Viele Menschen kennen das Problem: Man schläft ein, aber mitten in der Nacht ist man plötzlich hellwach – und findet oft nur schwer zurück in den Schlaf. Durchschlafstörungen gehören zu den häufigsten Schlafproblemen und können den Alltag stark belasten. Doch was steckt dahinter? Und was hilft wirklich?
Dass jemand mal schlecht schläft und morgens nicht ausgeruht aufwacht, ist normal. «Mehrfaches kurzes Erwachen kommt bei allen Menschen vor, z.B. beim Verändern der Schlafposition oder wenn man nachts aufs WC muss», erklärt Colin Glattfelder, Sportwissenschaftler und Präventionsberater am Medbase Checkup Center Zürich. «Wichtig ist, sich dadurch nicht verunsichern zu lassen, sondern die Augen zu schliessen und versuchen weiterzuschlafen.»
«Von Durchschlafstörungen spricht man erst, wenn Betroffene zwar einschlafen können, nachts jedoch wiederholt aufwachen und danach nur schwer oder gar nicht mehr in den Schlaf finden », sagt der Fachmann. Als behandlungsbedürftig gelten diese Unterbrechungen erst, wenn sie mindestens 20 Minuten dauern und so häufig auftretenden, dass sie den Schlaf spürbar beeinträchtigen.
Halten die Beschwerden zudem an mindestens drei Nächten pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten an und gehen mit merklichen Einschränkungen am Tag einher, spricht man in der Medizin von einer chronischen Insomnie (Schlaflosigkeit), so der Experte.
Durchschlafstörungen können verschiedene Ursachen haben – körperliche, psychische oder äussere Faktoren. Nicht selten greifen mehrere Faktoren ineinander.
Physische Ursachen:
Psychische Ursachen:
Umweltfaktoren:
Welche Massnahmen helfen, hängt von den Ursachen ab. Oft ist eine Kombination von verschiedenen Ansätzen am wirksamsten.
Viele Betroffene profitieren bereits von kleinen Veränderungen:
Schlafmittel können kurzfristig helfen, sollten aber immer ärztlich begleitet eingesetzt werden. Zum Einsatz kommen häufig Wirkstoffe wie Z-Substanzen (z.B. Zolpidem), Benzodiazepine, Antihistaminika oder Melatonin zum Einsatz. Da einige dieser Mittel abhängig machen, eignen sie sich nicht als langfristige Lösung. Aber auch bei Melatonin ist Vorsicht geboten, so Colin Glattfelder: «Melatonin macht zwar nicht abhängig, jedoch kann es sein, dass bei längerer Einnahmezeit die eigenen, natürlichen Schlafsignale des Körpers reduziert werden.»
Halten die Beschwerden über Wochen an, können die folgenden Schritte hilfreich sein:
«Oft sind sich Betroffene gar nicht bewusst, wie viel sie selbst zur Verbesserung ihres Schlafes tun können. Aber auch hier ist Konsequenz wichtig», sagt der Experte. Hier einige Tipps, um wieder erholsamer zu schlafen:
Durchschlafstörungen sind belastend, aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Wer seine eigenen Gewohnheiten, Stressfaktoren und körperlichen Auslöser erkennt, kann oft schon mit kleinen Anpassungen viel erreichen. Halten die Probleme an, gibt es wirksame therapeutische Unterstützung. Mit der richtigen Kombination aus Selbsthilfe und Fachbegleitung lässt sich erholsamer Schlaf häufig wiederfinden.
Warum ist man nach 3 Stunden Schlaf wieder wach?
Nach etwa 3 Stunden endet ein Schlafzyklus. Bei Stress wird man in dieser Phase leichter wach.
Welchen Mangel hat man bei Durschlafstörungen?
Meist keinen Nährstoffmangel, sondern einen Mangel an Entspannung plus Schlafdruck.
Was fehlt dem Körper bei Durschlafstörungen?
Vor allem Ruhe und die Fähigkeit des Körpers, nachts Stress abzuschalten.
Welches Hormon fehlt bei Durchschlafstörungen?
Oft ist die Melatonin-Wirkung zeitlich gestört, nicht tatsächlich zu niedrig.