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Gesünder leben?

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Tipps zum Einschlafen: So findest du schnell in den Schlaf

Schwierigkeiten mit Einschlafen? Dann solltest du deine Gewohnheiten überdenken und Techniken zum Entspannen ausprobieren.

Müde geht man zu Bett, doch der Schlaf will und will nicht kommen. Die Gedanken drehen um Sorgen mit den Kindern, Eheprobleme, Versagensängste oder den Stress im Geschäft. Man wälzt sich hin und her und weiss: Die Zeit bis zum Weckruf rückt näher. Angst kommt auf, am bevorstehenden Tag nicht leistungsfähig zu sein.

Schwierigkeiten beim Einschlafen sind weit verbreitet. Gemäss einer Befragung von 2025 schätzt ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ihren Schlaf als schlecht oder eher schlecht ein und empfindet den Schlafmangel als gesundheitlich belastend. Doch es gibt diverse Methoden, welche Betroffenen helfen, schneller einzuschlafen, zum Beispiel Abendrituale, Gewohnheitsänderungen, Entspannungstechniken, geeignete Ernährung und eine Anpassung des Schafzimmers. «Nicht jeder Tipp funktioniert für alle gleich gut», sagt Michael Schwarz, Leiter des Medbase Checkup Centers am Römerhofplatz in Zürich. Für einige brauche es auch etwas Übung. «Beim ersten Mal kann man noch nicht unbedingt den grossen Erfolg erwarten.»

Warum kann ich nicht einschlafen? Die häufigsten Ursachen

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  • Stress und Gedankenkarussell: Wer einen durchgetakteten Alltag lebt, kann abends oft trotz grosser Müdigkeit nicht sofort abschalten. Man braucht etwas Zeit, um in den Schlafmodus zu kommen, ganz besonders, wenn einen Sorgen und Probleme plagen.
  • Ungünstige Schlafgewohnheiten: Ein unregelmässiger Schlaf-Wachrhythmus oder mehr als 30 Minuten Mittagsschläfchen können dazu führen, dass wir abends schlechter einschlafen können.  
  • Störfaktoren: Elektronische Geräte neben dem Bett, Licht und Lärm oder ein zu warmes Schlafzimmer verhindern, dass wir schnell einschlafen.
  • Wachmacher: Koffein und Nikotin sind Wachmacher und sollten deshalb nicht direkt vor dem ins Bett gehen genossen werden. Auch schwere Mahlzeiten am Abend oder Alkohol erschweren das Einschlafen. Intensiver Sport am Abend putscht uns ebenfalls auf.

Schnell einschlafen: Die effektivsten Sofort-Tipps

Um sich im Bett zu entspannen und schnell einzuschlafen, helfen diverse Übungen und Techniken, die bei der Atmung oder den Gedanken ansetzen. Zudem gilt es, schon bevor man ins Bett geht, einige schlafhygienische Aspekte zu beachten und Gewohnheiten zu überdenken. Hier eine unvollständige Auswahl an Tipps:

Atemübungen zum Einschlafen

Meist atmen wir automatisch und unbewusst, jedoch oft nur oberflächlich. Mit einer tiefen, langsamen Atmung und Pausen zwischen den Atemzügen können wir den Parasympathikus stimulieren. Dieser ist Teil des vegetativen Nervensystems, das neben der Atemfrequenz auch Körperfunktionen wie Blutdruck, Verdauung und die inneren Orange regelt. Es besteht aus zwei Gegenspielern: Der Sympathikus übernimmt tagsüber, wenn wir aktiv sind und ganz besonders bei Stress, der Parasympathikus nachts, im Schlaf und in Ruhephasen. Dass tiefe Bauchatmung auch den Spiegel des Stresshormons Cortisol senken kann, ist wissenschaftlich erwiesen.

  • Die 4-7-8-Atemtechnik: Diese Methode stammt aus dem Yoga und hilft, den Atem zu beruhigen. Lege dich bequem auf den Rücken, die Hände auf den Bauch und atme tief ein und aus. Nimm wahr, wie sich der Bauch dabei hebt und senkt. Nun atmest du durch die Nase ein und zählst dabei langsam auf 4. Halte den Atem an und zähle bis 7. Danach atmest du hörbar durch den Mund aus und zählst bis 8. Wiederhole diese Sequenz viermal. Mehr erfahren: 5 Atemübungen für mehr Ruhe und Energie.
  • Steigerung der Atempausen: Alternativ kannst du deinen Atem verlangsamen, indem die obenstehende Übung kontinuierlich aufbaust: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden Pause, 8 Sekunden ausatmen, 4 Sekunden Pause. Nach vier Durchgängen dehnst du die Pause vor dem Ausatmen auf 8 Sekunden aus. Dies führst du ebenfalls viermal durch, bevor du auch die Pause vor dem Einatmen auf 8 Sekunden verlängerst. Bei jedem Mal wird sich das Gefühl der Atemnot verringern.
  • Wechselatmung: Nimm zuerst deinen Körper wahr und atme ein paar Mal tief in den Bauch hinein ein und aus. Dann hältst du dir mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch zu und atmest durch das linke ein. Nach einer kurzen Atempause verschliesst du mit dem Zeigefinger das linke Nasenloch und atmest durch das rechte aus. Wieder hältst du kurz inne, bevor du durch das rechte Nasenloch erneut einatmest und durch das linke aus. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals.

Entspannungstechniken für den Abend, um schnell einzuschlafen

Um zur Ruhe zu kommen und schneller einschlafen zu können, helfen auch diverse Entspannungstechniken. Es gilt auszuprobieren, welche davon einem am ehesten liegt. Nicht immer gelingt die Anwendung auf Anhieb. Oft ist zum Einüben ein Kurs sinnvoll. Auch Apps mit Anleitungen können hilfreich sein.

Diese Methode eignet sich besonders, wenn das Ruhigliegen schwer fällt. Sie setzt auf den Effekt der Erschöpfung nach einer Anstrengung und ist einfach anzuwenden. Bei der Progressiven Muskelrelaxation werden die Muskelgruppen im Körper der Reihe nach stark angespannt, beginnend bei den Füssen und langsam aufsteigend über Beine, Rumpf und Arme bis zum Gesicht – oder umgekehrt. Nach fünf bis zehn Sekunden Anspannung lässt man abrupt los und richtet die Aufmerksamkeit einige Sekunden auf die eben beanspruchten Muskeln. Jetzt lesen: So funktioniert progressive Muskelrelaxation (PMR).

Das Gesicht ist ein Spiegel unseres Gemütszustands. Bei Stress und Sorgen spannen wir unwillkürlich die Wangen an, legen die Stirn in Falten und kneifen die Zähne zusammen. Mit einigen kraftvollen Grimassen und nachherigem schnellen Loslassen können wir unser Gesicht entspannen. Zum Beispiel: Lippen zusammenpressen und gleichzeitig Stirn runzeln. Oder: Mundwinkel zu den Ohren ziehen und Nase rümpfen.

Diese Technik setzt auf Vorstellung und Autosuggestion. Man konzentriert sich gedanklich auf bestimmte körperliche Empfindungen wie zum Beispiel Schwere oder Wärme in den Gliedern, um einen Zustand tiefer Ruhe zu erreichen. Zum Beispiel sagt man sich innerlich: „Mein rechter Arm ist schwer.“ Und stellt sich vor, wie der Arm angenehm schwer wird. Oder: „Meine Stirn ist glatt und kühl.“ Mehr erfahren: Autogenes Training gegen Stress und Unruhe

Diese Methode stammt aus dem Achtsamkeitstraining, bei dem man lernt, sich und die Umwelt bewusst wahrzunehmen, in der Gegenwart zu bleiben und nicht zu werten. Bei einem Body Scan unternimmt man gedanklich eine Reise durch den Körper, beginnend bei den Füssen und langsam aufsteigend bis zum Kopf. Man nimmt bei jedem Körperteil wahr, wie es auf der Unterlage aufliegt und atmet dabei ruhig in den Bauchraum.

Wenn einen nachts Sorgen plagen, kann der verhaltenstherapeutische Ansatz einen Versuch wert sein, um besser einzuschlafen. Indem man laut „Stopp“ sagt und sich bewusst auf andere Themen konzentriert, lässt sich das Gedankenkreisen manchmal unterbrechen. Statt negativen Erlebnissen und Versagensgefühlen nachzuhängen, kann man sich bewusst jeden Abend mindestens fünf erfreuliche Erlebnisse und persönliche Erfolge vor Augen halten. Bei regelmässigem Üben werden die positiven Gedanken mit der Zeit automatisch mehr Raum im Gehirn erhalten.

Drängende Gedanken kann man in einem Tagebuch oder einem Sprachmemo notieren und dabei gleichzeitig sortieren. «Sind die Gedanken von der Seele geredet oder geschrieben, fällt es uns leichter, loszulassen und einzuschlafen», erklärt Michael Schwarz.

Um abends abzuschalten, eignen sich vor allem sanfte Yogastile mit längeren, ruhenden Posen und Konzentration auf den Atem. Dazu gehören etwa Hatha- oder Yin-Yoga.

Besser einschlafen durch optimale Schlafhygiene

  • Regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Wenn man immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett geht und aufsteht, passt sich der Biorhythmus an und einschlafen fällt leichter. Wer tagsüber müde ist, darf einen kurzen Powernap einlegen – jedoch höchstens 30 Minuten (Achtung: Wecker stellen) und nicht nach 15 Uhr.
  • Optimale Schlafzimmergestaltung: Am besten schlafen wir bei 16 bis 18 Grad Celsius. Schlafzimmer im Winter deshalb nicht heizen und in der warmen Jahreszeit wenn möglich Fenster öffnen. Gegen kalte Füsse beim zu Bett gehen helfen eine Bettflasche oder ein warmes Trauben- oder Kirschkernkissen. Beschaffe dir eine bequeme Matratze – je nach Vorliebe weicher oder härter – sowie angenehme Kissen für die Seiten-, Rücken- oder Bauchlage. Auch Dunkelheit und Ruhe sind wichtig für guten Schlaf: Läden oder Vorhänge schliessen, Geräte und Lämpchen ganz abschalten und wenn nötig Ohrpfropfen benutzen. 
  • Abendroutine etablieren: Fahre mindestens eine Stunde vor dem zu Bett gehen den Computer herunter und leg das Handy beiseite. Vermeide ab dann aufregende Gespräche und Themen. Finde ein beruhigendes Abendritual, das zu dir passt: Warme Dusche nehmen, ein Buch lesen, ruhige Musik bei gedämpftem Licht hören oder Atem- und Meditationsübungen. Wiederhole dieses Ritual jeden Abend. Dies signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, herunterzufahren.
  • Bett nur zum Schlafen nutzen: Gehe nur zum Schlafen ins Bett, damit der Geist eine feste Verbindung zwischen Bett und Schlaf herstellt. Wenn du nachts länger wach liegst, verlasse das Bett und probiere es wieder, wenn du Müdigkeit verspürst.

Ernährung und Lebensstil: Einschlaftipps für den Tag

  • Koffein: Gönn dir höchstens fünf Tassen Kaffee, Schwarz- oder Grüntee pro Tag und nach 16 Uhr gar keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Denn Koffein ist ein Wachmacher und braucht bis zu sechs Stunden, bis er wieder abgebaut ist.
  • Alkohol: Alkohol ist ein anregendes Nervengift. Es aktiviert den Sympathikus – jenen Teil des vegetativen Nervensystems, der den aktiven Körpermodus steuert. Der Abbau des Alkohols beansprucht die Leber.
  • Abendessen: Ein leichtes und frühes Abendessen liegt nachts nicht schwer im Magen.
  • Bewegung und Sport: Wer sich tagsüber genügend bewegt, erreicht abends eine gesunde Bettschwere.
  • Tageslicht und frische Luft tanken: Tageslicht signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, wach und aktiv zu sein. Dies wird ihm helfen, bei Dämmerung in den Schlafmodus zu wechseln. Zudem wird bei Tageslicht Vitamin D gebildet. Dieses ist an der Bildung von Serotonin beteiligt, ein wichtiges Hormon für die Regulierung des Schlaf-Wachrhythmus.

Was essen und trinken zum besseren Einschlafen?

  • Magnesium: Das Mineral Magnesium führt zu einer Entspannung der Nerven und Muskeln und fördert die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Reich an Magnesium sind Nahrungsmittel wie Nüsse (Mandeln, Cashew- und Kürbiskerne), grünes Blattgemüse (Spinat, Federkohl), Hülsenfrüchte (Linsen und Bohnen), Haferflocken, Quinoa und dunkle Schokolade. Alternativ kann Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Der Zeitpunkt der Einnahme ist unwesentlich.
  • L-Tryptohan: Die essentielle Aminosäure L-Tryptophan ist an der Bildung des Neurotransmitters Serotonin beteiligt, einem Hormon, das unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Es ist in proteinreichen Lebensmitteln wie Milch-, Soja- und Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, Geflügel und Fisch (speziell Lachs und Thunfisch) enthalten. «Abends eingenommen kann L-Tryptophan entspannend wirken», sagt Michael Schwarz. 
  • Kräuter: Eine schlaffördernde Wirkung haben Baldrian, Melisse, Lavendel, Hopfen und Orangenblüten. Am besten geniesst man diese in Form eines warmen Tees, den man vor dem zu Bett gehen langsam trinkt. Alternativ sind die Substanzen in Kapselform erhältlich. Weitere Informationen: Die Wirkung von Heilkräutern und Heilpflanzen
  • Medikamente: Bei chemischen Beruhigungsmitteln ist Vorsicht geboten, weil sie schnell abhängig machen. «Sie sollten nur zeitlich begrenzt und in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt eingenommen werden», warnt Michael Schwarz.
  • Abends vermeiden: Schweres Essen, Alkohol und Koffein können dazu führen, dass wir nicht einschlafen können.

Wenn nichts hilft: Wann zum Arzt?

Chronische Schlafstörungen rechtzeitig erkennen: «Wer länger als einen Monat mehr als viermal pro Woche unter schweren Schlafstörungen leidet und tagsüber müde, gereizt und unkonzentriert ist, sollte einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen», rät Michael Schwarz. Denn manchmal liege dem Problem eine körperliche Erkrankung zugrunde, die behandelt werden könne. Mögliche Grunderkrankungen: 

  • Burnout, Depression
  • Schmerzen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Wechseljahre
  • Reflux (saures Aufstossen / Sodbrennen)
  • Restless Legs-Syndrom (starker Bewegungsdrang in den Beinen)
  • Schlafapnoe (Sauerstoffmangel wegen starken Schnarchens) führt zu nächtlichem Aufwachen mit Schlafmangel. Oft wird das Symptom von der Partnerin oder dem Partner bemerkt. Ansonsten kann eine schlafmedizinische Abklärung Aufschluss geben.

Wer über längere Zeit schlecht schläft, geht oft bereits mit der Angst ins Bett, wieder lange wach zu liegen. Die Angst hindert am friedlichen Einschlummern. Aus diesem Teufelskreis kann eine kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie herausführen. Dazu gehört neben vielen der in diesem Artikel erwähnten Tipps meist das Führen eines Schlaftagebuchs.

FAQ: Die häufigsten Fragen beantwortet

Dass man abends zuerst etwas Zeit braucht, um zur Ruhe zu kommen, ist normal. Der Geist ist keine Maschine und kann nicht auf Knopfdruck abgeschaltet werden. Eine Einschlafzeit von bis zu 30 Minuten gilt als normal. Diverse Atem- und Gedankenübungen sowie Progressive Muskelentspannung helfen beim Entspannen.

Es handelt sich um eine Atemmethode aus dem Yoga, die den Atem beruhigen kann. Lege dich bequem auf den Rücken, die Hände auf den Bauch und atme tief ein und aus. Nimm wahr, wie sich der Bauch dabei hebt und senkt. Nun atmest du durch die Nase ein und zählst dabei langsam auf 4. Halte den Atem an und zähle bis 7. Danach atmest du hörbar durch den Mund aus und zählst bis 8. Wiederhole diese Sequenz viermal.

Wenn das Einschlafen auch mit Entspannungstechniken nicht gelingt, stehst du besser wieder auf und nimmst eine leichte Tätigkeit auf – etwa lesen, Musik hören oder sanfte Lockerungsübungen machen bei gedämpftem Licht. Vermeide aber den Blick aufs Telefon. Wenn du dich müde fühlst, gehst du wieder ins Bett und machst einen neuen Versuch.

Von Schlafmitteln wird generell abgeraten, weil man sich schnell daran gewöhnt und dann gar nicht mehr ohne Medikamente einschlafen kann. Pflanzliche Präparate mit Baldrian, Hopfen, Orangenblüte oder Melisse darf man aber gelegentlich einnehmen. Auch ein warmer, Tee mit beruhigenden Pflanzen kann helfen, herunterzufahren, wenn man ihn langsam geniesst.

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ZUM DOSSIER

von Andrea Söldi,

veröffentlicht am 04.02.2026


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