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5 Vollmond-Mythen im Faktencheck

Weniger Schlaf, mehr Geburten, mehr Komplikationen bei OPs – das sind nur drei von vielen Mythen rund um den Vollmond. Wie stark beeinflusst er unser Leben tatsächlich? Der Faktencheck bringts an den Tag.

1. Bei Vollmond schlafen wir weniger

Ja. Dass der Mond grundsätzlich einen Einfluss auf den Menschen haben könnte, ist für Christian Cajochen naheliegend. Er ist Schlafforscher an der Universität Basel. Er und sein Team stellten 2013 bei Probanden in Vollmondnächten tatsächlich einen verminderten Spiegel des Schlafhormons Melatonin fest. Die Testpersonen schliefen im Schnitt 20 Minuten weniger und brauchten fünf Minuten länger zum Einschlafen. Erklärung: Das Licht des Vollmondes vermindert die Produktion des Schlafhormons. Allerdings untersuchten die Forscher zu wenig Probanden. Das Resultat ist deshalb in der Wissenschaft umstritten. Eine Studie der University of Washington in Seattle stellt ebenfalls fest: Menschen gehen drei bis fünf Tage vor Vollmond später ins Bett und schlafen 25 Minuten weniger. Untersucht haben die Forscher den Einfluss des Vollmondes bei Menschen auf dem Land ohne Strom und in der Stadt. An Orten mit Elektrizität war der Effekt weniger stark ausgeprägt. Erklärung: Das sich mit den Mondphasen verändernde Schlafverhalten ist ein Erbe aus der vorindustriellen Zeit, als es noch keine Elektrizität gab.

2. Bei Vollmond kommen mehr Babys auf die Welt.

Nein. Die alte Volksweisheit hält sich zwar hartnäckig, ist aber nicht bewiesen. Um dem Zusammenhang auf die Spur zu kommen, trugen Ärzte des Kantonsspitals Baden KSB sechs Jahre lang alle Geburten in einen Mondkalender ein. Es zeigte sich, dass Vollmond und Geburtenhäufigkeit keinen Zusammenhang haben. Leonhard Schäffer, Chefarzt Geburtshilfe und Pränataldiagnostik: «An Vollmond kommen nicht mehr Babys zur Welt.» Diese Einschätzung deckt sich gemäss dem KSB mit verschiedenen US-Studien sowie einer deutschen Analyse von mehr als vier Millionen Geburten. Ebenfalls falsch ist, dass bei Vollmond mehr Verbrechen und Suizide begangen würden.

3. Haare schneiden bei Vollmond macht sie kräftiger.

Nein. Obwohl zahlreiche Frauenzeitschriften das Gegenteil behaupten: «Wer kräftiges Haar möchte, sollte einen Termin bei Vollmond vereinbaren», empfiehlt das Frauenmagazin Myself. Wer eine Kurzhaarfrisur trage, solle bei abnehmendem Mond die Haare schneiden, lange Haare dagegen beim zunehmenden Mond. Als Quelle dient der Zeitschrift der Mondkalender, nach dem sich das ganze Leben einrichten lässt. Er gibt neben vielen anderen auch Tipps, in welcher Mondphase man die Hecken schneiden und den Rasen mähen soll. Wann Wäschewaschen am besten gelingt oder die Zeit reif ist, um Konfitüre einzukochen. Selbst fürs Fensterputzen ohne Schlieren gibt es den richtigen Zeitpunkt. Auch wenn nichts bewiesen ist: Wer sich nach den Ratschlägen des Mondkalenders richtet, fühlt sich womöglich besser, was ihm guttut – der Placebo-Effekt machts möglich.

(Fortsetzung weiter unten…)

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4. Der Vollmond beeinflusst den Menstruationszyklus.

Jein. Die Mondzyklen beeinflussen die Intensität des Mondlichts, die Gravitationskräfte – und oftmals das Einsetzen der Menstruation bei Frauen, so das Ergebnis einer Studie der Chronobiologin Charlotte Förster von der Universität Würzburg. Die Forscherin wertete die Menstruationszyklen von 22 Frauen im Zeitraum von 15 Jahren aus und glich sie mit dem entsprechenden Mondzyklus ab. Im Durchschnitt trat bei Frauen unter 35 Jahren die Menstruation in knapp einem Viertel der erfassten Zeit synchron mit dem Voll- oder Neumond auf, bei Frauen über 35 Jahren nur in knapp einem Zehntel der Zeit. Die Synchronität nimmt nicht nur mit zunehmendem Alter ab, sondern sinkt auch, wenn die Frauen nachts künstlichem Licht ausgesetzt waren. Dass der Mondzyklus die Menstruation beeinflusse, sei plausibel, aber nicht bewiesen, so die Forscherin.

5. Bei Vollmond auf keinen Fall unters Messer.

Falsch. Zahlreiche Studien widersprechen der Behauptung in Mondkalendern, wonach eine OP am besten bei abnehmendem Mond gelinge.  So belegte eine bereits 1999 veröffentlichte Untersuchung der Grazer Uni-Klinik, welche sich auf die Daten von 15000 Patienten stützte, dass der Mond keinen Einfluss auf operative Eingriffe hat.

von Silvia Schütz,

veröffentlicht am 21.11.2022


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