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Schuppen? Das hilft

«Schneeflöckchen» ist die hübsche Umschreibung für ein eher unästhetisches Problem. Wir beantworten Fragen rund um das Thema Schuppen.

Bei Schuppen denkt man meist an trockene Kopfhaut. Stimmt das?

Jein. Wir unterscheiden zwischen trockenen und fettigen Schuppen. «Trockene Schuppen sind abgestorbene Hautzellen von trockener Kopfhaut, die sich lösen. Die fettigen Schuppen wiederum bilden sich eher, wenn jemand fettige Kopfhaut hat. Dabei verklumpen die winzigen Partikel und sind als Schuppen sichtbar», erklärt der Apotheker Lorenz Schmid.

Wie sehe ich, welche Art Schuppen ich habe und welche Ursachen führen zu einer Schuppenbildung?

Trockene Schuppen rieseln fein und bilden oft einen weissen Schleier. Fettige sind dagegen etwas grösser, gelblich und lösen sich nicht so leicht, sondern kleben im Haar. Beide Arten werden meist von Juckreiz begleitet. 

Hinter den fettigen Schuppen steckt meist eine Talgdrüsenüberfunktion. Der Talg gibt einem Hefepilz, der zu unserer normalen Hautflora gehört, viel Futter. Nutzt man dann auch noch Shampoos, die keinen neutralen pH-Wert haben und den Säureschutzmantel unserer Haut angreifen, kann sich der eigentlich harmlose Pilz zusätzlich vermehren. Diese Pilzinfektion bewirkt, dass die Haut schuppt.

Trockene Schuppen gehen auf eine trockene Kopfhaut zurück. Auch hier kann es sein, dass der Säureschutzmantel gestört ist, dann verliert die Kopfhaut Feuchtigkeit und kann leichter schuppen.

Gibt es tiefere Auslöser für die trockene Kopfhaut bzw. die Talgdrüsenüberfunktion? Können auch Krankheiten Schuppen auslösen?

Ja, es können Neurodermitis oder Schuppenflechte dahinterstecken. Bei länger anhaltender Schuppung sollte man das in der Apotheke oder beim Arzt abklären.

Die Talgproduktion wird durch Hormone beeinflusst und ist genetisch bedingt. Sie kann zum Beispiel in der Pubertät zum lästigen Problem werden. Betroffen sind vor allem auch jüngere Männer.

Trockene Kopfhaut wird meist durch äussere Faktoren begünstigt. Trockene Heizungsluft im Winter können sie noch weiter fördern. Auch eine falsche oder übermässige Pflege spielt eine Rolle.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Sind Anti-Schuppen-Shampoos eine Wunderwaffe? Gibt es Hausmittel gegen Schuppen?

Bei fettigen Schuppen nützt ein Anti-Schuppen-Shampoo tatsächlich, das gleichzeitig den Pilz hemmt. Es wird zweimal pro Woche angewendet, und zwar 4 bis 6 Wochen lang. Danach ist man in der Regel pilzfrei. Was nicht heisst, dass die Schuppen nicht irgendwann später wieder zurückkommen können.

Für die trockenen Schuppen empfiehlt sich hingegen ein sehr mildes, am besten pH-neutrales Shampoo. Und dazu eine rückfettende Kopfhautlotion. Diese enthält einen Lipidanteil sowie Wirkstoffe wie etwa Urea und spendet Feuchtigkeit und regeneriert die Kopfhaut.

Die Säure von Zitronensaft hilft bei viel Talg und fettigen Schuppen: Man kann etwas Saft zum Shampoo mischen oder direkt in die Kopfhaut einmassieren, zehn Minuten einziehen lassen und danach gut auswaschen. Dafür freut sich die trockene Kopfhaut über ein paar Tropfen Oliven- oder Jojobaöl, die man über Nacht einwirken lässt und am Morgen ausspült. Vorsicht vor Naturjoghurt-Masken, wie sie manchmal empfohlen werden: Milchsäurebakterien auf der Haut, die keine intakte Hautbarriere hat, können eine Infektion hervorrufen.

Wie kann ich vorbeugen und meine Kopfhaut im Gleichgewicht halten?

Dem Pilz vorbeugen kann man nicht, er ist Teil unserer Hautflora. Allerdings kann er durch unvernünftige Hygienemassnahmen überhandnehmen. Um den Säureschutzmantel der Haut zu erhalten, sollte man generell nicht zu häufig shampoonieren: fettiges Haar nur jeden zweiten Tag mit Shampoo reinigen, trockenes Haar noch seltener.

Bei trockener Haut hilft auch eine Ernährung, die reich ist an ungesättigten Fettsäuren. Zudem trägt eine gute Magen-Darm-Flora generell zu einem gesunden Mikrobiom auf der Haut bei.

Haben Männer eigentlich öfters Schuppen als Frauen?

Dazu gibt es keine klaren Statistiken. Generell lässt sich sagen: Männer neigen zu fettigerer Kopfhaut, Frauen wiederum zu trockener Haut.

von Petra Koci,

veröffentlicht am 27.04.2022


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