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«Im Sport erlebe ich grosse Emotionen»

Was gibt der Schweizer Toptriathletin Nicola Spirig der Sport und warum findet sie ihn für alle wichtig? Das und mehr im Interview.

Portrait von Nicola Spirig
Zur Person

Nicola Spirig ist 38 Jahre alt und verheiratet mit dem ehemaligen Profi-Triathleten Reto Hug. Die beiden wohnen in Bachenbülach ZH und haben drei Kinder: Yannis (7), Malea (3) und Alexis (1). Im Juniorenalter galt sie als eines der grössten Schweizer Leichtathletik-Talente. Doch bald wechselte sie zum Triathlon. Ihr grösster Erfolg war der Olympiasieg 2012 in London. Vier Jahre später gewann Spirig die Silbermedaille in Rio de Janeiro. Zusätzlich ist sie sechsfache Europameisterin.

Fotos: ©Kirsten Stenzel Maurer

Was gibt Ihnen das Laufen?

Ich brauche Sport in meinem Leben. Beim Sport kann ich abschalten, kann ich den Tag verarbeiten, kann ich grosse Emotionen erleben und mir kommen die besten Ideen. Wenn ich Sport mache, fühle ich mich danach viel zufriedener. Ich habe ebenfalls extrem viel im Sport gelernt, das ich auch im Alltag nutzen kann und fühle mich rundum leistungsfähiger und gesünder.

Benutzen Sie digitale Unterstützung beim Training wie Vi-Race oder andere Apps, mit denen Sie virtuell an Läufen teilnehmen können?

Ich laufe mit meiner Polar-Uhr, damit ich Zeit und Geschwindigkeit messen kann. Manchmal vergleiche ich meinen Lauf im Nachhinein mit früheren Trainings. An virtuellen Läufen habe ich noch nicht teilgenommen. Der OneMillionRun ist der erste. Ich freue mich darauf.

Wie sind Sie als Kind und Jugendliche zum Sport gekommen? 

Meine Eltern waren Sportlehrer und meine Geschwister und ich durften viele Sportarten ausprobieren. Lange spielte ich Basketball. Mein Vater und mein Onkel machten Triathlon. So habe ich im Alter von zehn Jahren meinen ersten Triathlon absolviert. Mein Vater hat mich zudem die ersten 15 Jahre trainiert.

Wie bringen Sie Sport und Privatleben mit Mann und drei Kindern – darunter der einjährige Alexis  – unter einen Hut?

Dank der Unterstützung meines Umfelds, angefangen bei meinem Mann und meiner Familie. Für mich ist auch sehr entscheidend, dass ich alles mit grosser Leidenschaft mache und mein Leben als Privileg sehe, sonst glaube ich nicht, dass ich die Motivation und Energie dazu hätte.

Können Sie sich ein Leben ohne Sport vorstellen? 

Ich betreibe professionell Sport seit dem Jahr 1998 und bis heute. Es macht mir noch immer Spass und Freude. Sport ist meine Leidenschaft und ich bin glücklich, meine Leidenschaft als Beruf ausüben zu können. Ich hatte jedoch daneben auch immer andere Interessen, habe ein Studium als Juristin abgeschlossen, führe eine Stiftung, bin im Beirat des Balgrist Spitals und halte Referate. Was ich nach dem Karriereende machen werde, ist noch offen.

Wie haben Sie es geschafft, zwölf Wochen nach der Geburt von Alexis bereits wieder sportliche Spitzenleistungen zu erbringen?

Ich hatte jedes Mal gute Schwangerschaften und schnelle, komplikationslose Geburten auf natürlichem Weg. Daher habe ich auch schon nach ein paar Tagen wieder mit leichtem Krafttraining für die Arme und mit Spaziergängen angefangen. Für mich kein Training, aber ich war froh, mich wieder bewegen zu können und hatte auch das Gefühl, dass dies meinem Körper guttut. Dann ging alles sehr schnell: Ich konnte gut trainieren, mit der Familie lief es hervorragend und so konnte ich wieder an den Start gehen. Damals brauchte ich unbedingt Punkte für das Olympia-Qualifikationsranking.

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von Silvia Schütz,

veröffentlicht am 21.05.2020


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