den Körperzellen.

Die Lymphbahnen «saugen» die Lymphe im ganzen Körper auf. Sie gelangt schliesslich über die Lymphwege in eine grosse Körpervene und damit wieder in den Blutkreislauf.

Das sind die Blutvergiftungs-Symptome

Wenn sich Krankheitserreger Eintritt in die Lymphbahnen verschaffen, erreichen sie auf diesem Weg auch die Lymphknoten in der Nähe der Lymphbahn. Diese Lymphknoten sind wie «Wächter». Bei einer Infektion eilen Abwehrzellen herbei, um die Krankheitserreger zu vernichten. Bei dieser Abwehrreaktion schwellen die Lymphknoten an und können schmerzen. Auch die ursprüngliche Verletzung, zum Beispiel an der Hand, wird bei der Blutvergiftung immer schmerzhafter.

Wie behandelt man eine Blutvergiftung und wie kann man vorbeugen?

So geht Wundversorgung:
  • Wunde möglichst rasch mit sauberem Wasser oder geeignetem Desinfektionsmittel gut ausspülen und reinigen.
  • Mit Pflaster oder sterilem Verbandsmaterial verbinden.
  • Zum Arzt sollte man gehen bei zunehmenden Schmerzen (oft pulsierend) im Bereich der Wunde, wenn die Umgebung der Wunde anschwillt oder sich zu röten beginnt oder wenn Eiter austritt.
  • Bei jeder Wunde prüfen (lassen), ob eine Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) nötig ist.

Als Erstes sollte bei einer Blutvergiftung die Wunde fachkundig gereinigt und desinfiziert werden. Dann wird der Arzt oder die Ärztin diese Körperregion ruhigstellen, zum Beispiel mit einer Schiene und einem Verband. Da Bakterien schuld an der Blutvergiftung sind, erhalten die Betroffenen ausserdem ein Antibiotikum zum Einnehmen. Mit diesen Massnahmen heilt die Blutvergiftung meist innerhalb von einigen Tagen.

Vorbeugen kann man einer Blutvergiftung, indem man Verletzungen vermeidet. Kommt es doch einmal zu einer Verletzung, dann schützt eine sofortige, gute Wundversorgung am besten vor einer Blutvergiftung.

von Dr. med. univ. Ulf-Michael Werner,

veröffentlicht am 27.05.2022


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