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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Prof. Dr. med. David Fäh

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Ernährungsexperte, Dozent an der Berner Fachhochschule

Prof. Dr. med. David Fäh

David Fäh ist Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Er besitzt einen FMH und einen Master in Prävention und Public Health. Zudem ein Ernährungsstudium (ETH) und ein CAS in Sporternährung (BFH). Seit 2015 arbeitet er hauptsächlich als Wissenschaftler und Dozent an der Berner Fachhochschule für den Studiengang Ernährung und Diätetik.

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Ernährungsexperte, Dozent an der Berner Fachhochschule

Der Alkoholgehalt im Blut sinkt zwischen 0,1 und 0,2 Promille pro Stunde, je nach Alter, Geschlecht, genetischer Konstitution und Trinkgewohnheiten einer Person. Wer sich also einen Alkoholpegel von 1 Promille angetrunken hat, braucht zwischen 5 und 10 Stunden, um sein Blut komplett vom Alkohol zu befreien.

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Ernährungsexperte, Dozent an der Berner Fachhochschule

Dazu gibt es widersprüchliche Resultate. Manche Studien zeigen, dass Weintrinker ein geringeres Risiko haben an Krebs oder Bluthochdruck zu erkranken als Menschen, welche die gleiche Alkoholmenge in Form von Bier oder Schnaps konsumieren. Zugeschrieben wird dies den sekundären Pflanzenstoffen im Wein, allen voran dem sogenannten "Resveratol". Unterschiede zwischen den Alkoholquellen könnten aber auch daran liegen, dass sich Weinliebhaber bezüglich Gesundheit vorteilhafter verhalten als Bier- oder Schnapstrinker und die Studie das nicht genügend berücksichtigen konnten. Betrachtet man die aktuelle Studienlage, so kommt man am ehesten zum Schluss, dass der Alkohol alleine oder zumindest überwiegend für die positiven und negativen gesundheitlichen Konsequenzen verantwortlich ist. Das bedeutet: Wein ist wahrscheinlich nicht "gesünder" als Bier.

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Ernährungsexperte, Dozent an der Berner Fachhochschule

Wer Bier, Wein oder Härteres konsumiert, kann die Aufnahme von Alkohol ins Blut mit gleichzeitigem oder etwas vorgelagertem Essen beeinflussen. Vor allem fettreiche Speisen verzögern die Absorption von Alkohol. Fettes bleibt besonders lange im Magen und bewirkt, dass sich sein Inhalt langsamer in den Dünndarm entleert. Erst dort findet der Grossteil der Aufnahme von Alkohol und anderer Nährstoffe in den Körper statt. Den Abbau von Alkohol können wir aber durch Essen oder Trinken nicht beeinflussen, selbst wenn dies Hersteller von «Abbaubeschleuniger» immer wieder behaupten.

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Ernährungsexperte, Dozent an der Berner Fachhochschule

Alkohol gelangt sehr leicht ins Gehirn. Dort beeinflusst er eine Hormondrüse. Sie produziert ein Hormon, das die Nieren dazu veranlasst, Wasser im Körper zurückzubehalten. Trinken wir Alkohol, hemmen wir im Gehirn die Produktion dieses «Antidiuretischen Hormons, ADH». Die Nieren nehmen weniger Wasser zurück ins Blut auf und scheiden mehr über den Urin aus. Wenn wir Bier, Wein oder Schnaps trinken, produzieren die Nieren also mehr Urin, als wenn wir die gleiche Menge eines nicht alkoholischen Getränks trinken. Je hochprozentiger das Getränk, desto stärker fällt die Entwässerung aus. Dies ist mit ein Grund für Katersymptome und auch für den Nachbrand nach einer durchzechten Nacht. Clevere Zecher trinken zu Alkoholischem also mindestens die gleiche Menge Wasser.

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Manche trinken ein Bier gegen die Kopfschmerzen am Tag danach. So dumm ist das gar nicht. Ethanol «verdrängt» nämlich die Verstoffwechslung von Fuselalkoholen, weil es von der Leber bevorzugt verarbeitet wird. Damit entstehen weniger Stoffe aus dem Abbau von Fuselalkoholen, die Kopfschmerzen und andere Katersymptome verursachen. So viel zur Theorie. Ob das Bier danach tatsächlich zur Linderung von Katersymptomen beiträgt, ist nicht bekannt. Ebenso fehlt der Wirkungsnachweis für alle Mittelchen und Pülverchen, von denen Hersteller behaupten, dass sie Katersymptome lindern. Ausser natürlich Kopfschmerztabletten.

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