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Gesünder leben?

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Durchschlafstörungen: Ursachen, Behandlung und Tipps für besseren Schlaf

Viele Menschen kennen das Problem: Man schläft ein, aber mitten in der Nacht ist man plötzlich hellwach – und findet oft nur schwer zurück in den Schlaf. Durchschlafstörungen gehören zu den häufigsten Schlafproblemen und können den Alltag stark belasten. Doch was steckt dahinter? Und was hilft wirklich?

Was sind Durchschlafstörungen genau?

Dass jemand mal schlecht schläft und morgens nicht ausgeruht aufwacht, ist normal. «Mehrfaches kurzes Erwachen kommt bei allen Menschen vor, z.B. beim Verändern der Schlafposition oder wenn man nachts aufs WC muss», erklärt Colin Glattfelder, Sportwissenschaftler und Präventionsberater am Medbase Checkup Center Zürich. «Wichtig ist, sich dadurch nicht verunsichern zu lassen, sondern die Augen zu schliessen und versuchen weiterzuschlafen.»

Die Definition von Durchschlafstörungen

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«Von Durchschlafstörungen spricht man erst, wenn Betroffene zwar einschlafen können, nachts jedoch wiederholt aufwachen und danach nur schwer oder gar nicht mehr in den Schlaf finden », sagt der Fachmann. Als behandlungsbedürftig gelten diese Unterbrechungen erst, wenn sie mindestens 20 Minuten dauern und so häufig auftretenden, dass sie den Schlaf spürbar beeinträchtigen.

Halten die Beschwerden zudem an mindestens drei Nächten pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten an und gehen mit merklichen Einschränkungen am Tag einher, spricht man in der Medizin von einer chronischen Insomnie (Schlaflosigkeit), so der Experte.

Der Unterschied zu anderen Schlafproblemen

  • Einschlafstörungen: Das Einschlafen fällt schwer.
  • Früherwachen: Man wacht sehr früh auf und kann nicht mehr einschlafen.
  • Durchschlafstörungen: Der Schlaf kann nicht aufrechterhalten werden. 

Was sind die typischen Symptome von Durchschlafstörungen?

  • Unruhiger, unterbrochener Schlaf
  • Schwierigkeiten beim Wiedereinschlafen
  • Lange Wachphasen
  • Grübeln oder Gedankenkreisen durch ein überaktives Nervensystem
  • Müdigkeit und Erschöpfung am Tag
  • Konzentrationsprobleme 
  • Gereiztheit und Ungeduld

Was sind die Ursachen von Durchschlafstörungen?

Durchschlafstörungen können verschiedene Ursachen haben – körperliche, psychische oder äussere Faktoren. Nicht selten greifen mehrere Faktoren ineinander.  

Physische Ursachen: 

  • Schmerzen, z.B. Rücken- oder Gelenksbeschwerden
  • Hormonelle Veränderungen, z.B. in der Pubertät oder den Wechseljahren 
  • Häufiger nächtlicher Harndrang
  • Atemstörungen wie Schlafapnoe
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schilddrüsenstörungen
  • Restless-Leg-Syndrom
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (z.B. Cortison)

Psychische Ursachen:

  • Stress z.B. durch hohe berufliche Belastung
  • Private Sorgen
  • Ängste
  • Depressionen
  • Innerer Druck, unbedingt schlafen zu müssen

Umweltfaktoren: 

  • Lärm
  • Unregelmässige Schlafenszeiten
  • Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin am Abend
  • Bildschirmnutzung vor dem Zubettgehen
  • Zu hohe oder zu niedrige Temperatur im Schlafzimmer 
  • Störende Lichtquellen

Durchschlafstörungen behandeln: Was hilft wirklich?

Welche Massnahmen helfen, hängt von den Ursachen ab. Oft ist eine Kombination von verschiedenen Ansätzen am wirksamsten. 

Hausmittel und einfache Massnahmen gegen Durschlafstörungen

Viele Betroffene profitieren bereits von kleinen Veränderungen: 

  • Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Melisse (z. B. als Tee)
  • Ein entspanntes Abendritual, etwa ein warmes Bad, Atemübungen, Lesen
  • Ein ruhiges, gut gelüftetes Schlafzimmer
  • Feste Schlafenszeiten und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Erholung

Medikamente bei Durchschlafstörungen

Schlafmittel können kurzfristig helfen, sollten aber immer ärztlich begleitet eingesetzt werden. Zum Einsatz kommen häufig Wirkstoffe wie Z-Substanzen (z.B. Zolpidem), Benzodiazepine, Antihistaminika oder Melatonin zum Einsatz. Da einige dieser Mittel abhängig machen, eignen sie sich nicht als langfristige Lösung. Aber auch bei Melatonin ist Vorsicht geboten, so Colin Glattfelder: «Melatonin macht zwar nicht abhängig, jedoch kann es sein, dass bei längerer Einnahmezeit die eigenen, natürlichen Schlafsignale des Körpers reduziert werden.»

Professionelle Hilfe und Therapien

Halten die Beschwerden über Wochen an, können die folgenden Schritte hilfreich sein:

  • Ärztliche Untersuchung, um körperliche Ursachen auszuschliessen
  • Abklärungen in einem Schlaflabor (z.B. für die korrekte Diagnosestellung bei Schlafapnoe)
  • Psychologische Unterstützung, etwa bei Stress, Ängsten oder Depressionen 
  • Professionelles Schlafcoaching zur Verbesserung der Schlafgewohnheiten
  • Hypnose zur Verhaltensänderung oder bei stressbedingter Schlaflosigkeit
  • Kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I): «Sie gilt als wirksamste Methode ohne Medikamente, mit einer Erfolgschance von über 50%. Allerdings unter der Bedingung, dass man mindestens 2-3 Monate diszipliniert dranbleibt», erklärt Colin Glattfelder.

Tipps für besseren Schlaf

«Oft sind sich Betroffene gar nicht bewusst, wie viel sie selbst zur Verbesserung ihres Schlafes tun können. Aber auch hier ist Konsequenz wichtig», sagt der Experte. Hier einige Tipps, um wieder erholsamer zu schlafen: 

Die Schlafhygiene verbessern

  • Halte einen regelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus ein – gehe nachts immer zur gleichen Zeit ins Bett, stehe morgens zur gleichen Zeit auf.
  • «Nutze dein natürliches Schlaffenster, in dem der Körper das Stresshormon Cortisol herunterfährt und sich auf den Schlaf vorbereitet», rät Colin Glattfelder. «Wann dieses Schlaffenster einsetzt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.»
  • Verzichte in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirme. 
  • Sorge für ein dunkles, ruhiges und eher kühles Schlafzimmer. «17 bis 19 Grad Zimmertemperatur sind ideal», so der Fachmann.  
  • Nutze dein Bett nicht zum Arbeiten, Essen oder für Medienkonsum.

Ernährung und Lebensstil

Fazit: So kannst du Durchschlafstörungen überwinden

Durchschlafstörungen sind belastend, aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Wer seine eigenen Gewohnheiten, Stressfaktoren und körperlichen Auslöser erkennt, kann oft schon mit kleinen Anpassungen viel erreichen. Halten die Probleme an, gibt es wirksame therapeutische Unterstützung. Mit der richtigen Kombination aus Selbsthilfe und Fachbegleitung lässt sich erholsamer Schlaf häufig wiederfinden.

FAQ: Weitere Fragen zu Durchschlafstörungen beantwortet

Warum ist man nach 3 Stunden Schlaf wieder wach?
Nach etwa 3 Stunden endet ein Schlafzyklus. Bei Stress wird man in dieser Phase leichter wach.

Welchen Mangel hat man bei Durschlafstörungen?
Meist keinen Nährstoffmangel, sondern einen Mangel an Entspannung plus Schlafdruck.

Was fehlt dem Körper bei Durschlafstörungen? 
Vor allem Ruhe und die Fähigkeit des Körpers, nachts Stress abzuschalten.

Welches Hormon fehlt bei Durchschlafstörungen?
Oft ist die Melatonin-Wirkung zeitlich gestört, nicht tatsächlich zu niedrig.

Was der Schlaf mit uns macht

Alles zum Thema

von Nadia Fernández Müller,

veröffentlicht am 19.01.2026


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